Fussball
Die nächste Grenchner Feuerwehrübung steht an

Die neue Führungscrew beim 1.-Ligisten FC Grenchen will mit versöhnlichen Tönen verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Bis zum «courant normal» ist es noch ein weiter Weg.

Daniel Weissenbrunner
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Kann Grenchen wieder aufstehen?

Kann Grenchen wieder aufstehen?

Foto Wagner

Die beruhigende Nachricht für alle FC Grenchen Fans vorneweg: Trainer Najib Mehli stehen heute genügend Fussballer zur Verfügung, um in Luzern die Saison zu beginnen. Bis vor wenigen Tagen waren acht Spieler nicht im Besitz der nötigen Übertrittformulare, was einen regulären Spielbetrieb verunmöglicht hätte. Buchstäblich in der letzten Minute wurden die Papiere an den Verband verschickt.

Siebnergremium steht zur Wahl

Beim Traditionsklub aus der Uhrenstadt tickte in den letzten Tagen die nächste Zeitbombe. Geschäftsführer Paul Kocher wurde aus seinem Amt enthoben, weil er seinen Pflichten nicht mehr nachgekommen sei (siehe Box), heisst es. Die angehäuften Probleme will nun eine Crew entschärfen, die mit den Abläufen im Verein bestens vertraut ist. An der ausserordentlichen Versammlung am 21. August, die dritte innerhalb eines Jahres, stellt sich ein Siebnergremium zur Wahl.

Zusammengesetzt wird der designierte Vorstand aus Nadia Aubry (die wegen Paul Kocher zurücktrat), Lilo Dellsperger (die von Paul Kocher entlassen wurde), Rolf Janz (Finanzen), Alain Marie (Marketing und Investorenvertreter), Najib Mehli (Trainer und Sportchef), Beat Schwab, ein Mitglied der Donatorenvereinigung sowie einem Vertreter der Stadt. «Es soll ein Neuanfang auf einem soliden Fundament entstehen», sagt Beat Schwab stellvertretend.

Weiterhin kein Investorengeld

Über den Berg ist der Verein damit freilich nicht. Finanziell ist der FC Grenchen weiterhin nicht auf Rosen gebetet. Die angekündigte Geldspritze der Investoren lässt weiterhin auf sich warten. Weshalb, weiss von den Verantwortlichen niemand genau und gibt berechtigten Anlass zu Zweifel, wie ernst es den angeblichen Geldgebern um Apothekenbesitzer Jean-Michel Pradeau tatsächlich ist.

Luft für offene Rechnungen

Deshalb ziert heute nicht ein grünes Kreuz mit stilisierter Äskulapschlange die Tenues der Spieler, sondern der Schriftzug der Metzgerei Markthof in Lengnau. Zustande gekommen ist das Engagement dank den Beziehungen von Lilo Dellsperger. Wie hoch die Beteiligung des neuen Hauptsponsors ist, wird nicht kommentiert. Sie gibt den Verantwortlichen offensichtlich genügend Luft, damit laufende Rechnungen beglichen werden können und um den Klub seinen Möglichkeiten entsprechend neu auszurichten.

Fusion wird ein Thema

In den Überlegungen soll auch Platz für Tabus angefasst werden. «Wir stehen einer Fusion mit anderen Vereinen sicher nicht im Weg», schlägt Beat Schwab neue Töne an. Mit dieser Haltung streckt die neue Führung die Hand aus und will die angespannten Beziehungen mit der Stadt und anderen Klubexponenten entkrampfen. Im Unterschied zu ihren Vorgängern formulieren die Verantwortlichen auch die sportlichen Ziele vorsichtiger. «Mehr als den Ligaerhalt zu erwarten, wäre vermessen», sagt Schwab. Wie konkurrenzfähig das Team von Najib Mehli tatsächlich ist, wird sich heute in der Innerschweiz (Spielbeginn, 16 Uhr) ein erstes Mal zeigen.

Saison-Tipp: Rang 12

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