Inlinehockey
Die Luft an der Spitze der Inlinehockey-Meisterschaft wird immer dünner

Nach dem klaren Playoff-Out im letzten Jahr stapelt der chronische Titelanwärter Laupersdorf in dieser Saison ein bisschen tiefer. In der Liga, in der immer mehr die Eishockeyprofis den Ton angeben, wird die blosse Playoffteilnahme als Ziel genannt.

Michael Forster
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Laupersdorfs Andi Zehnder (rechts) gegen den Embracher Felchlin.

Laupersdorfs Andi Zehnder (rechts) gegen den Embracher Felchlin.

Marcel Bieri

Der HC Laupersdorf steigt an diesem Wochenende gleich mit einem Doppelpack in die Meisterschaft ein. Am Samstag erfolgt der Saisonauftakt gegen den letztjährigen Halbfinalbezwinger und amtierenden Meister Embrach, tags darauf müssen die Thaler wiederum auswärts gegen Tuggen ran. Ein Auftakt, der es in sich hat, bestätigt Roger Ackermann: «Natürlich ist es das Ziel, zuzuschlagen, doch das wird nicht ganz einfach. Es sind starke Gegner, zudem verlief unsere Vorbereitung nicht ganz reibungslos.» Dies, weil dem Team weniger Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung standen, als noch in den Jahren zuvor. «Wir hatten zwar wieder unser Trainingsweekend, doch da mussten einige Spieler passen.»

Der dreifache Ackermann

Wie schon in der letzten Saison nimmt Ackermann beim NLA-Team der Laupersdörfer eine Dreifachrolle ein: als Präsident, Trainer und Verteidiger des letztjährigen Qualifikationssiegers. Diesen Teilerfolg in dieser Saison zu wiederholen, das weiss der 31-Jährige genau, wird schwieriger denn je. «Einerseits, weil wir an Routine und Qualität verloren haben. Roman Schild hat zu den Razorbacks gewechselt, Marco Tschumi die Karriere beendet.» Immerhin, so Ackermann, stossen mit Dino Schaad und Nicola Di Santo zwei starke Junioren nach. «Sie gehören beide der Nationalmannschaft an, werden sich aber zuerst an das Niveau in der NLA gewöhnen müssen. Der Schritt von den Junioren ganz nach oben ist doch beträchtlich.»

Nicola Di Santo als zukünftiger Topscorer

Während Schaad 2012 als Overage-Spieler seine letzte Saison im Nachwuchs bestritt und erst jetzt zu den ersten Einsätzen in der NLA kommt, schnupperte Di Santo, seines Zeichens Topscorer der U19-Weltmeisterschaft im letzten Jahr, bereits einmal NLA-Luft. «Er hat ganz sicher das Potenzial, ein sehr guter NLA-Spieler zu werden», so der Trainer über den 19-jährigen Trimbacher, «aber auch er wird seine Zeit brauchen, das Spiel an die deutlich stärkeren Gegner anzupassen. Es wird für ihn nicht mehr möglich sein, einfach so durchzumarschieren wie im letzten Jahr bei den Junioren.»

Eishockeyspieler geben den Ton an

Dass die neue Saison tatsächlich keine einfache wird, bestätigt der Blick auf die letztjährigen Playoffs. «Als Qualifikationssieger haben wir von uns selber natürlich den Finaleinzug erwartet», so Ackermann, doch daraus wurde nichts: Der HCL musste sich dem starken Embrach zweimal geschlagen geben. Dass die Zürcher, wie auch die Razorbacks aus Zug, in der entscheidenden Phase der Meisterschaft fast ausschliesslich auf die Scorerpunkte von Eishockeyspielern zählen können, bestätigt den Trend im Inlinehockey, der jedes Jahr weiter zunimmt. Die Eishockeyaner brauchten ein paar Jahre, bis sie sich in der fremden Sportart richtig zurechtfanden, doch jetzt ist dieser Prozess abgeschlossen, bestätigt Ackermann: «Es wird für uns tatsächlich immer schwieriger, doch wir müssen damit umgehen können, und ich denke, dass wir immer noch jedes Team schlagen können.»

Diego Schwarzenbach als einziger Eishockeyprofi beim HCL

Mit Diego Schwarzenbach wissen die Laupersdörfer zumindest einen Eishockeyprofi in ihren Reihen, der im Grossfeld-Inlinehockey zu den Allerbesten seines Fachs gehört. Noch ist zwar unklar, ob er alle Spiele mit dem HCL bestreiten wird, sicher aber die entscheidenden, je länger die Saison dauert. Nicht zuletzt an ihm wird es liegen, ob die Thaler den Weg zurück in den Final finden werden. Zwar lautet die Vorgabe des Präsidenten die Qualifikation für die Playoffs, doch insgeheim hofft man doch auf eine Endspielteilnahme. Denn nur so könnte man sich wieder für den Europacup qualifizieren.

Auf Umwegen nach Europa

Ein Ziel, welches die Laupersdörfer im letzten Jahr verpassten – und auch diesen Winter wurde die erste Gelegenheit dazu ausgelassen. «Es wäre der einfachere Weg gewesen, die Quali zu schaffen», weiss Ackermann genau, doch dafür hätte der HCL den Pokal-Halbfinal gegen Rüschlikon gewinnen müssen. So müssen sie jetzt also den «Umweg» über die Meisterschaft gehen.