Zurück in der Schweiz hatte sie jedoch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste ihren Rennkalender kurzfristig umstellen. Das achttägige Cape Epic-Rennen von Mitte März in Südafrika hat sie abgesagt, im Gegenzug bestreitet sie nun verschiedene Strassenrennen. «Bereits letztes Jahr fuhr ich einige trainingshalber mit, das hat mir gut getan. Dank dem hohen Rennrhythmus kann ich lernen, ans Limit zu gehen und Wettkampfhärte sowie wichtige Kilometer erlangen», sagt die 26-Jährige. Bereit möchte Schneitter Mitte April sein, dann «geht die europäische Saison erst richtig los.»

Nach dem deprimierenden letzten Jahr, in welchem sie sich am Weltcup in La Bresse den Arm brach und in sekundenschnelle der Traum von Olympia geplatzt war, will die Lommiswilerin in dieser ersten Saisonhälfte ihre Startposition verbessern. «Da ich wichtige internationale Rennen verpasst habe, konnte ich keine Punkte für das Ranking sammeln. Statt in den vorderen Reihen, stehe ich in diesem Jahr in der Startaufstellung im Mittelfeld», erklärt die Wirtschaftswissenschaftlerin.

Wichtig sei nun den Kampfgeist zu wecken und mit Leistung Platz für Platz gutzumachen: «Es hat lange gedauert, bis ich letztes Jahr wieder biken und das Risiko richtig einschätzen konnte, wann ich zum Beispiel in einer Abfahrt die Bremsen offen lassen konnte. Jetzt braucht es viel Geduld. Aber es ist einfacher sich nach vorne zu kämpfen, wenn man schon einmal vorne war.» Mit Zuversicht bereitet sie sich nicht nur Zuhause auf die Rennen vor, sondern reist zwischendurch für ein Trainingscamp ins Südtirol zu ihrer Mannschaft, dem Mountainbike Team Colnago. «Wenn ich im Team trainiere kann ich mehr auf die Zähne beissen, als wenn ich Zuhause alleine unterwegs bin. In den Camps testen wir jeweils auch das neue Material oder stellen die Bikes ein», erklärt sie.

Der Gigathlon-Start klappt

Am Dienstag fuhr Schneitter mit der Strassen-Nationalmannschaft nach Holland um an einem fünftägigen Strassenrennen teilzunehmen, bevor sie Mitte April in Italien mit den ersten Cross-Countrys in die Saison startet. Danach geht es für die 26-Jährige Schlag auf Schlag weiter: Bike-Days in Solothurn, Weltcups in Albstadt, Nove Mesto und Val di Sole, die Europa-Meisterschaft in Bern, die Schweizer-Meisterschaft auf der Lenzerheide, und der Gigathlon mit dem Team Kanton Solothurn Anfang Juli. Auf den freut sie sich besonders: «Ich hatte schon viele Anfragen, aber der Zeitpunkt war immer ungünstig. In diesem Jahr passt es gut, weil er einen Tag nach der Schweizer Meisterschaft beginnt.»

Mitfiebern wird wie immer der Fanklub, der die Mountainbikerin bei den Rennen begleitet. «Einige Fans werden sicher auch nach Deutschland an den Weltcup reisen. Es ist immer schön die Unterstützung zu spüren», sagt Schneitter. Ein wichtiger Rückhalt, damit sie nicht nur schneller zurück an die Spitze findet, sondern 2016 nach Rio fliegen kann, denn mit den Olympischen Spielen habe sie «noch eine Rechnung offen.»