Unihockey
Die Leistungskurve des Meisters zeigt steil nach oben

Wiler-Ersigen feiert gegen Grünenmatt einen ungefährdeten 8:3-Auswärtssieg. Zu seinem persönilchen Missfallen konnte sich Nicolas Berlinger nicht unter den Torschützen einreihen.

Daniel Weissenbrunner
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Wiler-Captain Matthias Hofbauer erzielte zwei Treffer.

Wiler-Captain Matthias Hofbauer erzielte zwei Treffer.

Parallel zur Entwicklung des Teams von Wiler-Ersigen verläuft die Leistungskurve bei Nico Berlinger. Der 25-Jährige ist in dieser Saison verspätet in die Gänge gekommen, nachdem er in der vergangenen Spielzeit zu den treffsichersten Schützen beim Meister zählte. Magere 13 Skorerpunkte stehen beim Stürmer mit der Nummer 20 bisher zu Buche.

Im Forum in Sumiswald kamen gestern keine weiteren persönlichen Erfolgserlebnisse hinzu. Den Grund für das vorübergehende Karrieretief hat Nico Berlinger schnell ausgemacht. Im Frühling gehörte er noch zum Kader der Nationalmannschaft für die Heim-WM im Dezember. Gekommen ist es anders: An der Euro Floorball Tour im April bestritt er gegen Tschechien das letzte seiner bisher sieben Länderspiele. Danach wurde er ausgemustert. «Die Enttäuschung war riesig», erinnert sich der Trimbacher. Als Folge der Nichtberücksichtigung fiel Berlinger in ein Tief aus dem er unterdessen in mühsamer mentaler Kleinarbeit wieder herausgefunden hat.

Der Sprung ins Nationalteam und die Teilnahme an der nächsten WM bleiben die erklärten sportlichen Ziele von Nico Berlinger. Dafür ordnet der Sportlehrer, der in Zürich in einem 50 Prozent-Pensum angestellt ist, vieles unter. Neben der anstehenden Masterarbeit will er im Unihockey in den nächsten zwei Jahren wie er sagt, «richtig Gas geben». Die nächste Saison, dann seine Dritte, wird er für Wiler-Ersigen bestreiten. Anschliessend ist ein Wechsel – immer vorausgesetzt die Leistungen stimmen – ins Ausland geplant.

In Schweden, im Land des Weltmeisters, möchte Nico Berlinger sein Unihockey-Glück versuchen. Bevor er eingehend Gedanken an eine anderen Liga verschwenden kann, gilt es zunächst die Hausaufgaben in der heimischen Meisterschaft zu erledigen. Die Anforderungen an den Meister sind in dieser Saison hoch genug. Partien mit Erledigungscharakter gehören zur Ausnahme und sind nicht mehr die Regel. Gegen Grünenmatt tat sich die Mannschaft von Trainer Heikki Luukkonen wie schon in der ersten Partie (8:7-Sieg nach Verlängerung) lange Zeit schwer.

Die Differenz gegen die hartnäckigen «Mätteler» machte die erste Linie. Obwohl der Block auf Christoph Hofbauer verzichten musste (hatte sich beim Aufwärmen den Fuss übertreten) harmonierte die Linie hervorragend und steuerte sieben der acht Treffer zum 8:3-Sieg bei. Nico Berlinger verrichtete seinerseits die Arbeit unscheinbar aber effizient. Er und seine Kollegen blieben ohne Gegentreffer. Dennoch war mit seinem Auftritt nicht vollends zufrieden. «Ein Stürmer wird an den Toren gemessen und da war leider Fehlanzeige.»