FC Langendorf
Die Langendörfer Raufusskauze wollen keine Raubeine sein

Genau 80 Jahre sind vergangen, seit es in Langendorf noch einen Fussballklub gab. Doch dann steigt gegen Ende 2011 der neue FCL wie ein Phönix aus der Asche.

Hans Peter Schläfli
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Der Vorstand des neuen FC Langendorf präsentiert seine Trikots.HPS

Der Vorstand des neuen FC Langendorf präsentiert seine Trikots.HPS

Es gab ihn schon einmal, den FC Langendorf, und zwar von 1921 bis 1931. Am 11.11.2011, exakt zum Fasnachtsbeginn, wurde der neue FCL offiziell zum Leben erweckt. Bereits hat Robin Schönbächler ein Vereinswappen kreiert. Inspirieren liess er sich vom scharfen Auge des Langendorfer Wappentiers, dem Raufusskauz, einem Lorbeerkranz und einem Fussball.

Die Raufüsse versprechen, dass sie keine Raubeine sein wollen, sondern gepflegten Fussball spielen. Aber eine Frage bleibt: Warum braucht eigentlich die Welt auch noch einen FC Langendorf? «Für uns alle war es ein Traum, einmal für das eigene Dorf Fussball spielen zu können», erklärt Dominic Racine die Motivation, einen neuen Verein zu gründen. «Wir waren über die verschiedenen Klubs der Umgebung verteilt, aber der Zusammenhalt unter uns Langendörfern war immer da. Deshalb haben wir nun den FCL gegründet.»

«Alle sind begeistert»

Die Resonanz im Dorf war sehr gut. Fast jeder Gewerbebetrieb hat einen kleinen Sponsoringbeitrag gesprochen. «Alle sind begeistert vom neuen FC Langendorf», sagt Racine. Bei den Nachbarvereinen war man aber über die neue Konkurrenz gar nicht glücklich. «Das stimmt schon. Kein Verein hat Freude, wenn Spieler weggehen. Aber jeder hat einmal so angefangen», sagt das FCL-Vorstandsmitglied. «Wir haben deshalb unsere Absicht früh genug angekündigt. Alle Spieler haben die Saison korrekt mit ihren Mannschaften zu Ende gespielt und alle haben das Saisonziel erreicht. Also sind wir jetzt in Freundschaft auseinandergegangen.»

Trotzdem hat der FC Langendorf bei keinem Nachbarn Unterschlupf gefunden und muss die Heimspiele in der 5.Liga jeweils am Freitagabend auf der Schützenmatte des FC Luterbach austragen. «Unser Trainingsplatz hier in Langendorf ist etwas zu klein für offizielle Spiele und mit der Vereinsleitung des FC Luterbach hatten wir sehr angenehme Gespräche», erklärt das Vorstandsmitglied Racine die Wahl des «Exils». «Luterbach hat uns positiv aufgenommen und die Distanz ist ja gar nicht so gross.»

Saisonziel Aufstieg

«Langendorf beginnt in der 5.Liga, aber es gibt 20 Spieler, die teils aus der 2. und 3.Liga gekommen sind und sich von Anfang an für den neuen Verein einsetzen wollen», beschreibt Trainer Vincenzo Salerno seine Motivation. «Ich bin überzeugt, dass hier ein gutes Team mit Charakter entsteht.» Beim sportlichen Ziel will der Jungtrainer nicht tiefstapeln: «Wir möchten gerne aufsteigen und im Cup dem einen oder anderen etablierten Verein ein Bein stellen.» Der Optimismus ist berechtigt: In den Testspielen konnte der FCL bereits mit Drittligisten problemlos mithalten. Und: Getreu den Ziffern ihres Gründungsdatums fertigen die Langendorfer den Ligakonkurrenten FC Post Solothurn zum Schluss der Vorbereitung treffend mit 11:0 ab.