Fussball
Die jungen Solothurner sollen über den Kampf zum Siegen zurückfinden

Der FC Solothurn will heute gegen die U21 von Luzern kämpferisch brillieren. Zuletzt musste sich die junge Equipe von Coach Patrik Grolimund diesbezüglich auch kritische Töne gefallen lassen.

Hans Peter Schläfli
Drucken
Teilen
Patrik Grolimund, Trainer des FC Solothurn, sagt: «Unsere Philosophie, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, werden wir weiterleben.»

Patrik Grolimund, Trainer des FC Solothurn, sagt: «Unsere Philosophie, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, werden wir weiterleben.»

Mit enttäuschenden Leistungen und drei Niederlagen ist Solothurn in der 1. Liga Classic auf einen Abstiegsplatz gefallen. «Ich bin sicher, dass es uns gelingt, den Eindruck der Kampfesleistung heute zu korrigieren», verspricht Trainer Patrik Grolimund vor dem heutigen Heimspiel (Anstoss 16 Uhr) gegen Luzern U21.

Es fehlt nicht an Herzblut

Dem neu mit nur einer Handvoll Routiniers und 16 Spielern aus dem eigenen Nachwuchs zusammengestellten Kader traute man vor der Saison wenig zu, doch nach einem harzigem Start legte Solothurn plötzlich eine kleine Serie von 5 Spielen und 8 Punkten hin. «Es dauerte ein wenig, bis wir uns auf dem Platz gefunden hatten», blickt FCS-Trainer Patrik Grolimund zurück, «doch dann lief es wirklich sehr gut.» Die letzten drei Spiele freilich gingen dann mit einem Gesamtskore von 2:11 deutlich verloren. Zudem wurde die extrem junge Mannschaft wegen zu wenig Einsatz kritisiert. «Ich verstehe, dass das von aussen betrachtet tatsächlich so ausgesehen hat», akzeptiert Grolimund die Kritik. Aber er stellt sie in ein anderes Licht. «Ich denke nicht, dass es am Herzblut gefehlt hat. Die unerfahrenen Spieler waren wie gelähmt, als es plötzlich nicht mehr optimal für uns lief. Als Luca Meier und Tolga Özdemir verletzt ausfielen, fühlten sich die anderen überfordert. Diese Mannschaften wären in unserer Reichweite gelegen, aber wir konnten unsere Leistung nicht mehr so bringen, wie wir uns das vorgenommen hatten.»

Kein Grund zum Schnellschuss

Wenn eine Mannschaft unter den Strich rutscht, dann kommt rasch die Vermutung auf, dass sich Krisenstimmung breitmacht. «Nein, es gibt keine Probleme und es herrscht Ruhe in der Mannschaft. Alle sind motiviert und machen sehr gut mit. Es war ein massiver Wandel, den wir im Sommer durchgemacht haben. Jeder wusste, worauf er sich einlässt. In der Startaufstellung haben wir höchstens einen Durchschnitt von 20 Jahren. Das darf man nicht vergessen, und alle sind bereit, den Wandel mitzutragen.» Der Ruf von der Tribüne, dass man nun noch einen oder zwei Routiniers als Verstärkungen verpflichten sollte, ist auch bis zu Patrik Grolimund vorgedrungen. «Es gibt keinen Grund für einen Schnellschuss. Im Winter werden wir in Ruhe eine Analyse machen. Aber unserer Philosophie, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, werden wir weiterleben.»

Der Trainer hat auf seine Weise auf die Situation reagiert: «Wir haben extrem hart gearbeitet bis zu dem Punkt, an dem man sich mental wirklich überwinden muss. Damit wollte ich jedem das Gefühl zurückgeben, dass er es schaffen und über sich hinauswachsen kann.» Das hat sich bereits mit einem 1:0-Sieg in Bulle positiv ausgewirkt. Die Cupqualifikation stuft Grolimund indes als weniger wichtig ein. «Für uns zählen nur die fünf Meisterschaftsspiele, die in diesem Jahr noch kommen. Trotzdem war das Erfolgserlebnis natürlich wertvoll, das gibt Auftrieb.»

Über den Kampf zur Cleverness

Heute Samstag kommt nun Luzerns U21-Nachwuchs ins Stadion, der vor einer Woche Schötz gleich mit 7:1 weggefegt hat. Der Trainer will im Mittelfeld die Räume eng machen damit der starke Gegner seine spielerischen Qualitäten nicht entfalten kann. «Ich bin sicher, dass es uns heute gelingt, den zuletzt schlechten Eindruck zu korrigieren», verspricht Patrik Grolimund. «Wir sind eine freche Mannschaft, aber wir müssen über den Kampf zu unserem Spiel finden. Nur dann ist es möglich, dass wir unsere Technik, Taktik und unsere Cleverness zeigen können.»

Aktuelle Nachrichten