EHC Olten
Die «Indianer» weisen den Weg zum ersten EHCO-Playoffsieg

Doppeltorschütze Stefan Mäder sowie seine Sturmpartner Cyrill Aeschlimann und Ueli Huber taten den Rapperswilern weh – mit Toren und Checks.

Marcel Kuchta
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EHCO-Stürmer Stefan Mäder sorgte mit einem Doppelpack für den erlösenden Heimsieg.Hansruedi Aeschbacher

EHCO-Stürmer Stefan Mäder sorgte mit einem Doppelpack für den erlösenden Heimsieg.Hansruedi Aeschbacher

Hansruedi Aeschbacher

Stefan Mäder war nach dem vierten Playoff-Spiel des EHC Olten gegen die Rapperswil-Jona Lakers ein gefragter Interviewpartner. Kein Wunder: er hatte ein Tor in Unterzahl erzielt, einen Penalty versenkt und wurde auch noch zum besten EHCO-Spieler der Partie gewählt.

Der Mann, der ansonsten eher fürs Grobe zuständig ist, spielte zusammen mit seinen Sturmlinien-Kollegen Cyrill Aeschlimann und Ueli Huber die Hauptrolle auf dem Weg zum ersten Oltner Sieg in der Viertelfinalserie gegen Rapperswil. Ausgerechnet die nominell vierte Reihe, jene mit den «Indianern», die für die Häuptlinge die Drecksarbeit verrichten sollen, tat dem Gegner nicht nur mit hartem Körpereinsatz weh, sondern auch noch mit der besten Währung: mit Toren. «Unsere Aufgabe ist es, den Rapperswilern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Das ist uns sehr gut gelungen. Wenn wir dann auch noch Tore schiessen, umso besser», freute sich Mäder.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass also ausgerechnet die Männer fürs Grobe für die Erlösung der Oltner sorgten und Grünweiss nach über 195 Spielminuten in dieser Viertefinalserie erstmals in Führung brachten – und dann noch mittels Shorthander. Querpass Aeschlimann, eiskalt vollstreckt von Mäder.

Und schon waren die Oltner von ihrem Fluch, fast permanent einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, erlöst. «Wir sagen uns vor jedem Spiel: im ersten Einsatz macht jeder von uns einen guten Check und versucht so, die Mannschaft mitzureissen», beschrieb Aeschlimann, der eines seiner besten Spiele der laufenden Saison absolvierte, die Strategie der «Rumpellinie», die perfekt aufging.

Für die Entscheidung sorgte Mäder mit seinem zweiten Treffer des Abends via souverän verwandeltem Penalty. Der Berner, der nicht bekannt ist für seine feine Stocktechnik, umspielte Rapperswil-Goalie Melvin Nyffeler mit einer schönen Körpertäuschung.

Er hatte sich für seinen Plan das OK bei seinem eigenen Goalie, Melvins Bruder Dominic, geholt. «Ich habe vor dem Anlauf zu ihm geschaut. Er hat genickt. Da wusste ich, dass ich den Penalty so schiessen kann», erzählte Mäder lächelnd.

Bei aller Euphorie vergassen aber weder Aeschlimann noch Mäder, dass die Lage für ihre Mannschaft immer noch äusserst kritisch ist. Jede weitere Niederlage gegen Rapperswil bedeutet weiterhin das Saisonende. «Deshalb war das erst der erste Schritt von hoffentlich vier», so Aeschlimann. Die Indianer haben gezeigt, wie es geht.

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