Eishockey
Die Haie waren bissiger als die Mäuse

Der EHC Olten lässt bei der 3:5-Pleite gegen den EHC Basel leichtfertig Punkte liegen. Will er am Freitag in Langenthal nicht auch noch als Verlierer vom Platz, muss er eine ordentliche Schippe drauflegen.

Adriana Gubler
Merken
Drucken
Teilen
Stefan Voegele (Mitte) behauptet sich gegen Thomas Kropf im Tor des EHC Olten. Bild: Aeschbacher

Stefan Voegele (Mitte) behauptet sich gegen Thomas Kropf im Tor des EHC Olten. Bild: Aeschbacher

bz Basellandschaftliche Zeitung

Wäre wohl der EHC Basel als Playoffgegner für die Powermäuse eine gute Wahl? Diese Frage konnte man sich angesichts der Tabellensituation und dem nahen Ende der Qualifikationsrunde gestern Abend nach dem Aufeinandertreffen des Tabellenzweiten und des -siebten stellen. In Anbetracht der negativen Saisonbilanz und des gestrigen Schlussresultats von 3:5 müsste die Antwort wohl nein lauten. Aber die jüngste Niederlage täuscht. Denn eigentlich hatte der EHC Olten das Spiel die ersten 20 Minuten lang im Griff und erspielte sich einen 2:0-Vorsprung. Aber ab dem zweiten Drittel war der Wurm im Oltner Spiel drin und blieb dort hartnäckig bis zur Schlusssirene. Die letzte Konsequenz liess der EHCO völlig vermissen und hat also im Hinblick auf die Playoffs noch mächtig Steigerungspotenzial.

1. Drittel top, 2. Drittel flop

Die Basler indes machten im letzten Drittel alles richtig, sie wehrten einen Oltner Ansturm beim Spielstand von 3:3 in den ersten paar Minuten erfolgreich ab. Remo Hirt war der erste Stürmer in den Reihen der Grünweissen, der die Chance zum Führungstreffer gehabt hätte. Er scheiterte jedoch genauso so wie später Pascal Krebs und zweimal Pascal Annen am Torhüter Ciaccio. Getreu dem Spruch «Wer die Tore nicht macht, ...» sahen sich die Oltner nach 46 Minuten erstmals in Rücklage. Es war ein nicht gänzlich unhaltbarer Schuss von der blauen Linie aus, den Daniele Margithola an Thomas Kropf vorbei in die Maschen schleuste und damit Oltens Niederlage einleitete. Die Grünweissen konnten nicht mehr auf diesen Rückschlag reagieren, auch nicht während, den beiden folgenden Überzahlspielen. Der fünfte Sharks-Treffer folgte schliesslich in der 60. Minute ins leere Tor.

Eigentlich aber machte der EHCO im ersten Drittel (2:0) die ersten Schritte in Richtung Sieg. Er hatte die Chose durchwegs im Griff, ohne den Baslern wirklich klar überlegen zu sein. Die beiden Equipen hatten ähnlich viele Spielanteile, der einzig grosse Unterschied: Die Powermäuse verbuchten zwei riesen Chancen - und verwerteten sie auch. So in der 6. Minute. Carsen Germyn - übrigens gestern Abend der einzige Ausländer in den Diensten der Heimischen, Marty Sertich ist krank - spielte Patrik Bloch an der blauen Linie an und der drückte ab. Basels Torhüter Damiano Ciacco wehrte die Scheibe zwar ab, allerdings Germyn direkt vor die Füsse, der sich schliesslich als kaltblütiger Vollstrecker zeigte - 1:0. Und in der 13. Minute kam Wüst während des ersten Oltner Powerplays nur rund drei Meter vor dem Basler Gehäuse völlig frei zum Schuss. Mit einem wuchtigen Geschoss traf er in die Maschen - 2:0.

Gute Ausgangslage leichtfertig verspielt

Im zweiten Drittel verspielten sich die Heimischen leichtfertig ihre gute Ausgangslage. Ein Schlenzer (Vögele), ein Tor nach einem Gestocher (Chiriaev) und noch ein drittes überhaupt nicht zwingendes Tor (Wittwer) zum 3:3-Ausgleich und schon waren die Basler wieder gleichauf. Die Gäste tauchten nach dem Scheibengewinn jeweils schnell und teils zu einfach in der gefährlichen Zone vor dem Kasten des Oltner Keepers Thomas Kropf auf, der entscheidende Pass, die zündende Idee, der letzte Kniff fehlte ihnen aber häufig. Zu dem kam, dass der EHCO die letzte Konsequenz vermissen liess. Etwa beim ersten Basler Gegentreffer wartete Simon Schnyder im direkten Zweikampf mit Stefan Vögele zu lange, sodass Letzterer mit einem platzierten Schlenzer Kropf düpieren konnte.

Oltens Auftritt gestern Abend vor 2314 ist wohl als die Ruhe vor dem Derby- und Playoff-Sturm zu bezeichnen. Will er am Freitag in Langenthal nicht auch noch als Verlierer vom Platz, muss er eine ordentliche Schippe drauflegen