Inline-Skating

Die Gyrs rocken auf Rollen

Zwei Inline-Geschwister auf Achse

Zwei Inline-Geschwister auf Achse

Tatjana Gyr (13) aus Zuchwil, und rechts ihr Bruder Fabian (16).

Ob Autotüre, Gehirnerschütterungen oder viele Trainingsstunden: Davon lassen sich die Geschwister Gyr aus Zuchwil nicht stoppen. Stattdessen sammeln sie Medaillen um Medaillen an Meisterschaften.

Tatjana Gyr ist hart im Nehmen: Bei ihrem ersten Rennen auf den Skates knallte sie in eine Autotüre. Doch die 13-Jährige startet auch heute, neun Jahre danach, noch immer bei Wettkämpfen. "Nach dem Zusammenstoss durfte ich auf dem Rücksitz eines Töffs ins Ziel fahren. Das hat mich mehr als getröstet." Tatjana rollt nicht nur mit, sie zählt heute in ihrem Alter zu den besten Inline-Skaterinnen der Schweiz. Bisher sammelte sie 15 Meistertitel in der Halle und auf der Bahn.

Ihr drei Jahre älterer Bruder Fabian kann neben Medaillen an Schweizer Meisterschaften auch Edelmetall von Europameisterschaften vorweisen. Die Gyrs mögen einander die Erfolge gönnen, ja, Fabian fühlt sich angespornt von den Erfolgen seiner Schwester. "Wenn sie ein Rennen gewonnen hat, und ich in meiner Kategorie nur Zweiter geworden bin, gebe ich noch mehr Gas." Dass es dabei manchmal zu Stürzen kommt, gehört dazu. Fabian ist auch schon mit einer Gehirnerschütterung im Spital gelandet. Trotzdem hat er keine Angst. "Das sollte man nicht haben bei diesem Sport", sagt er. Tatjana ergänzt: "Sonst kommt es nicht gut."

Sie ist froh, dass an den Rennen immer ein Familienmitglied dabei ist. "Erstens ist es praktisch, zweitens kann ich viel abschauen." Nicht nur Fabian steht bei ihren Rennen an der Strecke, auch ihre Eltern und der älteste Bruder Sebastian feuern sie an. Gyrs - das ist eine Art Familienunternehmen, Mama und Papa sind die "persönlichen Betreuer und Mechaniker". Zwar trainieren die jüngsten Gyr-Sprosse im gleichen Club (Inline Club Mittelland), doch sie starten für unterschiedliche Teams: Tatjana fährt für 'Rollerblade', Fabian fürs ‚Inlinecenter Schindellegi‘.

Ob Autotüre, Stürze oder viele Trainingsstunden: Die Gyrs lassen sich durch nichts bremsen. Auch zehn Jahre nach seinem ersten Rennen ist Fabian noch immer mit Freude dabei. Dank des Sports hat er "Kollegen, Länder und Kulturen kennengelernt", die er sonst nicht kennengelernt hätte. Früher hat Fabian zusätzlich Handball gespielt, heute konzentriert sich der 16-Jährige auf seine Lehre als Mediamatiker, aufs Inline-Skating und die Kollegen. Auch seine Schwester verzichtet auf frühere Hobbys. Das Energiebündel hat geturnt, getanzt, Gitarre gespielt und ist geritten.

Heute trainieren Gyrs mindestens sechs Stunden pro Woche auf den Rollen. In Trainingslagern sind es manchmal sechs Stunden pro Tag. Wer es in der Elitekategorie an die Spitze schaffen will, der muss hart arbeiten. Das wissen sie. Dennoch gönnt sich Tatjana auch mal einen "faulen Tag". Dann rollt sie gemütlich zu ihrem Grosi nach Derendingen statt sich zu quälen. In der kommenden Saison will sie es aber wissen. Denn nun ist sie alt genug, um an Europameisterschaften zu starten. Und da sollen Medaillen her - wie ihr Bruder sie schon hat.

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