Frauenfussball
Die Fussballerinnen vom SOFV holten ein 0:3-Rückstand gegen Waadt auf

Die U18-Juniorinnen des Solothurner Fussballverbands konnten sich schon vor dem letzten Meisterschaftsspiel gegen das Team Waadt für die Finalrunde der besten sechs Teams qualifizieren. Die Freude bei den jungen Fussballerinnen war gross.

Hans Peter Schläfli
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Captain Annina Sommer gratuliert der Torschützin Claudine Leclerc

Captain Annina Sommer gratuliert der Torschützin Claudine Leclerc

Hans Peter Schläfli

Für das letzte Meisterschaftsspiel des Jahres hatten sich die jungen Frauen des Teams SOFV Leibchen gedruckt, um die Qualifikation für die Finalrunde der U18-Juniorinnen zu feiern. Natürlich wollten sie am Sonntag auch noch gegen das Team Waadt gewinnen, damit das Fest noch schöner wird. Jedoch spürte man auf dem Kunstrasen, dass mit dem grossartigen Erfolg der letzte Wille etwas verloren gegangen war. Das Team Waadt begann besser, war leicht überlegen und ging mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause in Führung. Das 0:3 in der 56.Minute schien das Schicksal der Solothurnerinnen zu besiegeln.

Mit dem 1:3 durch Claudine Leclerc in der Schlussphase kamen die Hoffnung und der Kampfgeist zurück. Mit dem Westwind konnte Nadine Scheidegger in der 89. Minute einen Eckball direkt zum 2:3 verwerten, und in der Nachspielzeit gelang Annina Sommer mit letztem Einsatz sogar noch der Ausgleich. «Jetzt hat sich der Charakter wieder einmal gezeigt», sagte Trainer Kaan Kahraman mit Stolz, «und es ist nicht das erste Mal. In St. Gallen haben wir sogar ein 0:4 noch aufgeholt.» Dann passierte etwas Ungewöhnliches: Die rund 20 jungen Frauen des U18-Teams machten die Runde, sie drückten jedem einzelnen Zuschauer die Hand und bedankten sich für die Unterstützung.

Der Traum von der NLA

«Wir haben heute wirklich nicht so gut gespielt, aber dann haben wir über den Willen ins Spiel zurückgefunden», analysierte Captain Annina Sommer das Spiel. Seit dem Kindergarten ist sie fussballbegeistert und träumt davon, einmal in der Nationalliga A spielen zu dürfen. Nun wartet auf die Solothurnerinnen im Frühling die U18-Finalrunde. Ist das nächste Ziel der Schweizer-Meister-Titel? «Das wird ganz schwierig, ich denke nicht, dass wir eine grosse Chance haben. Aber versuchen werden wir es auf jeden Fall.»

Die Solothurner U18-Juniorinnen laufen unter dem Namen «Team SOFV», aber laut Vereinsnummer gehören sie zum FC Solothurn. «Wir sind eigenständig», erklärt Trainer Kaan Kahraman das System. «Wir werden durch die technische Leitung des Solothurner Fussballverbands unterstützt, finanzieren uns aber selber. Die Spielerinnen zahlen ihre Mitgliederbeiträge in eine eigenständige Kasse ein, wir bekommen die Kursbeiträge von Jugend+Sport und haben einige Matchballsponsoren.» Der FC Solothurn habe gar keine Verpflichtungen oder Rechte. «Wenn bei einem Transfer der neue Verein für eine Spielerin des Teams SOFV eine Ausbildungsentschädigung zahlen muss, geht das Geld an ihren Stammverein zurück.»

Das Geld fehlt

Nach der Auflösung des FFC Zuchwil 05 sind die Frauen der Region nicht mehr im Spitzenfussball vertreten. Das sei schade, meint Kaan Kahraman, aber er hat Verständnis: «Das Geld fehlt unseren Vereinen, um in der Nationalliga A mit den Grossklubs mithalten zu können. Einige meiner Spielerinnen werden sicher den Sprung zu YB, Basel oder Zürich schaffen. Die anderen werden zu ihren Stammvereinen zurückkehren und so das sportliche Niveau und den Stellenwert des Frauenfussballs in unserer Region aufwerten.»