Fussball
Die Frauen des SC Derendingen befinden sich in der Erfolgsspur

Nach dem Aufstieg in die NLB könnte Derendingen zur kantonalen Macht im Frauenfussball avancieren. Trainer Maurizio Sturzo will aber trotz starker Zuzüge noch nicht von der NLA sprechen, sondern sein Team zuerst in der NLB etabliert sehen.

Michael Schenk
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Haben viel Grund zur Freude: Die Derendingerinnen grüssen als Aufsteiger von der Tabellenspitze.

Haben viel Grund zur Freude: Die Derendingerinnen grüssen als Aufsteiger von der Tabellenspitze.

ZVG

Der Kanton Solothurn kennt fussballerisch goldene Zeiten – zumindest was den Frauenfussball anbelangt. 2007 holten sich die Kickerinnen des FFC Zuchwil den Meistertitel, 2004, 2006 und 2008 waren sie Vizemeister. 2005 und 2007 stand die Truppe im Uefa-Cup. Nach dem Abstieg 2011 folgte indes der völlige Zerfall. Im Dezember besagten Jahres war der Verein finanziell am Boden und wurde aufgelöst.

Die älteren Spielerinnen suchten neue Vereine, die jüngeren – sprich die U16- und U18-Equipe – werden seither vom Solothurner Fussballverband (SOFV) quasi der Not folgend ad interim geführt. Damit könnte nun bald Schluss sein. Nicht, weil wieder niemand mehr Lust hätte, sich um irgendwas zu kümmern, sondern weil sich in Derendingen eine Lösung anbahnt.

«Ja», sagt Maurizio Sturzo, Coach der ersten Damen-Equipe des SCD, «wir sind dabei, zu prüfen, ob wir die beiden Nachwuchsteams bei uns integrieren können.»

Und es sieht gut aus. Schliesslich ergäbe sich so eine ideale Leistungspyramide. Ende letzter Saison ist das A-Team der Wasserämterinnen nämlich mit Pauken und Trompeten in die NLB aufgestiegen. Fortan neu mit einem U18- und U16-Team wäre das Fundament für zukünftige Erfolge perfekt gelegt. Die Basis, um die Solothurner Farben allenfalls dereinst wieder in die NLA zurückzuführen.

Starke Zuzüge für die neue Saison

Von der höchsten Spielklasse will Maurizio Sturzo, der 46-jährige Einheimische, jedoch vorderhand noch nichts wissen. Nach dem triumphalen Durchmarsch in der 1. Liga, als man 19 Spiele gewann, zwei verlor und sich einmal unentschieden trennte, soll ab Meisterschaftsstart am 9. August vorerst die Bestätigung in der NLB folgen. «Der Ligaerhalt ist aber zweifellos das Minimalziel», sagt Sturzo.

Seine Frauen seien aber ambitioniert und verfolgten daher eher höhere Ziele. Die Aufstiegsrunde dürfte es nach dem Gusto der Spielerinnen darum schon sein. «Warten wir einmal die Vorrunde ab; dann werden wir sehen, wo wir stehen», sagt Sturzo. Punkto Transfers konnten sich die Derendingerinnen mit sieben Spielerinnen verstärken. Darunter mit Dana Scherrer und Jessica Hawker zwei, die zuletzt bei YB in der NLA unter Vertrag waren.

«Natürlich hochkaratige Zuzüge für uns», so der Coach. Was die Integration der Neuen angeht, macht sich der Coach keine Sorgen. «Nein, man kennt sich – so gross ist die Szene ja hierzulande nicht.»

Neu mit zwei Trainern

Was das Coaching angeht, erhält Maurizio Sturzo, der die Equipe im Verlauf der vergangenen vier Jahre von der 2. Liga in die NLB führte, ab dieser Saison Verstärkung. Urs Bachmann, der einst bei Biel in der NLB spielte und Derendingens 2.-Liga-Team der Männer coachte, wird neu Co-Trainer. Bachmann kam durch seine Tochter Anja, die beim SCD kickt, in Berührung mit dem Frauenfussball. Ein Mann, der zweifellos wertvolle Inputs auf Lager hat und neue Impulse geben kann.

Punkto Kosten ändert sich für den SCD in der NLB gegenüber der 1. Liga wenig. Auch in der dritthöchsten Spielklasse hatte man schon weite Wege. «Trotzdem», sagt Sturzo, «sind wir über jeden neuen Sponsor froh.»

Natürlich auch im Hinblick auf eine allfällige Erweiterung des Personalbestandes durch die Integration der ehemaligen U16 und U18 des FFC Zuchwil. Summa summarum: Die Frauen des SC Derendingen sind bereit, um auch in der NLB eine gute Falle zu machen.