Der Weg in den Playoff-Final war sowohl für die Tigers wie auch für Wiler-Ersigen, entgegen der Zahlen und Statistiken, kein Spaziergang.

Die Qualifikation

Beste Verteidigung (Langnau) gegen beste Offensive (Wiler-Ersigen). Erster gegen Zweiter. Die beiden Teams mit den meisten Siegen und den wenigsten Niederlagen. Nach Abschluss der Qualifikation waren die Positionen bezogen, die Kräfteverhältnisse klar. Die Langnauer spielten den besten Grunddurchgang ihrer Vereinsgeschichte. Sie hatten 20 Siege aneinandergereiht. Wiler litt zwar unter gelegentlichen Schwankungen, hat unter Trainer Schönbeck aber wieder ein stabiles Korsett.

Der Trainer-Eklat

Statt einer geordneten Vorbereitung auf die Playoffs, überschlugen sich im Januar bei den Tigers die Ereignisse: Trainer Markus Schneider stellte zwei Wochen vor Beginn der Playoffs sein Amt per sofort zur Verfügung. Er zog damit die Konsequenzen aus dem gefällten Entscheid der Vereinsführung, den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit ihm nicht zu verlängern. Der bisherige Assistent, Niklaus Engel, übernahm das Kommando.

Die Verletzungsseuche

Derweil plagte Wiler-Ersigen ganz andere Sorgen: Ein Virus und eine Reihe von Verletzungen störten den Betrieb beim achtfachen Meister empfindlich. Johan Schönbeck konnten zwischenzeitlich im Training die anwesenden Spieler an einer Hand abzählen. Während die Krankheitswelle abgeklungen ist, wirken die Blessuren bis heute nach. Die Hofbauer- und Garnier-Brüder, Markus Gerber und Nico Berlinger übernehmen ihre Rolle im Team. Den Rückstand, den sie sich eingehandelt haben, ist aber unübersehbar.

Der Halbfinal-Krimi

Wegen den internen Nebengeräuschen, nahmen sich die Langnauer ihren Schwung selbst. Nach einer wenig überzeugenden Viertelfinal-Serie gegen Rychenberg Winterthur, wurde den Tigern zu Beginn der Halbfinalserie von den Alligatoren aus Malans das Fell über die Ohren gezogen. Der 0:8-Heimschlappe folgte eine 4:5-Auswärtsniederlage. Mit dem Rücken zur Wand raufte sich die Mannschaft zusammen und schaffte die Wende. Für den Einzug ins Finale, waren allerdings sieben Spiele nötig.

Nachsitzen gegen GC

Überstunden musste im Halbfinal auch Wiler-Ersigen leisten. Im Unterschied zu den Langnauern verspielten die Grünweissen eine 2:0-Führung. Es drohte das Aus, ehe sie mit einer bemerkenswerten Willensleistung nicht keinen Schönheitspreis gewannen, aber die Finalqualifikation schafften.

Die Prognose

Die Ausgangslage ist offen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. In der Qualifikation waren den Langnauer ihrem Gegner in allen Belangen überlegen und siegten zweimal mit 8:3. Die Wiler werden sich nicht erneut vorführen lassen. Wahrscheinlicher ist, dass es zu einem Abnützungskampf kommt. Johan Schönbeck rechnet mit sieben Spielen. Eine lange Serie wünscht sich nicht nur der ehemalige Tiger-Trainer, sondern das ganze Unihockey-Emmental. Die Finalserie von 2009 ist vielen noch in bester Erinnerung. Auch damals fiel die Entscheidung erst im letzten Spiel, mit dem besseren Ende für Wiler-Ersigen.

Tipp: 4:3 für Wiler-Ersigen