Eishockey
Die Festspiele sind wieder eröffnet: Die NLB nimmt wieder Fahrt auf

Neun Teams kämpfen in der NLB um acht Playoff-Plätze – ganz vorne die «üblichen Verdächtigen» um Olten und Langenthal. Trotzdem gibt es neue Gesichter: Insgesamt 75 Spieler haben den Verein gewechselt.

Daniel Monnin
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Emotionen garantiert: Auch in dieser Saison dürften Partien wie Olten gegen Langenthal zum Leckerbissen werden.

Emotionen garantiert: Auch in dieser Saison dürften Partien wie Olten gegen Langenthal zum Leckerbissen werden.

KEYSTONE

Keine vier Monate nach dem (nach wie vor unverständlichen) Aus der Basel Sharks starten erstmals nur noch neun Teams in die NLB-Meisterschaft und machen in 48 Spielen die acht Playoff-Teilnehmer unter sich aus. Ein Zustand, der nicht anhalten kann, aber auch nicht durch die Aufhebung der NLB und die Schaffung einer «Super 1. Liga», wie sie der Westschweizer Regionalpräsident Jean-Marie Viaccoz vorschlug, korrigiert werden kann.

Die NLB ist weiterhin ein wichtiger Eckpfeiler im Profihockey, als Ausbildungsliga oder Sprungbrett für die NLA. Das unterstreichen all jene Klubs, die investiert haben, sei es in Infrastruktur – wie beispielsweise Olten mit dem Stadionumbau –, in eine neue Marketing-Offensive mit dem Ziel einer besseren regionalen Verankerung – wie etwa Hockey Thurgau, vormals ganz kommun HC Thurgau genannt – oder schlicht und einfach in neues Personal.

Fünf Teams im Favoritenkreis

Über 75 Spieler – oder anders formuliert drei komplette NLB-Mannschaften – haben sich verändert, manche gar zweimal, wie beispielsweise einige Basel-Sharks-Spieler oder Akteure, die nach einem Transfer in die NLA wieder in die NLB ausgelehnt werden. Die Karten aber sind nicht so richtig neu gemischt worden, zumindest nicht auf dem Papier. Die Favoriten auf die Playoff-Halbfinals und später eine mögliche Liga-Qualifikation sind die gleichen geblieben: B-Meister Visp, die SCL Tigers, Langenthal und Olten. Dazu dürfte sich – rein aufgrund einiger hochkarätiger Transfers – auch der HC La Chaux-de-Fonds gesellen. Das sind – im übrigen – auch die fünf Klubs, die sich für einen Aufstieg in die NLA «beworben» haben. Die Neuenburger holten mit Florian Blatter (Lugano) und Loïc Burkhalter (Biel) NLA- und internationale Erfahrung ins Team. Ein weiterer ex-Internationaler – Adrian Wichser – stürmt neu für Thurgau.

Meister Visp setzt neben der neuen Partnerschaft mit dem SC Bern – neu stürmen Marco Müller, Julian Schmutz (beide ex-Basel) sowie der U20-Internationale Luca Hischier für die Oberwalliser – auf Kontinuität.

Langenthal hat sich neben Erfahrung (Marco Schüpbach, Luca Triulzi) gemäss dem neuen Sportchef Noel Guyaz konsequent auf «junge hungrige Spieler» (Yannick Kaufmann, Anton Ranov, Mike Küng, Eric Arnold) ausgerichtet, während Olten sein Kader eher verkleinert und lediglich durch den NLA-erfahrenen Kanada-Schweizer Codey Burki ergänzt hat. Einen ähnlichen Weg wie der SC Langenthal geht Hockey Thurgau: Neben Erfahrung (Wichser) setzen die Thurgauer vor allem auf entwicklungsfähige Talente.

Ajoie mit Komplett-Erneuerung

Wie üblich haben die GCK Lions ihren Talentschuppen erneuert und mit einigen Elite-Junioren ergänzt, während der HC Ajoie, der letzte Saison die Playoffs verpasst hat, die halbe Mannschaft ausgewechselt hat: 13 Zuzügen stehen 14 Abgänge gegenüber. Ähnliches gilt für Red Ice Martigny, das gemäss seinem neuen schwedischen Sportdirektor Anders Olson (ex-Genève-Servette), aber nach wie vor unter russischer Leitung «kleinere Brötchen backen und sich vor allem besser regional verankern will.» Kurz vor Meisterschaftsbeginn haben die Walliser allerdings beim «Schlussverkauf» gehörig zugegriffen und ihr Kader erweitert.