Ausrüstung
Die Fellmütze gefällt der Curlerin Carmen Küng ganz besonders

Der «bünzligen» Feldbrunnerin Carmen Küng passt das Outfit des Swiss Olympic Teams. Das Fassen der Kleider in Luterbach war für Küng wie ein frühes Geburtstagsgeschenk. Sie hat sich auch schon einen Spitznamen für das Schweizer Team ausgedacht.

Michael Schenk
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Das Schweizer Kreuz steht Carmen Küng ausgezeichnet.

Das Schweizer Kreuz steht Carmen Küng ausgezeichnet.

msk

Wer Dienst in der Armee getan hat, hat das Prozedere schon erlebt. Mann und Frau trottet von Posten zu Posten und überall gibts Kleider, Schuhe und andere «nette» Accessoires. Mal hübscher, mal weniger sexy. Die Uniform symbolisiert die Zugehörigkeit zu einem Verband.

Die Schweizer Olympionikinnen und Olympioniken traten in dem Sinn in Luterbach an, um die Kleider zu fassen, die sie als Verbands-Mitglieder des Schweizer Olympia-Teams für Sotschi 2014 auszeichnen.

Keine Frage – die Freude unter all jenen, die da östlich der Emme im Wasseramt das Schweizer Kreuz auf ihren fotogenen Tenues fassen durften, war in der Totale massiv grösser als bei denen, die das jeweils im Zeughaus tun müssen.

Die, die den kürzesten Weg zur textilen Bescherung unter die Räder nehmen durfte, war Curling-Spielerin Carmen Küng. Feldbrunnen, der Wohnort der Olympia-Vierten von Vancouver 2010, ist nur einen Katzensprung vom Dorf Luterbach entfernt.

Schönes Geburtstagsgeschenk

Just auf ihren 36. Geburtstag hin, den Carmen Küng morgen feiert, durfte die diplomierte Pflegefachfrau einen Koffer voller «Geschenke» abholen. «Ich freue mich sehr, in diesen Kleidern als Teil des Schweizer Teams in Sotschi aufzutreten», sagt die Einheimische. Speziell ihr als Solothurnerin und bekennender Schweizerin gefiele die kräftig in Rot-Weiss gehaltene Kollektion super.

«Ich bin stolz, Schweizerin zu sein», sagt Carmen Küng. Auch wenn ihr Umfeld sie immer korrigiere, wenn sie das sage: «Es heisst dann, stolz kannst Du nicht darauf sein, weil Du ja nichts dafür kannst, dass Du Schweizerin bist – aber froh sein darüber kannst Du.»

«Die mit den Mützen»

Also dann: Die frohe Carmen Küng ist froh, Schweizerin zu sein, und froh, in den auf die Frau zugeschnittenen Dresses von hippen Produzenten wie Nike, Salomon oder Descente in Sotschi die helvetischen Farben zu vertreten. «Ich bin da der Bünzli-Typ», gibt Küng zu.

Rot-Weiss passe definitiv am besten für die Art Veranstaltung, wofür diese Kleider gedacht seien. Besonders angetan hat es ihr aber die stylische Fellmütze im Russen-Look mit Schweizer Kreuz. «Ich könnte mir vorstellen, dass diese Mütze das Markenzeichen von uns in Sotschi wird.» Ganz nach dem Slogan: «Die mit den Mützen.»

Bereit, zu verschenken

Das Ziel des Schweizer Frauen-Curling-Teams in Sotschi soll glänzen. Darin ist man sich nach dem bitteren vierten Rang vor vier Jahren in Vancouver sicher. Und – was zieht Carmen Küng zur Siegerehrung an? «Das steht alles in einem Büchlein, das wir auch mitbekommen haben – aber ich habe es noch nicht gelesen.» Kommt noch.

«Wegschmeissen werde ich von den Sachen ganz sicher nichts», sagt Carmen Küng zum Verwendungszweck der Kollektion nach den Spielen. Wie die meisten Olympioniken bewahrt sie zumindest einen Teil der Sachen auf. «Abgesehen davon bin ich offen, das eine oder andere Stück zu verschenken. Etwa an Junioren, die Freude daran haben.» Sie selber – und auch da ist Küng typisch Topsportler – trage die Sachen im Anschluss an die Spiele wenn, dann wohl eher noch dezent im privaten Bereich. «Ich will ja nicht bluffen.» Nun ja – Bescheidenheit ist bisweilen auch eine Schweizer Eigenschaft, die vom Bewusstsein eigener Stärke herrührt.