Eishockey

Die falschen Musiker in Zuchwil halfen dem EHCZ nicht zu einem Sieg

Die Fans des EHC Zuchwil waren mit Posaune, Tuba und Trommler und allem was zu einer Guggemusik dazugehört vor Ort, geholfen hat es wenig. Wie die Eishalle die 0:4-Niederlage von Zuchwil erlebte.

Es klingt noch nicht wie gewünscht. Doch die schiefen Töne stören keineswegs. Im Gegenteil. Bereits eine Stunde vor Anpfiff stimmt sich die «Sumpfgluggere-Clique» zusammen mit den «Tschaupis Biel» auf die Partie zwischen Zuchwil und Martigny ein.

Mit Posaune, Tuba und allem was zu einer Guggemusik dazugehört. «De Trömmeler chont ou no», versichert Fabian Zürcher, der die ganzen Stimmungsmacher organisiert hat. Sie alle sind nur aus einem Grund hier: Dem Zuchwil-Stürmer Marco Müller. Ihrer Nummer 66. «Als sein bester Freund ist ein solcher Aufwand natürlich Ehrensache», sagt Zürcher.

Deswegen sind die Bieler Guggenmusiker zum ersten und wahrscheinlich letzten Mal in der Zuchwiler Eishalle. Zwölf Stück an der Zahl. Fast alle in den Original-Tenues von Zuchwil Regio, welche EHCZ-Präsident Walter Ulrich dem sympathischen Grüppchen gesponsert hat.

Präsident klatscht mit

Der Präsident selber wippt hinter der Bank seiner Mannschaft hin und her. Ulrich rauft sich die Haare bei den Gegenstössen der Romands, klatscht bei guten Aktionen seiner Mannen. Zur Ruhe kommt er nie während eines solchen Spiels. «Irgendwann ist Endstation für jedes Team. Unsere wollte bisher einfach nicht kommen», freut sich der Lohner. Nach dem ersten Drittel sind die Solothurner immer noch auf bestem Weg, sich gegen die favorisierten Walliser zu behaupten. 0:0 – in einer offenen Partie.

Deutlich hitziger wirds im Mitteldrittel. «Hopp Zuchu», schreien die 1184 Zuschauer. Ulrich bleibt cool, beobachtet jeden Spielzug haargenau. Zuchwil drückt, erspielt sich Chance um Chance. Am Ende sind es aber die Gäste, die den Puck über die Torlinie schiessen. Ulrich blickt sofort zur Uhr – nur noch 58 Sekunden hätte das zweite Drittel gedauert. «Schade, dass die Konzentration fehlte. Aber hier ist noch nichts entschieden», sagt er kämpferisch.

Keine Enttäuschung

Rückblickend war dieses 1:0 leider der Anfang vom Ende. 0:4 hiess nach der Schlusssirene. Etwas zu hoch, aber letztlich verdient. Beim Präsidenten hält sich die Enttäuschung in Grenzen: «Ja, Martigny war heute einfach besser. Diese Niederlage wird mir nicht den Schlaf rauben.»

Nun müssen die Solothurner auf Schützenhilfe von Winterthur hoffen, die in Martigny antreten müssen. Dort werden die Zürcher klarer Aussenseiter sein. So es ist durchaus denkbar, dass die gestrige Affiche am Samstag ihre Reprise in Zuchwil finden wird. «Wer weiss, wer dann das Meisterrennen für sich entscheiden wird», blickt Ulrich voraus.

Im Lager der Berner Gastmusiker ists mittlerweile still geworden. Die festlich-geselligen Melodien sind einer trägen Ernüchterung gewichen. Am Ende waren es die «falschen» Gäste, nämlich die auf dem Eis, welche für die Musik sorgten.

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