Wenn sich Solothurnerinnen fürs Wettkampfschwimmen entscheiden, macht es offenbar in den meisten Fällen «Blupp» – und sie liegen auf dem Rücken. Allerdings liegen sie da nicht wie tote, sondern wie quicklebendige Fische im Wasser. An der Schweizer Sommermeisterschaft in Arbon standen erstmals überhaupt drei Solothurnerinnen gleichzeitig in einem A-Final. Carla Stampfli (4.), Sarah Zurflüh (3.) und Michelle Nemeth (8.) schafften es über 50 m Rücken alle unter die besten acht.

Mental sehr stark

Die Schnellste des Trios war die 15-jährige Zurflüh, die als Dritte ihre erste SM-Medaille gewann. «Ich habe mich mega gefreut, weil ich nie damit gerechnet hätte», sagt die Sport-Kantischülerin. Dabei sei ihr Rennen gar nicht ideal gewesen. «Ich bin links und rechts in die Leine geschwommen; habe also sicher mehr als 50 m zurückgelegt», erzählt sie. Trotzdem reichte es der ehrgeizigen Sportlerin, die von ihrer Trainerin Beni Schlup als mental sehr stark beschrieben wird, in 31,20 Sekunden zu Bronze.

Dabei schlug sie acht Hundertstel vor ihrer Teamkollegin und 28-fachen Schweizer Meisterin Carla Stampfli (siehe separaten Artikel) an. «Ich habe mich sehr für Sarah gefreut», sagt Stampfli. Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wir hätten es beide auf das Podest geschafft. Vielleicht kommt das noch.»

Fokus auf der Nachwuchs-SM

Das nächste Ziel von Zurflüh sind die Schweizer Nachwuchsmeisterschaften diesen Monat in Chiasso.
«Da möchte ich Podestplätze erreichen», sagt die Athletin vom SC Eichholz Gerlafingen. Ebenfalls Edelmetall peilt im Tessin Michelle Nemeth an. Die 15-jährige Bellacherin pulverisierte ihre 50-Meter-Rücken-Bestzeit in Arbon.

Mit 32,54 Sekunden war sie rund fünf Sekunden schneller als noch wenige Wochen zuvor in Spiez. Wie hat sie das gemacht? «Keine Ahnung. Eigentlich ist Rücken nach Crawl und Delphin nur meine dritte Lage», sagt die angehende Neuntklässlerin. Trainerin Beni Schlup meint: «Sie ist ein sensationelles Rennen geschwommen.»

Die Wand des Pools habe Glück gehabt, dass sie noch da sei, so schnell sei Michelle auf den letzten Metern angeflogen gekommen. Lohn ist der achte Rang und das erste Meisterschaftsdiplom. «Gut möglich», meint Michelle, «dass Rück jetzt meine zweite Lage wird.»

Die 33er-Zeit angestrebt

Noch einen Tick hinter ihren drei Kolleginnen zurück, aber dabei, das Loch flugs zu schliessen, ist Aurora Pierantozzi. Die 15-Jährige schwamm in Arbon mit 34,08 Sekunden über 50 m Rücken auf Rang 30. «Ich hatte schon mit einer 33er-Zeit gerechnet», sagt die Grenchnerin. Diese Marke will sie nun an der Nachwuchs-SM in Chiasso erreichen.

Aurora findet es «gut, dass wir so viele Rückenschwimmerimmen im Team sind.» Einerseits könne man sich gegenseitig anspornen und andererseits sei es manchmal gut, wenn man unmittelbar vor dem Rennen noch eine Teamkollegin zum Reden bei sich habe. Und bei so viel Rückenpower gibt es gewiss immer etwas zu besprechen - sogar stehend, sitzend oder auf dem Bauch liegend.