Erst vier Mal musste Solothurns Goalie Jeffrey Grosjean in den bisherigen neun Meisterschaftsspielen den Ball aus dem eigenen Netz holen. Mit diesem Wert ist er der aktuell beste Torhüter aller drei Erstliga-Gruppen. Am nächsten kommen ihm Münsingen und Mendrisio mit je doppelt so vielen Verlusttreffern. Diese persönliche Serie will Grosjean auch morgen Samstag gegen die U21 der Zürcher Grasshoppers fortsetzen.

«Ich befinde mich gegenwärtig in einer positiven Periode und bin in Form», sagt der Romand aus dem Berner Juradorf Orvin. «Eine derartige Serie hatte ich bisher noch nie, das ist einmalig in meiner fussballerischen Karriere. Speziell ist, dass ich gleich sechs Mal zu Null spielen konnte.» Nur vom Buochser Emanuele Guidotti, vom Black Stars-Stürmer Sidy Dieng und den beiden Luzernern Clirim Shabani und Ruben Vargas musste sich der 26-Jährige bezwingen lassen. Ganze sechs Mal konnte er also seinen Kasten rein halten. Mit diesem Rückhalt heisst die Maxime für ihn und seine Mannschaft «wir wollen gewinnen und nehmen Spiel für Spiel». Dies gilt erst recht für den morgigen zehnten Ernstkampf.

Diesen Lauf führt Grosjean auf die Tatsache zurück, dass die ganze Mannschaft gegenwärtig eine tolle Form ausspielt. Diese Erfolgswelle erachtet er zudem als grossen Verdienst des neuen Trainers Dariusz Skrzypczak: «Er arbeitet viel mit uns im Defensivbereich, dabei lerne ich viel und er schenkt uns grosses Vertrauen. Er spricht viel mit uns Spielern und das ist wichtig für unsere Abwehr.» Positiv empfindet Grosjean auch die Konkurrenz im Team. «Es zeigt, wie viel Qualität wir haben und personelle Umstellungen keine negativen Auswirkungen haben», bemerkt er.

Yakin-Elf ist der nächste Gegner

Entscheidende Faktoren im ganzen Gefüge sind für den gelernten Spengler/Sanitär die taktische Spielvorbereitung durch den Trainer und dessen fundierte Kenntnisse des Fussballs. «Skrzypczak schaut die Gegner sehr gut an, sagt uns, wie wir spielen sollen, denn er kennt deren Qualitäten und Schwächen sehr gut», so Grosjean. Wie gegen Luzerns Nachwuchs kommt deshalb der Vorbereitung auch gegen GC II grosse Bedeutung zu. «Gegen die U21-Mannschaften ist es immer komplizierter, weil sie technisch stark und vif sind», will Grosjean auch gegen die Zürcher gewinnen. Besonders weil der GC-Nachwuchs nur 13 Punkte aufweist und sich auf Rang 7 befindet, wird er eine echte Herausforderung für die Stadion-Elf.

Die Zürcher haben wie die Solothurner 25 Tore erzielt, aber auch 19 einkassieren müssen. Dazu kommt, dass die Blauweissen jetzt vom ehrgeizigen Hakan Yakin trainiert und mit ihm an der Seitenlinie nach der 1:2-Heimniederlage einen gefährlichen Gegner abgeben werden. «Wir müssen viel Geduld haben. Wenn wir pressen, kommen wir aber zu unseren Torchancen», gibt sich der FCS-Stammhüter zuversichtlich.

Nicht nur sportlich, sondern auch beruflich hegt Grosjean grosse Ambitionen und nimmt neue Herausforderungen an. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder, Innenverteidiger Waylon, der ebenfalls über eine Spengler- und Sanitärausbildung verfügt, tritt er nach seiner Lehr- und Wanderzeit mit zuletzt drei Jahren in einer grossen Bieler Firma auf den bevorstehenden Jahreswechsel in den Spenglerei- und Sanitärbetrieb seines Vaters Bertrand Grosjean in Orvin ein. Langweilig wird es Jeffrey Grosjean also keineswegs.