Etwas orientierungslos eilen Cason Hohmann und Bryce Gervais mit dem Smartphone in der Hand durch die Oltner Altstadt, das Café Suteria suchend. Schliesslich entschuldigen sie sich für ihre zweiminütige Verspätung. «Wir waren noch nie hier und haben uns etwas verlaufen», sagt Cason Hohmann und lacht. Sie bestellen beide ein Glas Wasser, um danach gut gelaunt über ihr Leben und ihren Wechsel zum EHC Olten zu erzählen:

Cason Hohmann und Bryce Gervais, wir haben vorgängig mit Ihrem Coach, Chris Bartolone, gesprochen. Was er besonders an Ihnen schätzt, ist, dass Sie die neue Herausforderung auch neben dem Eis annehmen und selbst Administratives selber erledigen wollen, wie etwa die Anmeldung auf der Gemeinde, der Eröffnung eines Bankkontos etc. Das ist ungewöhnlich.

Cason Hohmann: Ich denke, das gehört dazu. Man kriegt durch das Eishockey die Chance, in einem fremden Land zu leben, dann sollte man dies auch auf diese Weise zu schätzen wissen. Ich habe gelernt, dass man diese ungemütliche Büroarbeit zügig hinter sich bringen soll. Nimmt man das sofort in Angriff, macht es das Leben danach umso einfacher.

Bryce Gervais: Das sind auch meine Erfahrungen. Man lernt dabei viel über das Land und die Kultur kennen. Genauso wie die Sprache. Ich hoffe, dass ich während meines Aufenthalts etwas lernen kann.

Verstehen Sie bereits ein wenig Deutsch?

Gervais: Nein, noch nicht. Aber es ist ein Ziel von mir, dass ich Ende Saison zumindest einer Konversation auf Deutsch folgen kann und das Vokabular stetig verbessern kann.

Das dürfte schwierig werden. Die Eishockey-Sprache ist Englisch. Hören Sie oft Schweizerdeutsch in der Garderobe?

Gervais: Um ehrlich zu sein: Man kann nicht einmal erahnen, um welche Sprachen es sich handelt.

Hohmann: Ich habe überhaupt keine Ahnung. Gut, dass die Trainer zum Team Englisch sprechen (lacht).

Mit der deutschen Sprache bekunden Cason Hohmann (links) und Bryce Gervais noch Mühe.

   

Cason Hohmann, Sie haben vor erst drei Jahren mit Buffalos NHL-Jungstar Jack Eichel zusammengespielt. Kann man von einem Spieler seiner Klasse etwas profitieren?

Hohmann: Oh ja, natürlich – sehr viel sogar. Er ist einer der besten NHL-Spieler mit unglaublich viel Talent. Es macht sehr viel Spass, ihm zuzusehen und erst recht mit ihm zusammen spielen zu dürfen. Leider hatten wir in dieser Saison den NCAA-Final mit der Boston Universität verloren. Jack Eichel schloss die Saison mit über 70 Punkten in 40 Spielen ab, das ist total verrückt! (Anm.: Hohmann verbuchte 31 Punkte) Ich denke, Jack Eichel ist der wohl beste Eishockeyspieler, mit dem ich jemals zusammenspielen durfte.

Bryce Gervais, wem würden Sie die Auszeichnung als bester Mitspieler Ihrer Karriere geben?

Gervais: Ich hatte sehr viele talentierte Mitspieler. Spontan würde ich sagen: Alex Tuch. Ich spielte nur eine kurze Zeit mit ihm in der AHL bei den Chicago Wolves, bevor er von den Vegas Knights in die NHL beordert wurde. Aber es reichte, um zu sehen, dass er sehr spezielle Fähigkeiten hat.

Sie wählen nicht mal Devin Muller aus, mit dem Sie bereits früher zusammenspielten?

(beide lachen) Gervais: Er ist auch sehr talentiert.

Aber?

Gervais: Wir spielten 2010 bis 2012 bei den Salmon Arm Silverbacks bereits zusammen. Ich wusste, dass er eine Verbindung zur Schweiz hatte und als die Anfrage aus Olten kam, fragte ich ihn, ob er mir etwas über den Klub sagen könne. Er meinte etwas belustigt, ich dürfe da nicht hin, weil er schon da spiele.

Wie? Sie wussten nicht, dass er in Olten spielt?

Gervais: Nein, wirklich nicht. Ich hatte keine Ahnung (lacht).

Er ist also eine Bezugsperson von Ihnen hier in Olten?

Gervais: Ja, mit Sicherheit. Olten ist meine erste Station in Europa und dann jemanden bereits näher zu kennen, macht vieles einfacher. Wir pflegten schon damals einen sehr engen Kontakt. Er ist ein grossartiger Mensch. Er bekocht uns sogar hin und wieder mit einem guten Nachtessen – ein grosser Bonus (lacht)!

Sie können selber nicht Kochen?

Gervais: Ich kann es, aber es ist in nichts zu vergleichen mit Devins Künsten. Er ist ein sehr talentierter Koch.

Hohmann: Ich kann nur zustimmen. Ich durfte auch schon das eine oder andere Mal davon profitieren.

Bryce Gervais hat mit Devin Muller eine Bezugsperson in Olten.

    

Cason, Sie spielten mit aktuellen NHL-Spielern wie Jack Eichel, Matt Grzelcyk, Evan Rodrigues oder Matt Nieto. Macht das manchmal auch neidisch? Wünschten Sie oft, an ihrer Stelle zu sein?

Hohmann: Nun, ich lebe den Sommer über in Boston und verbringe mit diesen Jungs, die Sie erwähnen, viel Zeit. Wir absolvieren auch oft viele Sommertrainings zusammen. Es ist schön, ihre Laufbahn und ihren Erfolg zu sehen. Es wäre vermessen zu sagen, ich hätte niemals solche Gedanken gehabt. Natürlich denkt man darüber nach, wie es wäre, auch ihren Lifestyle zu haben. Auf der anderen Seite bin ich auch einfach nur dankbar, darf ich mein Hobby als Beruf ausüben.

Sie wurden in Texas geboren und wuchsen auch dort auf. Wie zum Teufel kommt man als Texaner zum Eishockey?

Hohmann: Das ist eine gute Frage, es klingt komisch (lacht). Nein, im Ernst: Ich habe als Kind alle Sportarten ausprobiert, viel Football, Baseball und Fussball gespielt. Aber ich hatte am meisten Spass an Eishockey. Ich lebte in Texas, bis ich 15 Jahre alt war. Meine Schule hatte grosse Eishockey-Talente und gewann sogar eine nationale Junioren-Meisterschaft – und so nahm das seinen Lauf. Wir hatten eine echt gute Truppe zusammen, von welcher auch einige den Sprung in die NHL geschafft haben wie etwa Seth Jones.

Sie, Bryce, stammen aus der kanadischen Provinz Saskatchewan – eine eishockeyverrückte Region.

Gervais: Ja, bei uns atmet man Eishockey, wir leben diesen Sport. Ich kenne kein Kind, das nicht schon mit zwei oder drei Jahren auf Schlittschuhen steht. Ich wusste schon bald, dass das meine grosse Passion werden sollte. Fast vor jedem Haus stand im Winter ein kleines Eisfeld, das war wunderbar.

Das dürfte in Texas etwas anders gewesen sein.

Hohmann: Oh ja, wir hatten nur ein Eisfeld in der Gegend, mussten zu diesem rund 45 Minuten hinfahren. Von den Spielen schon gar nicht zu sprechen: Da musste man oft mehrere Stunden Autofahrt investieren, um zum Gegner zu gelangen.

«Wir hatten nur ein Eisfeld in der Gegend», sagt Hohmann, der in Texas aufgewachsen ist.

    

Cason, Sie haben im Gegensatz zu Bryce bereits ein Jahr in Europa gespielt. Können Sie ihm im Alltag einige Ratschläge geben?

Hohmann: Es ist auch für mich vieles neu: Eine neue Stadt, ein neues Team, ja ein neues Land. Die Slowakei und die Schweiz haben nicht die gleiche Kultur und auch das Eishockey ist kaum zu vergleichen. Aber wenn man jemanden wie Bryce an der Seite hat, der das Abenteuer auch angenommen hat, fällt es einem einfacher.

Bryce, waren Sie vorher schon mal in Europa?

Gervais: Ich kam erstmals als 15-Jähriger nach Europa, spielte einige kleine Klubturniere in Tschechien oder auch in Russland. Ich kam dann als 17-Jähriger noch einmal für einige Wochen zurück, es hat mir gefallen.

Und Ihre Erfahrungen?

Gervais: Es gibt gewisse Sprachbarrieren. Aber auch hier sind die Eishockeyspieler sehr umgänglich. Selbst an einem Tisch, an dem nicht deine Sprache gesprochen wird, geben sie dir alle das Gefühl, dass du ein Teil der Konversation bist, da sie dir viel übersetzen. Das macht den Umgang sehr angenehm, wir schätzen das sehr.

Ist die Sprache der grösste Stolperstein im Alltag?

Gervais: Ich denke schon. Ich habe das Glück, dass ich auch Französisch verstehe und mich unterhalten kann. Meine Eltern schickten mich mit elf Jahren in eine französische Schule. Ich mochte es damals nicht, aber heute bin ich ihnen sehr dankbar dafür.

Sie gehören beide mit 1,75m zu den kleineren Eishockeyspielern. Hatten Sie in Ihrer Karriere manchmal gewünscht, Sie wären grösser?

Hohmann: Ich bin tatsächlich nicht der Grösste (lacht). Natürlich hat man solche Gedanken, wie die Karriere verlaufen würde, wenn ich 1,90m gross wäre. Vielleicht hätte ich andere Möglichkeiten bekommen. Aber ich habe längstens gelernt, damit klar zu kommen, man muss sein Bestes daraus machen und ich schätze es, so wie ich bin.

Gervais: Als ich jünger war, hatte ich vielleicht auch Gedanken, was wäre wenn. Aber ich hatte nie den Wunsch, grösser zu sein. Ich sehe es positiv, da ich schneller und wendiger bin als andere. Selbst die NHL geht in Richtung Schnelligkeit und Speed. Und das ist auch in der Swiss League der Fall, die Liga entspricht uns bestens.

Hohmann: Ganz ehrlich: Ich freue mich sogar, wenn der Gegner nur grosse Verteidiger hat. Man ist deutlich wendiger und schneller auf den Beinen. Dann denke ich mir beim Einspielen: Viel Glück bei den Versuchen, uns zu stoppen. Ihr werdet keine Chance haben! Aber klar: Es kann auch schmerzen, wenn man nicht genug schnell ist (schmunzelt).

Beide sind etwas kleiner, sie trumpfen viel mehr mit ihrer Schnelligkeit auf.

    

Wenn man eine Offerte von Olten bekommt. Was macht man da eigentlich zuerst? Googeln?

Gervais: Ich habe tatsächlich zuerst gegoogelt, Bilder der Stadt angesehen und mich schlaugemacht über den EHCO. Ich wusste, dass die Schweiz aufgrund der Regeln für Ausländer eines der härtesten Pflaster ist, um Unterschlupf zu finden. Umso glücklicher bin ich, hier zu sein, bei einem Team, das grosse Ziele verfolgt. Ich liebe es, in einem Gewinnerteam zu sein.

Cason, Sie waren letzte Saison in einem Gewinnerteam, sind mit Banska Bystrica slowakischer Meister geworden und waren Team-Topskorer.

Hohmann: Ja, die Slowakei hat eine ausgezeichnete Liga, das Niveau ist sehr hoch. Die Meisterschaft zu gewinnen war eine grossartige Erfahrung. Eine ganze Stadt über Wochen hinweg in Ausnahmezustand zu versetzen, war unbeschreiblich. Es wäre toll, würden wir das hier in Olten auch schaffen.

Was bei Ihnen sehr unüblich war: Sie unterschrieben sehr früh beim EHC Olten. Wie kam es dazu?

Hohmann: Es gibt eine lustige Geschichte dazu: Wir führten in der Best-of-7-Finalserie 3:0 und brauchten noch einen Sieg zum Titel. Ich hörte unmittelbar vor dem Spiel 4 für mich Musik in der Garderobe, konzentrierte mich auf die Partie, als plötzlich mein Smartphone schier explodierte vor lauter Nachrichten: Es ging offensichtlich etwas verfrüht raus, dass ich bereits in Olten unterschrieben hatte. Es kam, wie es kommen musste: Wir hatten die nächsten drei Spiele verloren, alle wurden vor dem Spiel 7 total nervös. Mir wurde vorgeworfen, ich hätte schon mental abgehängt, wäre mit dem Kopf bereits woanders. Was totaler Blödsinn war, denn was gibt es schöneres als Meister zu werden? Zum Glück konnten wir dann das Spiel 7 für uns entscheiden und alle waren wieder happy. Im Nachhinein muss ich darüber lachen.

Bryce, Sie hingegen haben lange zugewartet und erst spät in Olten unterschrieben.

Gervais: Mir kam in der AHL eine Rolle zuteil, die mir nicht entsprach. Ich war oft überzählig, obwohl ich gesund und einsatzfähig gewesen wäre oder hatte eine Viertlinienrolle inne, in der ich nicht glücklich wurde. Ich entschied mich dann, nach Europa zu gehen, um einen Schritt vorwärtszukommen in meiner Karriere.

Cason Hohmann will in der Schweiz einen Schritt vorwärts machen in seiner Karriere.

     

Können Sie Ihren Prozess beschreiben, bis Sie schliesslich unterschrieben haben? Wie viele Angebote aus Europa bekamen Sie, 10, 100?

Gervais: Ich hatte ursprünglich nicht den Plan, bereits jetzt nach Europa zu gehen. Doch dann rief mich mein Agent an und fragte mich: Was würdest du zur Schweiz sagen? Ich war zuerst völlig überrascht, sprach mit meinem Umfeld, die mich alle motivierten, den Schritt zu wagen. Der Prozess dauerte etwas länger, aber ich bin soweit glücklich, habe ich so entschieden.

Sie haben erst geheiratet. Was hat Ihre Frau zu Ihrem Europa-Transfer gemeint?

Gervais: Sie ist nebst meinen Eltern meine grösste Unterstützerin. Sie hat sich sehr für mich gefreut. Sie hat im Sinn, mich drei bis vier Mal für einige Wochen zu besuchen. Ich wollte sie nicht dazu drängen, sofort mit mir mitzukommen, zumal sie in der Versicherungsbranche einen guten Job hat, in dem sie aufblüht und den sie gerne macht.

Wie würden Sie sich als Person beschreiben?

Hohmann: Ich bin mein grösster Kritiker. Ich versuche stets, mein Bestes zu geben. Ich habe über all die Jahre gelernt, was es braucht, ein guter Mitspieler zu sein. Man muss auch zu sich selber ehrlich sein und die Rollen, die man zuteil bekommt, akzeptieren können. Ich hoffe, ich kann das auch dem Team hier in Olten weitergeben.

Gervais: Meine Eltern haben mir auf den Weg gegeben, dass man hart arbeiten muss, um seine Ziele zu erreichen. Das ist meine Einstellung: Arbeite härter als dein Nächster. Ich habe auch gelernt, nicht nur für dich selber zu spielen, sondern auch für den Klub, das Logo auf der Brust und deinen Namen, den du auf dem Rücken trägst. Es ist für mich sehr wichtig, mir als Mensch Respekt zu verdienen.

Und als Eishockeyspieler?

Gervais: Ich denke, ich habe eine gute Geschwindigkeit und mag es, den Abschluss zu suchen und Tore zu schiessen. Aber genauso will ich defensiv eine gute Rolle einnehmen. Das wird mein Augenmerk hier in Olten sein, da will ich mich am meisten verbessern. Es ist ein bisschen schwieriger mit dem grossen Eisfeld, man hat mehr Zeit und Platz, als ich mir das bislang gewohnt bin, aber ich konnte mich schon ziemlich gut anpassen.

«Ich mag es, den Abschluss zu suchen und Tore zu schiessen», sagt Bryce Gervais (hinten).

    

Cason, uns ist in den Testspielen aufgefallen, dass Sie selber vor dem Tor lieber noch den letzten Pass suchen. Schiessen Sie nicht gerne?

Hohmann (schmunzelt): Ja, Ich liebe es, das Spiel zu gestalten und die Scheibe schnell zu spielen. Aber Sie haben recht: Es ist sicher etwas, woran ich noch arbeiten muss. Ich sollte schneller den Abschluss suchen.

Von den Ausländern wird in der Swiss League schier Unmenschliches erwartet. Man erwartet Punkte am Laufmeter von ihnen.

Gervais: Ich weiss, dass viel von den Importspielern erwartet wird. Ich mag es grundsätzlich, der Typ zu sein, der vorangeht. Ich kann auch gut mit Druck umgehen und freue mich auf die Herausforderung.

Hohmann: Ich konnte mich in der vergangenen Saison in der Slowakei schon etwas an diese Situation herantasten, wobei dort acht Ausländer spielen können. Mit zwei Importspielern spitzt sich die Situation noch einmal zu. Ich werde hier in Olten eine ähnliche Rolle einnehmen wie in der Slowakei und ich habe sie gemocht.

Gervais: Es hilft auch, umgeben zu sein von grossartigen Schweizer Spielern. Mein Agent hatte mich informiert, dass dies in Olten der Fall sein wird. Und wir haben gerade offensiv sehr viel Qualitäten und ausgeglichene vier Linien, die alle für die Entscheidung sorgen können.

Was bedeutet Druck für Sie?

Gervais: Ich denke, der Druck ist da, jeden Tag konstant seine Leistung abrufen zu können. Mir wurde zum Beispiel gesagt, dass es Teams gibt, die hauptsächlich mit talentierten Nachwuchsspielern antreten. Es wird unsere Aufgabe sein, auch an diesen Tagen unser Level zu halten. Man kann es sich schlicht nicht leisten, an irgendwelchen Tagen abzuhängen. Wir werden jeden Tag unser Bestes geben müssen.

«Man kann es sich nicht leisten, abzuhängen», sagt Gervais.

   

Bryce, Sie haben einige Jahre in der AHL gespielt, eine Liga unter der NHL. Haben Sie dann mit dem Entscheid, nach Europa zu gehen, auch ein bisschen Ihren NHL-Traum begraben?

Gervais: Nein, das bleibt nach wie vor mein grosser Traum. So schnell lässt man sich nicht unterkriegen, ich werde nicht aufgeben, bis ich zurücktreten werde. Das ist mitunter ein anderer Grund, warum ich die Schweiz gewählt habe. Sie geniesst einen ausgezeichneten Ruf in der NHL. Man hat intakte Chancen, sich mit guten Leistungen in der Schweiz wieder bei NHL-Teams aufzudrängen.

Sie haben beide einen Universitätsabschluss. Stimmt Sie das für die Zeit nach dem Eishockey zuversichtlich?

Gervais: Ja natürlich. Mit Universitäts-Eishockey erwischt man zwei Fliegen auf einen Streich: Man hat eine Ausbildung und darf gleichzeitig seine Passion ausüben. Ich habe das Studium in Französisch und Sportmanagement abgeschlossen.

Hohmann: Ich kann nur zustimmen. Ich möchte mich nun auf das Eishockeyspielen konzentrieren, aber es beruhigt schon, zu wissen, dass man einen Plan hat. 

Bryce, es gibt eine lustige Anekdote über Sie, als Sie nach dem Wechsel gefragt haben, ob es sich lohnen würde, die Golfsachen mitzunehmen.

Gervais: Ja, das habe ich in der Tat gefragt. Ich liebe Golfen! Ich golfe jeden Tag zu Hause in den Sommermonaten. Meistens gehe ich dann morgens früh raus, trainiere hart, um bereit zu sein für die Saison. Und dann gehe ich nachmittags Golfen, und später relaxe ich auf dem See im Boot. Ja, ich liebe Golfen. Ich hoffe, ich komme hier noch dazu, bevor der Schnee kommt.
Hohmann: Ich golfe hin und wieder auch – das tun doch alle Eishockeyspieler (lacht). Aber ich bin nicht so ambitioniert wie Bryce. Ich game hin und wieder mit Freunden oder reise gerne. Ich hoffe, ich komme dazu, etwas die Schweiz zu sehen – ein unbeschreiblich schönes Land! Cédi Schneuwly hat mir bereits etwas die Stadt und die Umgebung gezeigt und ich war einmal in Zürich, das hat Spass gemacht.

Und sportlich? Was sind Ihre Traumszenarien in dieser Saison mit Olten?

Hohmann: Wir wollen den Titel nach Olten holen. Es macht einfach so viel Spass, Titel zu gewinnen, wie ich in der letzten Saison erleben konnte. Das schweisst im Team zusammen. Ich habe noch heute Kontakt zu den Spielern in der Slowakei, sie sind auch durch den Erfolg wie beste Freunde geworden. Man lernt sich durch den Erfolg einfach viel näher kennen. Diese Erlebnisse verbinden uns ein Leben lang.

Gervais: Ich möchte auch den Titel holen – und ehrlich gesagt reizt mich noch viel mehr der Aufstieg. Ich denke, wir können das mit dieser Truppe schaffen, was ich bis jetzt schon gesehen habe stimmt mich positiv. Wir haben gegen Lausanne gezeigt, dass wir überhaupt nicht weit von den NLA-Teams entfernt sind.