Fussball
«Die drei Siege waren sehr wichtig für die Moral» – für den FC Solothurn geht es wieder bergauf

Der FC Solothurn hat den verpassten Aufstieg aus der Vorsaison verarbeitet und kommt in der neuen Spielzeit allmählich auf Touren.

Raphael Wermelinger
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Nach zwei Niederlagen und zwei Unentschieden scheint es nun langsam wieder besser zu laufen für den FC Solothurn.

Nach zwei Niederlagen und zwei Unentschieden scheint es nun langsam wieder besser zu laufen für den FC Solothurn.

michelluethi.ch

Der August verlief für den FC Solothurn noch harzig. Mit zwei Niederlagen und zwei Unentschieden startete das Team von Trainer Dariusz Skrzypczak in die neue Erstliga-Saison. Resultate, die sich nicht mit den Vorstellungen des Aufstiegsaspiranten decken. Seit Anfang September kommen die Solothurner aber langsam in Fahrt. Der FCS feierte in der Meisterschaft drei Siege in Folge – 3:1 in Schötz, 2:0 daheim gegen Bassecourt sowie ein 2:0-Auswärtssieg am letzten Wochenende in Goldau.

Sportchef Hans-Peter Zaugg nennt zwei Hauptgründe für die schwachen Auftritte im August. Einerseits sei die grosse Anzahl an Ferienabwesenden in der Vorbereitung dafür verantwortlich: «Der Trainer konnte kein Testspiel mit der Mannschaft bestreiten, mit der er in die Saison starten wollte. Was natürlich schlechte Voraussetzungen für den Start sind.» Andererseits habe die vergangene Spielzeit, in der die Solothurner im letzten Moment den Aufstieg in die Promotion League verpasst haben, der Mannschaft mehr zugesetzt als erwartet. «Diese Saison ist ja fast nicht mehr zu toppen», sagt «Bidu» Zaugg. «Trotz drei Siegen in den vier Aufstiegsspielen hat es am Ende dennoch nicht gereicht für den Aufstieg. Das schlägt sich natürlich auf die Motivation der Spieler nieder.»

Den Anschluss schaffen

Die unnötige und auch unerwartete Niederlage beim Aufsteiger Zofingen im ersten Saisonspiel habe das Team noch zusätzlich verunsichert, sagt Zaugg. Im ersten Heimspiel gegen den GC-Nachwuchs schaute in der Folge nur ein 1:1 heraus. «Da kam schon eine gewisse Unruhe und auch Missstimmung auf in der Mannschaft», blickt er zurück. «Die drei Siege in den letzten drei Spielen waren deshalb sehr wichtig für die Moral.» Der Sportchef ist überzeugt, dass der FC Solothurn bis zur Winterpause den Anschluss an die Spitze schafft. Aktuell ist der FCS auf dem vierten Platz positioniert. Der Rückstand auf den Leader FC Black Stars beträgt acht Punkte, auf den zweitrangierten FC Biel sind es deren fünf.

Die Solothurner operieren praktisch mit dem gleichen Kader wie 2017/18. Der einzige Zuzug ist Altin Osmani, der vom Promotion-League-Klub FC Köniz kam. Zaugg kannte den 29-Jährigen bereits von seiner Zeit als Trainer beim FC Köniz und FC Biel. «Bis jetzt konnte er die Leistungen, die ich von ihm erwarte, noch nicht bringen», zeigt sich der Sportchef kritisch. Er erhofft sich in den nächsten Spielen eine deutliche Steigerung von seiner Nummer 12. «Er wird seine Qualitäten noch zeigen, da bin ich überzeugt», so Zaugg.

Den Nachwuchs fördern

Positiv verlief das Integrieren von eigenen Junioren ins Fanionteam. «Schon in der letzten Saison haben wir vier Spieler raufgeholt», führt Zaugg aus, «jetzt haben wir mit den Gerspacher-Zwillingen, Visar Aliu und Omer Hausic wieder vier Spieler mit 2000er-Jahrgang ins Kader aufgenommen.» Den Nachwuchs zu fördern, sei schliesslich auch die Philosophie des FC Solothurn. «Positiv ist, dass wir mit Dariusz auch über einen Trainer verfügen, der ihnen das Vertrauen schenkt und sie bei guten Trainingsleistungen auch einsetzt in der 1. Liga», ergänzt Zaugg. Dies sei überlebenswichtig für den FCS, der die Spieler nicht mit Geld anlocken kann wie der Grossteil der Ligakonkurrenten.

Das aktuelle 18-Mann-Kader besteht denn auch fast zur Hälfte aus Spielern, die eigentlich noch im Junioren-Alter sind, unterstreicht Zaugg. Diese müssen allerdings richtig geführt werden. Dafür braucht es die routinierten Spieler. Mit Raphael Koch und dem letztjährigen Captain Marc Du Buisson fehlten dem FCS in der ersten Phase der Saison zwei wichtige, erfahrene Leistungsträger. Auch deshalb kam das Team nur schwer in die Gänge. «Sie bringen die nötige Ruhe in die Mannschaft», weiss Zaugg. Koch kam am vergangenen Wochenende zu seinem ersten Teileinsatz in der neuen Saison, Du Buisson befindet sich nach seinem Auslandaufenthalt noch im Aufbautraining.

Buochs liegt dem FC Solothurn

Die nächste Aufgabe der Solothurner ist der SC Buochs am Samstag. Die Innerschweizer liegen mit drei Siegen sowie vier Niederlagen auf dem achten Tabellenrang. «Das ist sicher nicht der Start, den sie sich erhofft haben», sagt Hans-Peter Zaugg. «Buochs hatte in den letzten Jahren immer den Anspruch, in die Aufstiegsspiele zu kommen. Es wird kein einfaches Spiel.» Grundsätzlich sei der SC Buochs aber ein Gegner, der den Solothurnern liegt: «Sie spielen mit und wollen gewinnen. Das kommt uns entgegen.» In der aktuellen Verfassung – das Team habe auch bei den drei Siegen in Serie nicht restlos überzeugt – sei es zudem schon fast ein Vorteil, auswärts antreten zu können. «Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht verlieren. Ein Sieg wäre super.»