Der Lauf des SC Langenthal scheint endgültig vorbei zu sein. Nach zehn Siegen in elf Spielen verloren die Oberaargauer gestern zum zweiten Mal in Folge. Im Gegensatz zur Partie vom Freitag in Lausanne war es nicht einmal eine enge Sache. Das Heimteam musste praktisch das ganze Spiel über einem Rückstand hinterherlaufen. «Das kostet immer viel Energie», sagte SCL-Stürmer Thomas Walser.

Genau dieser Walser zündete mit seinem Anschlusstreffer zum 2:5 zehn Minuten vor Spielende noch einmal einen kleinen Hoffnungsfunken. Umso mehr, als Daniel Carbis drei Minuten später um ein weiteres Tor verkürzte. «Es ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt zwar einige Chancen, aber die Tore wollten einfach nicht fallen», so Walser.

Walliser kaum mehr Chancen als Langenthal

Aber Visp hatte an diesem Abend stets eine passende Antwort parat. Forget sorgte mit dem 3:6 wieder für klare Verhältnisse. Die Walliser hatten nicht mehr Chancen als die Langenthaler. Aber im Gegensatz zu den Gastgebern nutzten sie die sich bietenden Möglichkeiten kaltblütig aus. Dass die Oberaargauer Offensive gestern nicht in Schwung kam, lag vor allem an der ersten Linie. Das sonst so treffsichere Sturmtrio Kelly/Campbell/Tschannen blieb blass.

SCL-Topskorer Brent Kelly fiel einzig wegen seines gelben Helms auf. Sein kanadischer Landsmann Jeff Campbell konnte auch keine Akzente setzen. Einen rabenschwarzen Abend zog Stefan Tschannen ein. Kurz vor der zweiten Drittelspause bekam er wegen eines unfairen Checks zwei Minuten plus eine zehnminütige Disziplinarstrafe aufgebrummt. Tschannen konnte es kaum fassen und beschwerte sich lautstark bei Schiedsrichter Peer. Dieser kannte keine Gnade und setzte noch einen drauf: Eine weitere Disziplinarstrafe wegen Reklamieren. Der Abend des SCL-Captain war gelaufen.

Tschannen holte sich damit bereits 73 Strafminuten in dieser Saison. Er führt nun nicht nur die Wertung des besten Schweizer Skorers in der NLB an, sondern auch souverän jene des Strafenkönigs (19 Strafminuten Vorsprung). Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich nahe beieinander. Ob der SCL mit Tschannen im dritten Drittel noch einmal den Anschluss geschafft hätte, ist fraglich. Die Batterien schienen trotz der Mini-Aufholjagd langsam leer zu sein. «Die achttägige Spielpause kommt uns sicherlich gelegen», sagt auch Thomas Walser. «Wir hoffen, dass dann einige der verletzten Spieler wieder spielen können.» Gerade die Rückkehr von Noël Guyaz könnte wichtig sein. Der Routinier kann wieder mehr Ruhe in die Verteidigung bringen.