Swiss League
Die Attacke gegen den unersetzlichen EHCO-Verteidiger Anthony Rouiller

Beinahe hätte der EHC Olten in einer wegweisenden Woche auch noch auf Anthony Rouiller verzichten müssen. Doch nun schaut der beste Oltner Verteidiger positiv den drei intensiven Spielen gegen Ajoie, Visp und Langenthal entgegen.

Silvan Hartmann
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EHCO-Verteidiger Anthony Rouiller

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Die 55. Minute ist soeben angebrochen, als es am Samstagabend im Stadion Kleinholz plötzlich still wird: Oltens Verteidiger Anthony Rouiller windet sich vor Schmerzen auf dem Eis, nachdem der 24-jährige Ticino-Rockets-Stürmer Stefano Spinedi den Oltner mit einer fiesen Attacke gegen den Kopf von hinten niedergestreckt hatte.

Der frustrierte Tessiner kam für sein hässliches Foul in der Schlussphase des Spiels lediglich mit einer Zweiminutenstrafe wegen Behinderung davon, während man sich im weiten Rund die Frage stellte: Fällt mit Rouiller nun sogar auch noch der sechste Oltner Verteidiger aus? Ausgerechnet Anthony Rouiller – der Denker und Lenker der EHCO-Verteidigung?

EHCO-Verteidiger Anthony Rouiller

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Die Szene um den Bieler Verteidiger in EHCO-Diensten, die vom Verband nicht weiter verfolgt wird, hallt auch in der neuen Woche noch etwas nach, obwohl Anthony Rouiller nichts mehr anzumerken ist vom Zwischenfall. «Es geht mir gut. Ich habe keine Beschwerden und konnte gut trainieren», sagt er sichtlich erleichtert.

Das war nach dem Samstagsspiel noch anders: «Zuerst, unmittelbar nach der Szene, ging es mir noch recht gut auf der Spielerbank. Doch zu Hause musste ich dann sofort ins Bett. Am Sonntag blieb ich lange liegen, erholte mich gut und achtete darauf, dass ich mich nicht zu stark auf etwas konzentrieren musste», gibt Rouiller Einblicke in die Stunden nach dem Zwischenfall.

Platz 2 zurückerkämpfen

Bereits am Montag folgte nach dem geruhsamen Sonntag während des Morgentrainings ein erster Selbsttest: Keine Schmerzen, keine Schwindelanfälle, keine Konzentrationsprobleme.

«Ich hoffe, die Beschwerden setzen nicht verspätet wieder ein», bedenkt Rouiller im Hinblick auf eine intensive, wegweisende Woche für den EHC Olten.

EHCO-Verteidiger Anthony Rouiller

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Mit erfolgreichen Spielen gegen die Tabellennachbarn Ajoie, Visp und Langenthal könnte der drittplatzierte EHCO ein Ausrufezeichen unter den Top-5-Mannschaften setzen, sich womöglich vorentscheidend in der Top 3 etablieren, ja den zweiten Platz gegen Langenthal zurückerkämpfen.

Ohne Rouiller im Team wäre das Unterfangen in dieser Woche noch schwieriger geworden. Der zuverlässige Defensivkünstler, der das Aufbauspiel so exzellent beherrscht wie kaum ein anderer im Team, ist unersetzlich geworden.

Rouiller tritt in der eigenen Zone mit überzeugender Abgeklärtheit auf und setzt offensiv nicht nur Akzente, sondern prägt das Spiel entscheidend mit.

Auf seine Leistung angesprochen, muss er schmunzeln: «Ja, ich fühle mich wohl in dieser Mannschaft und erhalte viel Eiszeit. Aber zufrieden kann und will ich mit mir selber nie sein. Es geht immer besser», sagt er nimmersatt und beweist damit, dass nicht nur die Oltner Fans viel verlangen, sondern auch die Spieler selbst sich eine grosse Portion Druck auferlegen.

«Man muss angesichts der Ambitionen und Ziele hier in Olten damit umgehen können, sonst könnte man auch bei einem anderen Team spielen», sagt der 23-Jährige, der mit Biel sein NLA-Debüt im Alter von 16 Jahren in der Berner Postfinance-Arena gegeben hatte.

Rouiller hin oder her: Der EHCO scheint in der Defensive wieder etwas durchatmen zu können. Gestern absolvierte Tim Bucher nach seiner Fussverletzung wieder das Teamtraining.

Ob er bereits heute im TV-Spiel gegen Ajoie (19.45) zum Einsatz kommt, wird erst heute nach dem Warm-Up entschieden.