Mit 50 Jahren fünf Europameister- und fünf Weltmeistertitel im Hammerwerfen, ohne jemals eine Profi-Leichtathletikkarriere verfolgt zu haben: Connie Hodel hat das geschafft. Ende Oktober holte die Hägendorferin bei den World Masters Athletics (Senioren-WM) im brasilianischen Porto Alegre mit einer Weite von 51.35m ihren fünften Weltmeistertitel im Hammerwerfen. Der Schweizerrekord in dieser Disziplin, der in diesem Jahr von Nicole Zihlmann (Jahrgang 1986) aufgestellt wurde, liegt bei 61.54m.

Profikarriere war nie ein Thema

Seit über 20 Jahren nimmt Hodel, die früher Mehrkampf betrieb, in der Disziplin Hammerwerfen an nationalen sowie internationalen Wettkämpfen teil. Eine Profikarriere verfolgte die zweifache Mutter nie. «Ich war bereits 25, als ich mit dem Hammerwerfen begann und damals schon zu alt für die nationalen Kader. Die Verantwortlichen setzten auf die Jungen. Da hat sich die Diskussion zum Thema Profikarriere schnell erledigt», erklärt Hodel, die ihre Freiheiten als Hausfrau geniesst und gar nie Profi werden wollte.

Training aus eigener Erfahrung

Die Hägendorferin trainiert heute dreimal wöchentlich ihre Wurftechnik – notabene ohne Trainer. Nebenbei leitet sie die Frauenriege und spielt lizenzlos Volleyball. «Ich habe irgendwann einmal beschlossen, alleine zu trainieren. Und solange die Resultate stimmen, mache ich wohl nicht allzu viel falsch», lacht die 50-Jährige und ergänzt, «ich mag es, dass ich mir meine Trainingszeiten selber einteilen kann. Ich habe gelernt, auch einmal eine Woche ohne Sport auszukommen. Ich sehe das Hammerwerfen als ein Hobby. Es macht mir Spass, und solange die Leistung stimmt, höre ich auch nicht auf damit.»

«Athletinnen könnten meine Töchter sein»

Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die Hammerwerferin in der Schweiz heute noch bei den Meisterschaften der Aktiven teilnimmt. In diesem Jahr beendete Hodel die Schweizermeisterschaften auf dem hervorragenden fünften Rang. «Es ist schon speziell, denn die meisten Athletinnen könnten meine Töchter sein», sagt die ausgebildete Sekretärin zu ihren nationalen Erfolgen.

Ihr Mann ist Sponsor Nummer 1

Ein langfristiges Ziel der unermüdlichen Connie Hodel ist es, an den nächsten World Masters Athletics 2016 in Perth (AUS) teilzunehmen. «Wir hängen an solche Reisen dann oft noch ein Paar Tage Ferien dran. Es ist schön, sein sportliches Hobby mit dem Reisen verbinden zu können. Zum Glück habe ich einen so tollen Sponsor», lacht Hodel und spricht damit auf ihren Mann an, der sehr engagiert im Turnverband Hägendorf tätig ist.

Zuerst steht für die frischgebackene Weltmeisterin aber die Winter-EM in Budapest an, die am 24. März beginnt. Die ehrgeizige Athletin peilt auch dort Medaillenränge an und wäre «schon etwas enttäuscht», wenn sie ohne Medaille nach Hause käme.