EHC Olten
Devin Muller und der Kampf mit dem Affen auf dem Rücken

22-mal durfte Devin Muller in der vergangenen Saison im Dress des HC La Chaux-de-Fonds eines seiner Tore bejubeln. Damit war er hinter Stefan Tschannen (Langenthal/28 Tore) und Gian-Andrea Thöny (Winterthur/23) der Schweizer Spieler mit den drittmeisten Treffern auf NLB-Level. Der 25-Jährige schaffte in der letzten Saison den Durchbruch zum Leistungsträger.

Marcel Kuchta
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Mit vollem Einsatz: Devin Muller freut sich auf das Duell gegen seinen Ex-Klub La Chaux-de-Fonds.

Mit vollem Einsatz: Devin Muller freut sich auf das Duell gegen seinen Ex-Klub La Chaux-de-Fonds.

Freshfocus

Vier Jahre vorher war er als mehr oder weniger unbeschriebenes Blatt in die Uhrenstadt gekommen: «Ich war ein Lehrling.» Mit einem Jahr NLB-Erfahrung (bei Thurgau) und ohne ein Wort französisch zu können. «Ich habe nichts verstanden», erinnert sich Muller, der Sohn von ex-EHCO-Trainer Colin. Er kämpfte sich in der Hierarchie aber kontinuierlich nach oben. 5 Tore erzielte er in der ersten, 8 in der zweiten, 10 in der dritten und schliesslich die besagten 22 in seiner vierten Saison im HCC-Dress. Am Ende dieses Steigerungslaufs stand der Wechsel aus dem neuenburger Jura zum EHCO – als gestandener, ambitionierter NLB-Spieler.

Eine kleine Wette

Heute trifft er mit seinem neuen Arbeitgeber auf den Klub, der seine Karriere bisher am nachhaltigsten geprägt hat. Klar, ist es für Devin Muller eine «Rückkehr mit speziellen Gefühlen», wenn er die Patinoire des Mélèzes betreten wird. «Ich war noch nie in einer vergleichbaren Situation. Aber ich werde versuchen, so cool wie möglich zu bleiben», blickt er dem Rendez-vous mit seinen langjährigen Teamkollegen entgegen. Eine kleine Wette hat er auch am laufen – mit dem derzeit verletzten Verteidiger Patrick Zubler: der Verlierer zahlt dem Sieger ein Nachtessen.

Dass er selber nicht zum Portemonnaie greifen muss, kann Devin Muller entscheidend beeinflussen. Er gehört zu den Spielern, die in der EHCO-Offensive für die Musik sorgen sollen. Bisher hat das allerdings noch nicht ganz nach Wunsch geklappt. Der designierte «Atomsturm» der Oltner mit Muller sowie den beiden US-Amerikanern Tim Stapleton und Ryan Vesce ging mit Ausnahme von Vesces Siegtreffer in Visp bisher leer aus. Sowohl Muller als auch Stapleton warten nach drei Pflichtspielen auf den ersten Skorerpunkt. Was aber angesichts der makellosen Bilanz der Powermäuse mit drei Siegen bisher keine Rolle spielte. Trotzdem sehnt sich Devin Muller danach, dass «der Affe endlich vom Rücken verschwindet.» Auf englisch gibt es ein bekanntes Sprichwort, welches lautet: «To get the monkey off the back.» Es umschreibt das herbeigesehnte Ende einer Pechsträhne.

Devin Muller will gegen seinen alten Arbeitgeber Punkten.

Devin Muller will gegen seinen alten Arbeitgeber Punkten.

Andy Mueller/freshfocus

«Wir brauchen einfach mal ein Tor, damit sich der Knoten löst», ist der Flügelstürmer überzeugt, dass nicht viel fehlt, damit das Trio an die guten Leistungen der Vorbereitung anknüpfen kann. «Wir reden viel miteinander. Wir wissen, dass wir es können. Und ausserdem stehen ja noch eine Menge Spiele vor uns», zeigt sich Muller zuversichtlich und merkt an, dass es für ihn kaum einen besseren Zeitpunkt und Ort gäbe, um mit dem Tore schiessen zu beginnen, wie den heutigen Abend in der alten Heimat La Chaux-de-Fonds.

Sehr gut möglich, dass Muller dies mit einem neuen Mittelstürmer an seiner Seite versuchen muss. Stapletons Einsatz ist alles andere als gewiss. Seine Frau erwartet ein Kind. Sollte er zum zweiten Mal Vater werden, wird der Amerikaner nicht im Aufgebot stehen.