Fussball
Des einen Leid ist des anderen Freud: Die Wege trennen sich früh

Bellach bezwingt Italgrenchen mit 3:0 und bleibt ohne Punktverlust in der 2. Liga. Die Bellacher sind neben Subingen das einzige Team, das aus den ersten beiden Spielen das Punktemaximum herausholen konnte.

Hans Peter Schläfli
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Bellacher Spaziergang: Captain Alban Xhema setzt sich gegen eine Ital-Überzahl durch.

Bellacher Spaziergang: Captain Alban Xhema setzt sich gegen eine Ital-Überzahl durch.

Hans Peter Schläfli

Wie so oft, wenn sich zwei Mannschaften diszipliniert an die taktischen Vorgaben ihrer Trainer halten, entwickelt sich ein Spiel ohne grosse Höhepunkte. So auch zwischen Bellach und Italgrenchen. Die erste spektakuläre Szene ereignete sich erst in der 35. Minute, als Bellachs Goalie Samuel Willi sein ganzes Können auspacken musste, um einen Schuss von Valerio Fragapane abzuwehren.

Die Vorentscheidung folgte kurz darauf: Nach einer Serie von Missverständnissen in der Ital-Abwehr fiel der Ball Nicolas Oetterli vor die Füsse, der kaltblütig zum 1:0 einschoss. Eine Vorentscheidung deshalb, weil Italgrenchen kein Rezept fand, um auf den Rückstand zu reagieren. «Solange wir uns auf die Defensive konzentrieren können, klappt das, aber gegen vorne läuft dann nichts», analysierte am Ende Trainer Mirko Recchiuti, «sobald wir konstruktiv nach vorne spielen wollen, schwimmt unsere Abwehr.»

So konnte Bellach seine Stärke ausspielen und mit Kurzpässen kombinieren. In der 56. Minute wurde so Italgrenchen schwindlig gespielt und Büschi gelang das 2:0. In dieser Situation war Bellach in der komfortablen Situation, mit André Zimmermann noch einen Filigrantechniker einwechseln zu können. Konter um Konter rollte gegen das Ital-Tor und das 3:0 in der 81. Minute durch ebendiesen Zimmermann die logische Folge.

Kopfballduell zwischen Valerio Fragapane (Italgrenchen, links) und Srecko Kovacevic.
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Etienne Büschi (vorne), Bellachs Torschütze zum 2:0, lässt den Grenchner Riccardo Caroli hinter sich.
Der Bellacher Srecko Kovacevic (hinten) setzt den Grenchner Valerio Fragapane unter Druck.
Bellach (hinten Lulezim Ismaili) brachte nach Biberist auch Italgrenchen (Halil Sahin) zu Fall.

Kopfballduell zwischen Valerio Fragapane (Italgrenchen, links) und Srecko Kovacevic.

Hans Peter Schläfli

Tiralongos Pech

Ganz perfekt war die Vorstellung der Bellacher aber nicht. Bei Eckbällen hatten sie ihre liebe Mühe. So hätte Italgrenchen kurz vor dem 3:0 beinahe ins Spiel zurückgefunden und wer weiss, was passiert wäre, wenn Giuseppe Tiralongo mit seinem Kopfball nach einem Corner nicht an die Latte, sondern ins Netz zum 2:1 getroffen hätte. Schliesslich war aber der Bellacher Sieg absolut verdient und Trainer Slobodan Banjalic zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Spieler. «Wir haben heute den Ball mit direkten Zuspielen zirkulieren lassen, wie ich mir das vorstelle», lobte er seine Mannschaft. Ob man Bellach nun zu den Titelanwärtern zählen muss? «Wir möchten gerne vorne mitmischen, aber es besteht kein Erfolgszwang. Ein Rang unter den ersten vier ist unser Ziel.» Nach der Leistung vom Samstag ist dieses Ziel realistisch gewählt.

Bei Italgrenchen gibt es dagegen noch einiges zu tun, wie auch der Trainer sagt. «Wir haben etwas Routine verloren und junge Spieler nachgezogen. Das braucht seine Zeit, bis sich die neu geformte Mannschaft zu einer Einheit findet», sagte Trainer Mirko Recchiuti, «ich hoffe, dass wir vom Verein diese Zeit bekommen.»