Fussball
Derendingerinnen müssen Aufstiegs-Hoffnungen begraben

Mit mindestens zwei Toren Differenz mussten die Frauen des SC Derendingen gegen Lugano gewinnen, um noch eine Chance auf den Aufstieg in die NLA zu haben. Es kam anders.

Hans Peter Schläfli
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Die Derendingerinnen (vorne) verloren gegen Lugano 1:2.

Die Derendingerinnen (vorne) verloren gegen Lugano 1:2.

Hans Peter Schläfli/Archiv

Auch im fünften Aufstiegsspiel hatte Derendingen kein Glück. Nachdem Captain Andrea Vögeli den Münzwurf um die Seitenwahl verloren hatte, mussten die SCD-Frauen gegen den zu Beginn stürmischen Wind spielen. In der 5. Minute kam es nach einem dummen Ballverlust im Mittelfeld zu einem Freistoss für Lugano. Die grossgewachsene Cora Canetta verlängerte den Schuss mit dem Kopf und der Ball landete mit der Windunterstützung im hohen Eck hinter Goalie Tania Chassot. Die Aufgabe wurde fast unlösbar, als in der 12. Minute einer der vielen Ballverluste im zentralen Mittelfeld zu einem Konter führte. Valentina Bergamaschi war schneller als alle Derendingerinnen und es hiess 0:2.

Trainer Urs Bachmann hatte den Schwachpunkt erkannt und stellte um. Optisch wirkte Derendingen danach klar überlegen. Die Solothurnerinnen verpassten aber weitere gute Chancen und beinahe wäre den Tessinerinnen mit dem dritten Angriff das dritte Tor gelungen. Diesmal konnte Chassot gegen die alleine anstürmende Canetta mit einer Glanzparade Schlimmeres verhindern.

In der zweiten Halbzeit spielte nur noch Derendingen Fussball. Lugano praktizierte Catenaccio mit Spielverzögerungen durch theatralisches Simulieren von Verletzungen. Vögeli und Zahno dribbelten auf der linken Seite die Tessinerinnen schwindlig. Die Flanke kam auf Martina Grob, doch die brachte das Kunsstück fertig, mit ihrem Kopfball aus kürzester Distanz nur den Pfosten zu treffen. Damit war klar: Der süsse Traum der Derendingerinnen wird ein bitteres Ende nehmen.

Unfaires Verhalten Luganos

In der Coachingzone von Rapid Lugano wurden bereits 10 Minuten vor Schluss die mitgebrachten Bierflaschen geöffnet, dahinter rauchten zwei Ersatzspielerinnen. Das Schiedsrichtertrio tolerierte das unsportlich provokative und nach den Regeln verbotene Verhalten der Siegerinnen. Kurz vor Schluss sorgte dann Denise Marti mit dem 1:2 wenigstens noch für ein «Trostpflästerli» für den SCD. Trotz dieser unverdienten Niederlage dürfen die Derendingerinnen auf eine grandios erfolgreiche Saison zurückblicken. Als Aufsteigerinnen haben sie die Nationalliga B sensationell dominiert und die Aufstiegsspiele erreicht.

Der ganz grosse Traum ist nun geplatzt. Für einen Aufstieg in die Nationalliga A wären sie noch nicht reif und deshalb ist es vielleicht besser so. Absenzen von Leistungsträgerinnen konnten nicht kompensiert werden. «So wie es aussieht, wird das Team grösstenteils zusammenbleiben», blickt SCD-Trainer Bachmann in die Zukunft. «Wir werden versuchen, das Kader etwas zu verbreitern, damit Ausfälle weniger ins Gewicht fallen.» Es sieht gut aus, für eine weitere positive Saison in der NLB.

Wegen der Frauen-WM ist die Saison früh abgeschlossen. Derendingen darf nun aber noch an der Sommer-Challenge teilnehmen und darf in dieser Turnierserie gegen die grossen NLA-Teams antreten. «Da werden meine Spielerinnen viel lernen können», sagt Bachmann. Aber das Feiern vergessen die Derendingerinnen darüber nicht: «Jetzt werden wir versuchen, das letzte Spiel in Rapperswil-Jona zu gewinnen und dann machen wir ein grosses Fest», fuhr Bachmann fort.