Die SCL Tigers fielen aus der NLA bis auf Rang 7 in der NLB. Auf eigenem Eis gingen Spiele gegen Visp und Basel verloren, beide Teams waren zu diesem Zeitpunkt jeweils Tabellenschlusslicht. Die Tigers waren zum Selbstbedienungsladen der Liga geworden. Zuletzt siegten die Emmentaler zweimal hintereinander.

Sich selber unter Druck gesetzt

Noch auf dem Tiefpunkt der Talfahrt steckte die Mannschaft innerhalb von 28 Sekunden bei den GCK Lions gleich drei Gegentreffer ein und aus der 1:0-Führung wurde eine 1:3-Pleite die für nationale Beachtung sorgte.

Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass manche Spieler sich die NLB als eine zu einfache Aufgabe vorgestellt hatten. Tigers-Verteidiger Philipp Rytz: «Unterschätzt hatten wir die NLB nicht, wir rechneten nicht damit, dass wir stets mit 10:0-Toren durchkommen. Aber wir dachten nicht, dass es so schwierig wird.» Oft seien die Chancen da gewesen. Nach den Niederlagen habe man sich dann aber selbst unter Druck gesetzt. «Die erste Runde ist gespielt, es ging auf und ab, jetzt sind wir in der Liga angekommen. Und das Selbstvertrauen ist zurück.»

Hervorragende NLB-Teams

«Unabhängig in welcher Sportart, wer eine Liga tiefer geht, denkt im Unterbewusstsein, dass er dort Dinge probieren kann, die oben nicht gehen», bilanziert Tigers-Geschäftsführer Wolfgang Schickli. «Zum Beispiel ein Pass, der in der höheren Liga nicht ankommen würde.» Ausserdem treffe man in der NLB auf hervorragende Teams wie Langenthal und Olten, die über Jahre zusammengewachsen seien.

Mindestens 5500 Fans

«Gegen Langenthal dürfen wir uns nichts erlauben», blickt Philipp Rytz nach vorn. «Der letzte Match war sehr eng.» Auch rechne er mit einer guten Stimmung. «Es ist schön, dass uns die Fans trotz dem Abstieg unterstützen.» Der Vorverkauf weise auf eine Besucherzahl von 5500 oder mehr Besuchern hin, analysiert Wolfgang Schickli, der «ein spannendes Spiel von zwei motivierten Teams» erwartet. Die Tigers-Spieler seien nach der Abwärtsspirale sehr selbstkritisch geworden. «Jetzt wird mehr gekämpft. Wir wissen, dass keine einfachen Spiele kommen.»

Überraschender Trainerwechsel

Rytz sagt, dass der Trainerwechsel von Tomas Tamfal auf Bengt-Ake Gustafsson für das Team überraschend gekommen sei. Gustafsson wird den Tigers sicherlich zu vermitteln wissen, wie Tore geschossen werden (aktuell haben nur zwei Teams noch seltener getroffen). Immerhin gelang Gustafsson, der 1999 bis 2001 bereits Tigers-Trainer war, anno 2006 ein Novum: Unter seiner Führung als Schwedischer Nationaltrainer wurde sowohl das Olympische Eishockeyturnier in Turin wie später auch die WM in Riga gewonnen.

Eichmann überragend

Gegen das Bollwerk Langenthal dürfte die Tiger-Offensive aber auf hartes Brot stossen. Die Fangquote von Keeper Marc Eichmann ist auf mittlerweile rund 93 Prozent hochgeklettert. Auch entmutigt Langenthal die gegnerischen Sturmreihen mit einem für sie zermürbenden Gegentore-Schnitt von 1,7-Gegentreffern pro Spiel; die Tigers kassieren aktuell demgegenüber 2,8-Gegentore.