Eishockey
Der Zuchwiler Express geriet nur teilweise ins Stocken

Zuchwil Regio gewinnt bei Wiki mit 4:2 und geht im 1.-Liga-Playoff-Halbfinal mit 2:0-Siegen in Führung. Die Mannschaft von Trainer Stefan Gerber traf auf mehr Gegenwehr, als ihr lieb war.

Stefan Siegrist
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Keine Geschenke verteilt: Zuchwil’s Mauro Beccarelli (M) im Kampf um den Puck gegen Wiki’s Dario Walther l) und Thomas Wegmueller (r).

Keine Geschenke verteilt: Zuchwil’s Mauro Beccarelli (M) im Kampf um den Puck gegen Wiki’s Dario Walther l) und Thomas Wegmueller (r).

Marcel Bieri

Bereits in den beiden vergangenen Jahren trafen Wiki-Münsingen und Zuchwil Regio im Halbfinal aufeinander. Beide Male ging die Serie über fünf Partien. Aufseiten der Solothurner hat man sich auch in diesen Playoffs auf harte Woche eingestellt. «Wir sind uns bewusst, dass es eine knappe Serie wird», hatte Captain Pistolato am Samstag nach dem Auftakterfolg in der Verlängerung zu Protokoll gegeben.

Engagierte Berner

Pistolato sollte Recht behalten, die zweite Partie begannen die Berner spritzig, engagiert und sehr willig. Sie kamen zu den deutlich besseren Abschlüssen, waren mehr im Puckbesitz und bestimmten das Diktat. Aber zur ersten Pause führten die Gäste. Brönnimann setzte sich durch, passte mustergültig an die blaue Linie zu Schlup und dieser traf mit einem Hammer Bruchteile vor der Pausensirene zum 1:0.

Kraftreserven angezapft

Der Führungstreffer gab dem Team von Stefan Gerber Auftrieb. Dennoch konnten die Zuchwiler nicht verbergen, dass sie sich kaum die ganz guten Gelegenheiten erarbeiten konnten. In der 38. Minute erzielte Daniel Wegmüller den Ausgleich. Mit dem 1:1 ging es in die zweite Pause, das Duell war lanciert.

Schnell nach dem ersten Einwurf ging Wiki-Münsingen in Führung. Baumgartner traf, es war dies zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Aber es war noch nicht Schluss, die bisher zurückhaltenden Zuchwiler machten nun die entscheidenden Kräfte frei.

Reber mit dem Game-Winner

Vor allem die dritte Linie um Center Schlup und seine beiden Kampfflügel Born und Reber trumpften zusammen mit den Verteidigern Brönnimann und Dominic Lüthi gross auf. Zuerst glich Born in der 48. Minute zum 2:2 aus. Es war eine Erlösung für die Zuchwiler. Jetzt hatte sich das Geschehen gewendet, es schien, als ob Zuchwil erst ab jetzt so richtig Lust auf Playoff-Eishockey hatte. Die Entscheidung fiel in der 58. Minute, als Schlup mit einem Lob befreite und der unermüdliche Reber rann, als wäre er Forrest Gump. Schliesslich schlenzte er den Puck auch an Geissbühler vorbei zum 3:2. Die Halle war entsetzt, die Wiki-Fans trauten ihren Augen nicht. Als Brönnimann seine ganz starke Leistung mit dem Empty Netter noch krönte, war der zweite Erfolg besiegelt. Es war keine überzeugende Darbietung Zuchwils, aber im Playoff zählen die Siege, nichts anderes.