EHC Olten
Der Wohlfühlcoach des EHC Olten ganz in Churchills Sinn

Die Spieler essen, wohnen, feiern, lernen und arbeiten gar da. Die astoria gastronomie ag ist ein bisschen wie das Wohnzimmer des EHC Olten und Wirt Marius Studer «ein bisschen der Vater für die Spieler», wie Präsident Benvenuto Savoldelli sagt.

Michael Schenk
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Marius Studer über den Dächern Oltens - in Blickweite des Stadions Kleinholz.

Marius Studer über den Dächern Oltens - in Blickweite des Stadions Kleinholz.

Es war nach dem Skateathon am letzten Sonntag, als sich rund 70 Spieler und Staff-Mitglieder des EHC Olten samt Anhang im Restaurant Astoria zum spontan von Diego Schwarzenbach initiierten Fondue Chinoise gesellten. Romano Pargätzi und Pascal Krebs stellten Marius Studer, dem Inhaber der astoria gastronomie ag, dabei die Frage: «Schätzt der Klub eigentlich das, was Du alles für uns tust?» Studers Antwort: «Ich finde, ich bekomme von Euch so viel, ich habe nie das Gefühl, dass da etwas nicht aufgeht.» Besser kann man die wertvolle Partnerschaft von Studer und dem EHC Olten kaum auf den Punkt bringen.

Der 54-jährige Marius Studer ist mit seinem Unternehmen, das Restaurant, Bar, Hotel und Parkhaus beinhaltet, ein wichtiger Teil im Erfolgsmosaik des EHC Olten. Nicht allein seines «normalen» Sponsoringbeitrages wegen, der sich jährlich im fünfstelligen Bereich bewegt. Der In Olten aufgewachsene Gastronom, der früher mit seinem Vater oft im Kleinholz fante, sorgt dafür, dass sich die Spieler beim EHCO wohl fühlen. Nach jedem Heimspiel trifft sich das Team im Astoria zum — notabene ausgezeichneten – Essen. «Ich fühle mich wohl, um die Sportler und habe grossen Respekt vor ihrem Engagement», sagt Studer. Die Sportler ihrerseits fühlen sich sehr wohl bei ihm. Schliesslich, das hat schon Winston Churchil so gesagt, «soll man dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.»

Urban Leimbacher etwa, der langjährige und bald wieder aktuelle EHCO-Goalie, hat zeitweise gar zwei Halbtage pro Woche im Büro von Marius Studer gearbeitet. Später, als er bei den SCL Tigers unter Vertrag stand, kam er trotzdem noch regelmässig ins Astoria, um für seine Prüfungen als Betriebswirt zu lernen und zu essen. Im Laufe der Zeit ist Studer zu einer Art Mentor für Leimbacher gteworden. Wenn «Urbi» für seine Mutter einen guten Wein posten will, dann ist Studer Anlaufstelle Nummer 1. So ergeben sich zu vielen Spielern besondere Beziehungen.

Marty Sertch etwa, der aktuell zweitbeste EHCO-Skorer, isst praktisch nur Gnocchi mit Funghi. Als dem Amerikaner heuer am Dreikönigstag gegen Lausanne ein Hattrick gelang, kredenzte der Astoria-Chef Seritch dessen Leibgericht persönlich. «Obwohl», wie Studer sagt, «es bei uns nach 23 Uhr eigentlich keine Gnocchi Funghi mehr gibt.»

Chris Belanger dagegen, einst direkt vom Spengler-Cup nach Olten transferiert, verbachte jeweils die eisfreie Zeit in Studers Büro, spielte am PC Poker und genoss die Gespräche mit dem Chef. Wie Bélanger wohnen auch andere Kanadier und auswärtigen Spieler regelmässig im Astoria. So derzeit Paul DiPietro oder Derek Cormier. «Ein bisschen näher am Geschehen und den Spielern zu sein, als vielleicht andere, und dabei etwas Positives für den Klub zu tun, gibt mir ein gutes Gefühl», sagt Studer. Wobei er betont: «Gratis gibt es bei mir gar nichts.» Denn: Was gratis sei, das gehe vergessen. Insofern zahlt der Klub für Speis und Trank – freilich sind die Preise sehr moderat. «Für mich steht bei diesem Engagement nicht der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund», räumt Studer ein. Dafür umso mehr Herzblut. Allein, es gibt freilich durchaus eine wirtschaftliche Betrachtungsweise. Wenn Olten 3000 und mehr Fans an die Spiele ziehe, gehe in seinen Betrieben die Post ab, so Studer. Von ungefähr hat es dieser ja nicht geschafft, die Gesellschaft finanziell nicht mehr zu belasten, wie er sagt. Sprich der Mann, seine Frau und seine drei Kinder stehen auf finanziell gesunden Beinen. Ähnlich also, wie der EHC Olten auch.

«Die Entwicklung des EHC Olten», sagt Studer, «und die meines Unternehmens, das ich seit 15 Jahren betreibe, sind ähnlich verlaufen.» In der grössten Not, als der EHC Olten vor dem finanziellen Kollaps stand, war Studer 2004 zur Stelle und mobilisierte damals seine Lieferanten zum Mitmachen am Skateathon. Allein diese Aktion spülte 4500 Franken in die Kasse. Das sei so etwas wie der Anfang der Nähe zum Klub gewesen. «Ich sage nicht, ihr habt verloren also schaut, wo ihr etwas zu essen kriegt», so Studer. Schon eher ist es seine Art, dann, wenn es nicht läuft, da zu sein. Ideen, Gespräche, Nähe, Hilfe – all das lässt der Astoria-Wirt und seine Crew dem örtlichen Aushängeschild in Sachen Sport zukommen. Die positive sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des EHC Olten sind eine Art Dank. Eine Entwicklung, die wahrlich nicht zuletzt mit dem intakten Umfeld zu tun hat, für das auch Marius Studer sorgt. Weil wie gelernt: Man soll dem Leib ja Gutes bieten, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.