Engelberg-Schwinget
Der Vorjahressieger will in erster Linie Vertrauen gewinnen

Beim Engelberg-Schwinget vom kommenden Sonntag kehrt der Niederbipper Urs Hauri nach einer schweren Schulterprellung ins Wettkampfgeschehen zurück.

Adriana Gubler
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2013 machte Urs Hauri auf dem Engelberg kurzen Prozess mit Mathias Studinger und siegte nach 18 Sekunden.

2013 machte Urs Hauri auf dem Engelberg kurzen Prozess mit Mathias Studinger und siegte nach 18 Sekunden.

Markus Müller

Körperlich fit und geistig unbekümmert konnte der Niederbipper Rekrut Urs Hauri im vergangenen Jahr den Engelberg-Schwinget in Angriff nehmen. Diese idealen Voraussetzungen konnte der 22-Jährige optimal ausnutzen: Im Schlussgang bodigte er Lokalmatador Mathias Studinger mit Kurz- und Nachdrücken nach gerade mal 18 Sekunden und feierte den ersten Festsieg in seiner Karriere. «Ich hatte eine Heidenfreude. Bei diesem schönen Schwingfest gewinnen zu können, war grandios», erinnert sich der Landmaschinenmechaniker gerne zurück.

Heuer steht das urchige Schwingfest ob Dulliken für Hauri nun aber unter einem anderen Stern: Vor anderthalb Monaten zog er sich in einem Training eine schwere Schulterprellung zu, in der Folge lagerte sich Wasser im Gelenk ab. Für Hauri bedeutete dieser unglückliche Vorfall eine mehrwöchige Schwingpause. «Ich konnte in den letzten Wochen nur Laufeinheiten oder solche auf dem Fahrrad absolvieren. Kräftigungsübungen waren nicht möglich – Schwingen schon gar nicht», so Hauri. Wegen der Schulterprellung ist die Teilnahme von Hauri noch nicht zu hundert Prozent gesichert. «Wenn sich der Zustand nicht wieder verschlechtert, werde ich es am Sonntag probieren.»

«Habe ziemlich Respekt»

Klar, dass die Zielsetzung Titelverteidigung unter diesen Umständen zu hoch gegriffen ist. «Natürlich möchte ich den Festsieg gerne wiederholen. Aber das ist nicht wirklich realistisch», sagt der gebürtige Härkinger, der die Farben des SK Thal-Gäu vertritt. «In erster Linie will ich unfallfrei bleiben und nach Möglichkeiten sechs Gänge schwingen. Noch habe ich ziemlich Respekt vor einer erneuten Verletzung.»

Nicht nur der Festsieg auf dem Engelberg ist mit der unglücklichen Schulterverletzung für Urs Hauri in weite Ferne gerückt, sondern auch das ganz grosse Saison-Highlight namens Kilchberger Schwinget, ein Schwingfest mit eidgenössischem Charakter, das nur alle sechs Jahre stattfindet. «Dieser Zug ist für mich wohl abgefahren», bilanziert Hauri.

Schliesslich habe er die ersten Schwingfeste, die innerhalb der Nordwestschweizer Ausmarchung für die raren Kilchberger Tickets zählen, verpasst. Der talentierte Schwinger, der 2013 in Burgdorf mit einer ansehnlichen Leistung aufwartete, zeigt sich in dieser Situation als Kämpfernatur. «Ich werde alles daransetzen, um die Qualifikation doch noch zu schaffen.» Will heissen, dass Hauri beim Weissenstein-Schwinget und beim NWS-Teilverbandsfest vom 3. August in Zuchwil über sich hinauswachsen muss. Den ersten Schritt dazu kann er am Sonntag auf dem Engelberg machen, indem er das Vertrauen in seinen Körper und seine Fähigkeiten zurückgewinnt.