Von Fussball bis Tischtennis – Philipp Oeggerli versuchte sich während seiner Kindheit in diversen Sportarten. Beim Rudern blieb der Oltner schliesslich hängen. «Ich kam mit knapp zwölf Jahren über den Schulsport zum Rudern», erklärt der heute 25-Jährige. Ein Semester lang erhielt er einen Einblick in den Rudersport. Er sei zwar sofort begeistert gewesen, «aber dann wurde es wieder ruhiger», erinnert sich Oeggerli. «Zwei Jahre später schaute ich ein paar Mal im Training vom RC Aarburg vorbei.» Mittlerweile ist er seit über zehn Jahren dabei und auch im Vorstand.

«Wir hatten beim RC Aarburg in meiner Altersklasse ein cooles Team mit fünf, sechs gleichaltrigen Athleten. Da hat es mich einfach mitgerissen», blickt er zurück. «Wir haben uns gegenseitig immer mehr gepusht.» Wieso Rudern denn mehr Spass mache als Fussball? «Wir sind in der Natur auf dem Wasser, das alleine macht schon sehr viel aus», antwortet der gelernte Elektroinstallateur. «Man braucht alles beim Rudern: Bein-, Arm-, Rumpf- und Rückenmuskulatur. Ausdauer, Kraft und auch Geschicklichkeit. Das macht diese Sportart in meinen Augen so interessant.»

Zwischendurch ein Ablöscher

Anfang Juli feierte Philipp Oeggerli an den Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee seinen bisher grössten Erfolg: Er gewann die Silbermedaille im Leichtgewicht-Einer. Und dies, obwohl er sein Trainingspensum auf diese Saison hin reduziert hat. Auf 12 bis 14 Stunden pro Woche wie früher komme er heuer nicht mehr. «Zwischendurch hat man halt auch mal einen Ablöscher», sagt er. «Ich kann nicht immer nur im Boot sitzen. Deshalb trainiere ich momentan eher polysportiv. Ich bin häufig auf dem Velo und jogge viel.»

Oeggerli wollte in diesem Jahr zuerst gar keine Wettkämpfe bestreiten, nun werden es inklusive SM drei Starts sein. «Es ist krass, wie viel wir Ruderer trainieren. Das kann man mit kaum einem anderen Sport vergleichen», begründet er. Aufwand und Ertrag könnten unterschiedlicher nicht sein. «Als ich in der letzten Saison noch eine Weiterbildung gemacht habe, ging es langsam an die Substanz.»

Marathon, dann Triathlon

Trotz Platz zwei an den Schweizer Meisterschaften liebäugelt Oeggerli jetzt sogar mit einem Wechsel der Sportart: «Mein Ruderpensum wird sich in nächster Zeit wahrscheinlich noch mehr verringern», wägt er ab. «Schon in dieser Saison waren es nur 600 Trainingskilometer, was sehr wenig ist.» Die neue Passion des 25-Jährigen heisst Triathlon. So will er dieses Jahr noch am Short-Distance-Triathlon in Aarau und eventuell am Halbironman in Murten starten. Als Vorbereitung darauf will Oeggerli am Hallwilerseelauf «eine schnelle Halbmarathon-Zeit aufstellen» und in Luzern seinen ersten Marathon laufen.

«Dann schauen wir weiter», sagt er gelassen. «Im Herbst muss ich mir auf jeden Fall wieder neue Ziele setzen, sonst kann ich nicht Vollgas geben.» Ob seine Ambitionen eher beim Rudern oder beim Triathlon anzusiedeln sein werden, lässt Philipp Oeggerli offen. «Beim Rudern ist die Grenzerfahrung viel schlimmer», vergleicht er, «da gibt man sieben, acht Minuten sein Letztes. Nach den Rennen muss man mich fast tragen. Beim Triathlon ist die Intensität tiefer, dafür braucht es mehr Ausdauer. Der Aufwand ist etwa gleich gross.»