Fussball
Der verlorene Sohn des FC Solothurn kommt zu Besuch

In der 1. Liga Classic empfängt Solothurn den FC Grenchen mit Marc Du Buisson zum Derby. Der 20-jährige Student durchlief vor seinem Wechsel zu Grenchen sämtliche Ausbildungsstufen bei den Solothurnern.

Hans Peter Schläfli
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Das Trikot vom FC Solothurn hat Du Buisson seit dieser Saison gegen das des FC Grenchen eingetauscht.

Das Trikot vom FC Solothurn hat Du Buisson seit dieser Saison gegen das des FC Grenchen eingetauscht.

Marcel Bieri

Marc Du Buisson in Blau-Weiss. Dieser Anblick wird sich am Sonntag Nachmittag im Solothurner Stadion für manch einen Fan der Rot-Weissen wie ein Stich mitten ins Herz anfühlen. Erstmals tritt der Linksverteidiger mit dem Erzrivalen Grenchen gegen Solothurn an. Das Derby beginnt um 14.30 Uhr.

Zwei Drittel seines Lebens gehörte Marc Du Buisson zum FC Solothurn. Von den kleinsten Junioren bis in die 1. Mannschaft hat er alle Stationen in Rot-Weiss durchlaufen. «Als sich im Frühling der Umbruch abzuzeichnen begann, habe ich mir eine neue Herausforderung gesucht. Nach 13 Jahren war die Zeit reif dazu», erklärt der 20-jährige Student den Transfer zu Grenchen. «Es war schon etwas seltsam, als wir gleich im ersten Meisterschaftsspiel gegen Solothurn antreten mussten», sagt Du Buisson. Und am Sonntag dürfte es noch ein wenig heftiger werden, wenn er erstmals mit Blau-Weiss gegen Rot-Weiss antreten wird.

«Ich freue mich darauf, wieder ins Stadion zu kommen. Ich habe schon in Grenchen ein paar deftige Sprüche zu hören bekommen. Aber ich denke nicht, dass die FCS-Fans etwas gegen mich haben. Ich habe ja damals miterlebt, als Michi Hug oder Sandro Fleuti von Solothurn zu Grenchen wechselten. Ich weiss also etwa, worauf ich mich einstellen muss.» Von der jetzigen Mannschaft kenne er nicht mehr viele. «Mit den Nachwuchsspielern habe ich nie zusammengespielt.»

Kein Heimweh

«In Grenchen kann man sich besser auf den Fussball konzentrieren. Was daneben im Verein läuft, betrifft uns in der Mannschaft nicht besonders», beschreibt Du Buisson die Unterschiede. «Hier ist es bedeutend lockerer. In Solothurn gab es für alles strenge Verhaltensregeln. Nun habe ich mit Edvaldo Della Casa zum ersten Mal einen Trainer kennen gelernt, der die Musik lauter macht, wenn er in die Kabine kommt. Das gefällt mir wirklich gut, die Leute in Grenchen sind enthusiastisch und mit den neuen Kollegen macht es Spass.»

Auch sportlich läuft es gut «Wir sind vorne dabei, und wenn wir auswärts noch bessere Resultate holen, dann könnte es am Ende für die Aufstiegsspiele reichen.» Und der FC Solothurn? «Wir dürfen diese Mannschaft nicht unterschätzen», sagt Du Buisson, «wer das Gefühl hat, das werde leicht, wird gegen die talentierten Spieler verlieren.»

Der Traum von der Challenge League

Mit seinem Talent und erst 20 Jahren muss die 1. Liga nicht die Endstation bedeuten. «Es würde mich schon reizen, es einmal in der Challenge League zu versuchen», sagt Du Buisson. «Es liegt an mir, mich mit guten Leistungen zu empfehlen.» Als Student der Sportwissenschaften käme ein Halbprofivertrag natürlich gelegen, um die Ausbildung zu finanzieren.

Sein Vater Robert Du Buisson schaffte einst den Sprung vom FC Zuchwil aus der 3. Liga in die Nationalliga B beim FC Grenchen. Später wurde er unter Trainer Hanspeter Latour zur legendären Figur beim FC Solothurn. «Ich habe jetzt den umgekehrten Weg eingeschlagen», sagt Marc Du Buisson, «mein Vater unterstützt mich und wird immer hinter der Mannschaft stehen, bei der ich spiele.»