Der Uhrencup in Grenchen ist für Fortuna Düsseldorf Teil eines einwöchigen Trainingslagers in der Saisonvorbereitung. «Wir sind sehr froh und dankbar für die Einladung», sagt Manager Wolf Werner. Es ist das erste Mal, dass die Equipe aus der Metropolregion Rhein-Ruhr am legendären Turnier im Grenchner Stadion Brühl mit dabei ist.

Nach der klaren 0:3-Pleite zum Auftakt gegen den FC Basel trifft die Mannschaft von Coach Mike Büskens heute im zweiten Spiel (19.30) auf GC. Die Zürcher ihrerseits hatten das Startspiel gegen Roter Stern Belgrad knapp mit 0:1 verloren. Am Samstag testete Fortuna «off the Uhrencup» quasi gegen den Challenge-League-Vertreter aus Biel. Die Begegnung endete mit einem 4:2-Erfolg für den Favoriten aus Düsseldorf.

«Wir brauchen ab und zu auch etwas einfachere Gegner als Basel, damit die Jungs ihr Selbstvertrauen wieder aufpolieren können», sagt Manager Werner. Die 29 Mann also, davon fünf Amateure und sieben neue, die nächste Saison den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen sollen. «Ja, da wollen wir wieder hin», hält Werner fest.

Wunder von Bern spüren

Fortuna Düsseldorf stand im Verlauf der letzten Bundesliga-Saison nur ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz – in der allerletzten Sekunde nämlich. Erst in der finalen Runde wurde das Schicksal «2. Liga» besiegelt. Manager Wolf Werner: «So etwas ist mental enorm schwer zu verarbeiten.» Nicht zufällig logieren die deutschen Profis daher während ihres Uhrencup-Engagements in Spiez im legendären Hotel Belvédère. Da also, wo die deutsche Fussball-Nationalmannschaft während der WM 1954 gehaust und schliesslich das inzwischen verfilmte Wunder von Bern vollbracht hat. Der dritte Stock, wie damals vor 58 Jahren, soll auch den Fortunen «Fortune» bringen. Glück also. «Es ist unsere Absicht und Hoffnung, dass sich der Geist von damals auf uns abfärbt», hofft Werner. Er sei zwar der Einzige im Team, der anno 1954 live am Radio mit von der Partie war, aber «die Jungs wissen alle, worum es geht.»

Teambuilding in allen Elementen

Nebst zwei täglichen Trainingseinheiten, Trainingsspielen und Uhrencup steht für Düsseldorf während des Schweiz-Aufenthalts auch Teambuilding im Mittelpunkt. So tauchte man am Sonntag in die Adventure-Sport-Welt der Tourismus-Region Berner Oberland ein. Sei es feuchtfröhlich beim River Rafting oder luftig fidel beim Durch-die Baumwipfel-Balancieren, -Sausen, -Klettern und -Springen im Seilpark. Bleibt abzuwarten, ob der Team-Findungsprozess und der Geist von Bern anno 1954 für Fortuna Düsseldorf bereits im heutigen Spiel gegen GC Früchte trägt. Notabene ohne Marco Streller; dem wollte Manager Wolf Werner nach dem Match gegen Basel nämlich gleich die freie Stürmer-Stelle in seiner Truppe anbieten.