Handball ist ein torreicher Sport. Und je mehr Treffer in einer Sportart fallen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass eine Partie mit einem Unentschieden endet. Wie überall gibt es aber natürlich auch für diese Regel Ausnahmen. Eine davon ist genau die Affiche des kommenden Wochenendes, Solothurn gegen Altdorf. Denn in den vergangenen Jahren, während derer sich die beiden Teams insgesamt fünf Mal gegenüberstanden, endeten erstaunlicherweise gleich drei Begegnungen mit einem Remis. Doch die Statistik hat auch eine gute Nachricht für den TVS, denn aus den beiden anderen Spielen gingen die Solothurner jeweils als Sieger hervor.

Mal top, mal Flop

Doch solche Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen, nicht immer liegen Statistiken richtig. Wäre dem so, würden wohl kaum Wettanbieter wie Pilze aus dem Boden schiessen und die Briten wären ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung beraubt. Schon mancher nominelle Favorit ist über ein vermeintlich schwächeres Team gestolpert. Kommt dazu, dass der TV Solothurn in letzter Zeit selber nicht immer eine gute Falle gemacht hat.

Der Truppe von Trainer Marco Kurth mangelt es aktuell vor allem an Konstanz. Teils spielt die Mannschaft gross auf und legt eine Leichtigkeit an den Tag, die an die glorreiche letzte Saison erinnert. Und nur Minuten später – im gleichen Spiel – passt auf einmal gar nichts mehr zusammen. In heiklen Phasen einer Partie ist den Solothurnern die daraus resultierende Verunsicherung anzumerken.

Das Hinspiel als Beispiel

Doch auch der Gegner aus der Innerschweiz steckt momentan in einer schwierigen Phase. Altdorf hat die letzten vier Meisterschaftsspiele allesamt verloren. In 15 Partien haben die Urner überhaupt erst zwei Mal gewonnen und ist dadurch auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Doch es ist sehr eng da hinten. Lediglich drei Punkte trennen die letzten vier Teams. Für Altdorf zählt daher jeder Punkt, und die Innerschweizer werden bis zum Umfallen um jeden Zähler kämpfen.

Um die mentale Barriere zu lösen könnten sich die Solothurner noch einmal das Hinspiel der beiden Mannschaften anschauen. Obwohl es lange knapp war, brachte der TVS den erarbeiteten Vorsprung souverän über die Zeit, ohne dabei hektisch zu werden. Genau diese Ruhe könnte der Schlüssel zur Wende sein. Und das Hinspiel hat noch in einer Hinsicht Vorbildcharakter: es war eines der wenigen Spiele, in dem der TV Solothurn beide Halbzeiten gewinnen konnte.