NLB-Handball
Der TV Solothurn will die Hinrunde mit einem Erfolg gegen Siggenthal/Vom Stein Baden abschliessen

Noch ein Spiel, dann geht die NLB in die Winter- und Nationalmannschafts-Pause. In der letzten Runde vor Weihnachten trifft Solothurn auswärts auf Siggenthal. Der TVS will die Hinrunde mit einem Erfolg abschliessen.

Gaudenz Oetterli
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Der TV Solothurn will nochmals punkten.

Der TV Solothurn will nochmals punkten.

Alexander Wagner

«Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde!» So tönt es in William Shakespeares «König Heinrich der Fünfte» zu Beginn des dritten Aktes. Die erschöpfte Armee des englischen Königs steht vor den Toren von Harfleur in Frankreich und Heinrich V. peitscht seine Mannen ein weiteres Mal zur Höchstleistung an. Die folgenden martialischen und blutrünstigen Zeilen müssen an dieser Stelle nicht zwingend genannt werden. Aber der berühmte Anfangssatz zum Sturm auf die französische Stadt eignet sich durchaus als Metapher für die aktuelle Situation und das letzte Meisterschaftsspiel des TV Solothurn vor der Winterpause.

Das englische Heer, in diesem Fall die Truppe des TV Solothurn, hat ein strenges Programm hinter sich. Die Verluste, hier zum Glück nur Verletzte, haben die Mannschaft in der letzten Zeit geschwächt. Trotzdem steht noch eine wichtige Schlacht – metaphorisch für Meisterschaftsspiel – an. Und König Heinrich, in Solothurn besser bekannt als Marco Kurth, muss seine Truppe ein letztes Mal zu einer Grosstat mobilisieren, bevor sie sich eine längere Erholungspause verdient hat.

Zwei Teams mit starker Abwehr

Wie die Engländer bei Shakespeare kämpft der TVS kommenden Samstag auf fremdem Grund und Boden, namentlich in Baden. Gegner sind aber natürlich nicht die Franzosen, sondern die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden. Die Aargauer belegen zurzeit den elften Tabellenrang, mit einem Punkt Vorsprung auf Altdorf und deren fünf auf die punktgleich Letzten Stans und Steffisburg. Siggenthal ist eine Mannschaft, die sich ihre Punkte vor allem dank einer starken Defensive holen konnte, ähnlich wie das beim TV Solothurn der Fall ist. Die HSG zeigt aber jeweils im Angriff einige Schwächen, was auch der Grund ist, dass sich die Aargauer in der hinteren Hälfte der Tabelle wiederfinden.

Ausser im zweiten Spiel gegen die Lakers Stäfa, die schlecht in die Saison gestartet sind, konnte Siggenthal bisher nur gegen schlechter klassierte Teams punkten. Dennoch zeigte die Mannschaft in mehreren Spielen, dass sie gegen favorisierte Gegner durchaus mithalten kann. So verloren die Aargauer gegen den Tabellenzweiten Möhlin (17:21) und den unangefochtenen Leader RTV Basel (22:26) jeweils nur gerade mit vier Toren Unterschied, beide Male sogar auswärts. Die wenigen Gegentreffer gegen diese offensiv starken Teams zeigen, dass der TV Solothurn das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen kann.

Keine weiteren Leistungseinbrüche zulassen

Die Ambassadoren ihrerseits offenbarten in den letzten Spielen einige Schwächen gegen schlechter klassierte Teams. Gegen Stans liess man nach einer 11:2-Führung nach 15 Minuten zu, dass das Spiel noch hektisch und knapp wurde. Am Ende siegte der TVS lediglich mit 24:22. Und auch im letzten Spiel gegen die Pfadi Espoirs schafften es die Solothurner nicht, ihren Pausenvorsprung von drei Punkten über die Zeit zu bringen. Am Ende ging das Spiel 27:29 verloren. Diese beiden Leistungseinbrüche sind sicherlich der momentan dünnen Personaldecke aufgrund vieler Verletzungen auf entscheidenden Positionen geschuldet.

Umso mehr trifft für die anstehende Partie das eingangs erwähnte Shakespeare-Zitat zu: «Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde!» Danach ist Schluss, Pause für über einen Monat, und die Verletzten können genesen, die Angeschlagenen und Müden wieder Kräfte sammeln. Und wie war das doch mit dem Sturm auf Harfleur? Genau, die Engländer unter Heinrich dem Fünften haben die Stadt genommen!

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