Im Gegensatz zum ersten Spiel gegen Stans waren die Solothurner gegen Wädenswil/Horgen von Beginn weg bereit und konzentriert. Nach der ersten Abtastphase war es nach knapp zwei Minuten der TVS, der das erste Tor der Partie erzielte. Ab diesem Moment traten die Gäste auch dominant auf und das Spielgeschehen sah so aus, wie dies auf dem Papier erwartet werden konnte.

Der TV Solothurn spielte eine Angriffe geduldig und zielstrebig aus und erzielte nach und nach seine Treffer. Auf der Gegenseite zogen der Aufsteiger ein enorm hohes Tempo an und versuchte, die Solothurner Deckung mit dieser Geschwindigkeit zu überfahren.

Doch die stabile Deckung der Gäste liess sich nicht gross auf Eins-Gegen-Eins-Situationen ein und wartete ab bis das Heimteam tatsächlich den Abschluss suchte. So verpuffte das Tempo von Wädenswil/Horgen grösstenteils. Zudem verzeichnete die TVS-Verteidigung gleich mehrere Ballgewinne und schnell wuchs der Vorsprung auf vier Tore (8:4/13. Minute).

Sichere Führung zur Pause

Dennoch erstaunte es, wie sicher und variantenreich der Aufsteiger spielte. Das Team, das sich auf diese Saison hin aus dem Aufsteiger HC Wädenswil und dem letztjährigen Absteiger HC Horgen neu zusammensetzt, machte nur wenige technische Fehler und verlangte seinem Gegner alles ab.

Die Solothurner hingegen zeigten sich in der ersten Hälfte sehr abschlusssicher, was einige technische Mängel korrigieren konnte. Zudem erstarkte TVS-Hüter Taro Diethelm von Minute zu Minute. Stetig wuchs daher der Vorsprung der Gäste, bis auf fünf Tore kurz nach der 20. Spielminute.

Wie so oft bei einem sicheren Vorsprung geriet der TVS-Motor danach jedoch ins Stocken. Anstatt gleich weiterzuziehen stagnierte das Spiel der Aarestädter. Die Defensive liess leicht nach und konnte während rund acht Minuten vor der Halbzeit keine Bälle mehr festmachen. So blieb der Vorsprung bis zur Pause konstant, die Zürcher konnten sogar noch einen Treffer wettmachen, mit dem Skore von 12:16 ging es zum Pausentee.

Der Aufsteiger kommt auf

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel der Ambassadoren etwas fahrig. Im Angriff schlichen sich je länger je mehr Unsicherheiten ein. So verliess einige TVS-Akteure im Abschluss etwas der Mut. Aus aussichtsreichen Positionen suchte die Truppe von Trainer Marco Kurth nicht den Wurf, sondern passte noch einmal zur Seite.

Oft folgte auf dies Zeitspiel und die Solothurner mussten dann aus weniger guten Gelegenheiten den Abschluss nehmen. Klar natürlich, dass dadurch auch der Zürcher Torhüter mehr Bälle hielt. Auf der Gegenseite jedoch hatte der TVS in Person von Taro Diethelm einen noch stärkeren Keeper, der genau in den wichtigsten Momenten mit Big Saves aufwartete.

Dank ihrem Torwarte konnten die Gäste so noch einmal auf fünf Tore wegziehen (50. Minute). Danach folgte jedoch schon die fast obligate Schlussnervosität des TV Solothurn. Wie schon gegen Stans gaben die Aarestädter Tor um Tor ihres Vorsprungs Preis. Mit unnötigen Zweiminutenstrafen, nachlässiger Deckung und ideenlosem Angriff machte man dem Gegner noch einmal Mut, so dass in der 54. Minute nur noch ein Treffer die beiden Teams trennte.

Dies war der richtige Moment für ein Timeout. Und wie so oft konnte der Lauf des Gegners damit gebrochen werden und die Solothurner fingen sich wieder. In dieser wichtigen Phase hielt auch der zweite Hüter des TVS, Rados Dukanovic, einen Penalty. Als Solothurn im Gegenzug auf drei Tore Differenz erhöhte, war der Mist gekarrt. Sicher spielte der TVS danach die letzten Minuten runter und feierte seinen ersten Saisonsieg.