Handball
Der TV Solothurn peilt den direkten Wiederaufstieg in die NLB an

Nach dem Abstieg in die 1. Liga haben die Verantwortlichen des TV Solothurn die nötigen Schlüsse gezogen. Vor allem über die Athletik, an der es in der vergangenen Saison mangelte, soll das Ziel des direkten Wiederaufstiegs ermöglichen.

Cedric Heer
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Das Team des TV Solothurn sieht den Abstieg als Chance.

Das Team des TV Solothurn sieht den Abstieg als Chance.

Roshan Adhihetty/ZVG

Als Chance sehen die Verantwortlichen des TV Solothurn den Abstieg in die 1. Liga. «Der Verein und die Spieler waren nicht bereit, den Aufwand zu betreiben, den es für die NLB gebraucht hätte», bringt es Geschäftsführer Stefan Blaser auf den Punkt.

Trainer Matthias Heger will aus den Fehlern der letzten Saison lernen, und sieht den Abstieg deshalb als Vorteil für die langfristige Entwicklung des Vereins: «Wir waren nicht spielerisch unterlegen, sondern körperlich nicht bereit. Daraus haben wir die nötigen Schlüsse gezogen.»

«Banale» Massnahmen

Deshalb hat man beim TVS in der Vorbereitung vermehrt ein Augenmerk auf die physische Entwicklung gelegt. Als banal bezeichnet Heger einige Massnahmen, die aber gleichermassen fundamental sind: «Angefangen damit, dass man während des Trainings isotonische Getränke zu sich nimmt und sich nach dem Spiel kein Bier mehr gönnt.»

Wichtig sei das Bewusstsein für die richtige Ernährung und den Umgang damit. Vor allem für die älteren Spieler war die Beratung eine Erleuchtung. «Sie haben gemerkt, dass man bereits mit kleinen Veränderungen viel mehr aus sich rausholen kann.», sagt Heger.

Zusammenarbeit mit Bern Muri

Dieses Umdenken in der Mannschaft soll der Schlüssel zum direkten Wiederaufstieg sein. Mithilfe der Zusammenarbeit mit dem BSV Bern Muri will man sich langfristig in der NLB etablieren, was sich auch in der Vorbereitung auf die neue Saison hin zeigt. «Da wir in der Führungsetage neu aufgestellt sind, konnten wir auch dem Trainer die nötigen Möglichkeiten geben, um professionell zu trainieren», erklärt Blaser.

Als Beispiele dafür nennt er die Beratung durch Ernährungs-und Mentaltrainer, das Trainingslager in Serbien und die Vielzahl an Leistungstests.

Das Teamgefüge stimmt

Dass die Veränderung auch von den Spielern wahrgenommen wird, bestätigt Kaspar Arn: «Die Einstellung und das Engagement der Leute ist sehr professionell. Man merkt keinen grossen Unterschied zu Bern. Durch die professionelle Beratung haben wir in der Athletik enorme Fortschritte erzielt und sind nun auch motiviert, spielerische Fortschritte zu machen.» Der 20-jährige Rückraumspieler, der bereits fünf NLA-Partien für den BSV absolviert hat, lobt besonders das Engagement von Trainer Heger: «Wir alle wissen nicht, wie er die Leidenschaft für den Verein mit seinem Beruf unter einen Hut bringt.»

Arn ist einer von vielen jungen Spielern, der auf diese Saison hin im Kader der Ambassadorenstädter steht. «Es hat einen Jahrgangswechsel gegeben», sagt Heger. Die jungen Spieler sind auch der Grund, weshalb einige ältere Spieler eine Art zweiten Frühling durchleben: «Die Jungen machen den Älteren Druck, das hatten wir in der letzten Saison noch nicht», freut sich Heger.

Attraktives Spiel als Schlüssel

Auf die Frage, wie der Aufstieg spielerisch erreicht werden soll, gibt es nur eine Antwort: «Wir wollen attraktiv spielen», so Heger stellvertretend. Man spricht beim TVS von dynamischem Handball, bei dem es viele Tore geben und auf Tempo gespielt wird. So sollen auch wieder vermehrt Zuschauer ins CIS gelockt werden. Eine erste Bewährungsprobe erfolgt bereits heute Abend, wenn der TVS im Schweizer Cup zu Hause um 20.30 Uhr den TV Appenzell empfängt.