Handball
Der TV Solothurn muss die Aufstiegsparty verschieben

Solothurn unterliegt in der Finalrunde der 1. Liga Pilatus mit 25:31. Im letzten Spiel, auswärts gegen Wädenswil, benötigen die Solothurner nun mindestens einen Punkt um den angestrebten Aufstieg sicher zu schaffen.

Cedric Heer und Daniel Weissenbrunner
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Konsterniert: Die Solothurner fanden gegen Pilatus nie zu ihremgewohnten Spiel und müssen nun wieder um den Aufstieg zittern.

Konsterniert: Die Solothurner fanden gegen Pilatus nie zu ihremgewohnten Spiel und müssen nun wieder um den Aufstieg zittern.

Marcel Bieri

Es war alles angerichtet: Die CIS-Halle endlich wieder einmal prall gefüllt. Die Zuschauer in Festlaune, die Mannschaft mit Tunnelblick und einem einfachen Auftrag ausgestattet. Die Rückkehr in Nationalliga B vorzeitig sicherzustellen. Ein Unentschieden zum Erreichen dieses Ziels hätte gereicht. Und dann das: Matthias Heger schlenderte Gedanken versunken hinter der Spielerbank hin und her. Die zweite Halbzeit hatte eben erst begonnen.

Der Solothurner Trainer unterhielt sich mit Teamchef Daniel Schild. Er befand sich auf der Suche nach einem Plan, nach einem Geistesblitz, wie die Abwehr der Innerschweizer zu knacken wäre und um gleichzeitig die eigene Defensive zu stabilisieren. Für einmal fand Heger kein Rezept. Mit einem einfachen Kniff nahm ihm Gäste-Trainer Andreas Gubler den Wind aus den Segeln. Tim Weber erhielt einen persönlichen Bodyguard zugeteilt. Der Geleitschutz für den Topskorer war der entscheidende Schachzug.

Erste Chance für den Aufstieg vergeben: Im ersten Moment war die Enttäuschung riesig.
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Konsterniert verlassen die Rotweissen nach der Partie die Halle.
Den Solothurnern steht die Enttäuschung nach der Niederlage gegen Pilatus ins Gesicht geschrieben.
Bei der Heimmannschaft kam nach der Niederlage verständlicherweise Frust auf.

Erste Chance für den Aufstieg vergeben: Im ersten Moment war die Enttäuschung riesig.

Marcel Bieri

Fatale Minuten vor der Pause

Die Solothurner fanden gestern nie ihren Rhythmus. Sie leisteten sich unerklärliche Schwächen im Passspiel, wirkten ungewohnt nervös und im Abschluss erlitt die Mannschaft Schiffbruch. Allein acht Fehlversuche waren zwischen der 20. und 30. Minute zu notieren. «Das waren die schlechtesten Minuten der Saison», sagt TVS-Captain Wassmer. Es war die Phase, in der Pilatus die entscheidende Differenz legte. Die Innerschweizer verwandelten einen 8:9-Rückstand in eine 18:12-Pausenführung.

«Wir spielten wie das Mäuschen, dass vor der Schlange wegläuft. Wir agierten nicht wie gewohnt, wobei Pilatus in den ersten Hälfte auch den Tag der Tage erwischte», resümierte Matthias Heger. «Danach haben wir die Köpfe hangengelassen.» Er rätselte, warum sein Spieler für einmal nicht ihr Leistungsvermögen abrufen konnten. «Wir konnten mit der Spielweise des Gegners nicht umgehen, dazu kam, dass der Torhüter einen Supertag erwischte.»

Enges Aufstiegsrennen

Eines musste den Solothurnern dennoch angerechnet werden. Sie gaben nie auf und versuchten den Anschluss nochmals herzustellen, was beinahe gelang. In der Schlussphase kam kurzzeitig nochmals Spannung auf, als der Vorsprung von Pilatus bis auf zwei Tore zusammenschmolz. Zu mehr reichte es gestern nicht. Entsprechend zufrieden war Andreas Gubler. Nach der überraschenden Niederlage zuletzt gegen Einsiedeln, ist seine Mannschaft wieder zurück im Geschäft. «Wir wussten, dass wir nicht nur reagieren dürfen. Daher wollten wir die Achse um Tim Weber früh unterbinden», so der Pilatus-Coach.

Die Ausgangslage vor der letzten Runde ist hochbrisant. Es befinden sich neben den meistgenannten Favoriten Solothurn und Pilatus auch Wädenswil und West noch im Aufstiegsrennen. Damit die Mannschaft von Matthias Heger die Feier am Samstag nachholen kann, benötigt sie am rechten Zürichseeufer mindestens einen Punkt. «Auch wenn wir einen Dämpfer erlitten haben. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden.»

TV Solothurn - Pilatus 25:31 (12:18)

CIS. – 550 Zuschauer. – SR Brunner, Salah. – Torfolge: 1:2, 2:3, 4:3, 7:5, 8:7, 9:8, 10:12, 11:15, 11:17, 12:18, 15:21, 16: 22, 18:24, 21:25, 22:26, 25:28, 25:31.

Solothurn: Tatarinoff, (Diethelm); Beer, Adam, Wassmer, Althaus, Alain Blaser, Weber, Schafroth, Scheidegger, Arn, Schneeberger, Zimmermann.

1. Liga Finalrunde Mittwoch: Solothurn - Pilatus 25:31. West HBC - Fides St. Gallen 34:18. Einsiedeln - Wädenswil 32:35. – Rangliste (alle 4 Spiele): 1. Solothurn 6. 2. Pilatus 6. 3. Wädenswil 6. 4. West HBC 4. 5. Einsiedeln 2. 6. Fides St. Gallen 0.

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