Handball
Der TV Solothurn liefert ein «Amuse bouche» vom Feinsten

Mit einer 33:22-Galavorstellung demontiert Erstligist Solothurn zum Auftakt der NLB-Aufstiegsrunde Fides St. Gallen

Michael Schenk
Merken
Drucken
Teilen
Oliver Zimmermann (Solothurn, am Ball) setzt sich durch und trifft.

Oliver Zimmermann (Solothurn, am Ball) setzt sich durch und trifft.

Marcel Bieri

Der Eintritt zum ersten Aufstiegsrundenspiel des TV Solothurn gegen Fides St. Gallen war gratis. Was die rund 350 Fans in der gut gefüllten CIS-Sporthalle indes während den finalen 20 Minuten zu sehen bekamen, wäre allemal einen Zehner Wert gewesen. Die Solothurner flogen ihren Gegner in der Phase, als das Spiel entschieden war, im wahrsten Sinne um die Ohren.

Hier wurde der Flügel im Flug angespielt und dieser versenkten die Kugel ins hohe Eck. Dort wurde dem Kreisläufer der Ball via fünf, sechs Anspielstationen Schussbereit in die Hand gelegt – Handball zum Geniessen. «Das war nicht schlecht», musste selbst TVS-Coach Matthias Heger zugeben. Ein hochdiplomierter Trainer, der mit Lob tendenziell zurückhaltend hausiert. «Angesichts dessen, dass wir eine junge Mannschaft ohne herausragende Routiniers sind, hat mich die Abgeklärtheit schon auch beeindruckt», gestand Heger.

Solothurns Roman Scheidegge (Mitte) wird von David Zehnder (l.) und Usik Aliaksei gestoppt.
6 Bilder
Kaspar Arn (Mitte, Solothurn) stetzt sich gleich gegen zwei Gegner durch.
Solothurns Mathias Blaser (l.) muss sich an Fides David Zehnder vorbeikämpfen.
Können die Spieler des TV Solothurn schon bald über den Aufstieg jubeln?
Solothurns Coach Matthias Heger kann der Sache relativ gelassen zusehen...
...Eingreifen wie hier, muss Heger nur selten.

Solothurns Roman Scheidegge (Mitte) wird von David Zehnder (l.) und Usik Aliaksei gestoppt.

Marcel Bieri

Solothurn, das letztlich 33:22 gewann, lief nie in Gefahr, den Match zu vergeigen. «Ganz zu Beginn unterliefen uns zwar ein paar Fehler», fand Heger. Fehlpässe oder -schüsse, die jedoch nie wirklich ins Gewicht fielen. Dies auch darum, weil beide TVS-Goalies, Jan Tatarinoff und Taro Diethelm, von A–Z einen tollen Job ablieferten und ihrem Team von hinten raus die so eminent wichtige Sicherheit verleihen konnten. Sukzessive zogen die Gastgeber so, vom Publikum befeuert, davon und hatten das Ding bei Halbzeit (16:11) eigentlich geschaukelt.

Gedanken bereits beim nächsten Spiel

Fünf Spiele hat der TV Solothurn auf seiner Mission «Back to the NLB» zu bestreiten. Ein Auftrag, der nach dem Sieg gegen die Ostschweizer zu 20 Prozent erledigt ist. Und es müsste wahrlich mit dem Teufel zu- und hergehen, wenn dieser TV Solothurn seine starke Saison nicht mit der Promotion krönen könnte.

Freilich birgt ein Glanzstart wie in diesem Fall auch immer die Gefahr, sich verleiten zu lassen und dem Trugschluss Platz zu machen, alles werde zum Selbstläufer. «Sie sehen, die Spieler sind konzentriert Auslaufen und bereiten sich bereits auf den nächsten Match vor», sagt Matthias Heger just nach dem Match gegen Fides zu diesem Thema.

Also null Angst beim Coach, dass man das Unterfangen auf die zu leichte Schulter nehmen könnte. Am Mittwoch geht es in Einsiedeln weiter, gegen das man heuer bereits im Cup gewinnen konnte. Am Samstag (17.00) wartete dann daheim im CIS der West HBC auf den TVS. Obs dann erneut zum Handball-Showblocks reicht, wird sich zeigen.