NLB - Handball
Der TV Solothurn ist wieder zurück auf der Erfolgsspur

Lange sah es so aus, als ob der TV Solothurn sich die zwei Punkte mühsam erkämpfen muss. Doch dank einer furiosen zweiten Halbzeit siegen die Einheimischen letztlich hoch mit 36:25. Mit diesem Sieg klettern die Solothurner in der Tabelle aufs Treppchen.

Gaudenz Oetterli
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Der TV Solothurn hat Grund zu feiern: Das Team hat den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden

Der TV Solothurn hat Grund zu feiern: Das Team hat den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden

Hansjörg Sahli

Mit einem Blitzstart eröffnete der TV Solothurn die Partie gegen den letztjährigen Meisterschaftszweiten. Von Beginn weg spielte das Heimteam konzentriert und gut organisiert, und konnte das zielstrebige Angriffsspiel auch gleich in Zählbares ummünzen. Nach den beiden schnellen ersten Treffern hielten die Ambassadoren die Differenz konstant und gaben sie nur Mitte der ersten Halbzeit kurz ab.

Nicht selten in dieser Spielzeit darbte das Solothurner Spiel genau daran, dass die Mannen von Trainer Marco Kurth die ersten Minuten brauchten, um sich zuerst zu finden. Nicht so gegen die Lakers Stäfa, das vor der Saison noch viele als Aufstiegsaspiranten gesehen haben.

Der Befreiungsschlag

Sinnbildlich für den guten Start der Solothurner steht dabei Andri Tatarinoff. Der Rückraum Mitte rückte für die verletzten Stammspieler Sven Schafroth und Dario Lüthi (beide verletzt) in die Mannschaft und hatte die anspruchsvolle Aufgabe als Spielmacher.

Nicht nur diese erledigte er tadellos, er war selber auch noch gefährlich und erzielte zwei der ersten vier Solothurner Treffer.

«Normalerweise bin ich bei solchen Spielen nervös, weil ich mir selber viel Druck mache. Heute habe ich mich aber befreit gefühlt, da ich als Ergänzungsspieler nichts zu verlieren habe», so Tatarinoff, der normalerweise bei Biberist aktiv in der 2. Liga spielt. Dass niemand erwartet habe, dass er das Spiel entscheiden müsse, sei da sicherlich hilfreich gewesen.

Zu passive Deckung

Tatarinoff war es denn auch, der jeweils in den Angriffen die richtige Mischung zwischen Tempo und Ruhe finden musste. Auch dieser Aufgabe zeigte sich der ehemalige TVS-Junior an diesem Tag gewachsen: «Es ist ja nicht so, dass ich ganz neu bin in der Mannschaft. Ich kenne die Jungs alle und trainiere nach wie vor mindestens einmal pro Woche mit dem NLB-Team.»

Im Gegensatz zur Offensive, die während des ganzen Spiels hervorragend funktionierte, bereitete in der ersten Halbzeit jedoch die Verteidigung Sorgen. Die Hintermannschaft des TV Solothurn war zu wenig aktiv und verpasste es während der ganzen 30 Minuten, die wurfstarken Zürcher Spieler frühzeitig anzugreifen.

Dies ermöglichte Stäfa viele Würfe aus relativ kurzer Distanz, weshalb die Gäste bis zur Pause nie den Anschluss verloren.

Befreiungsschlag nach zwei Niederlagen

Die Entscheidung in der Partie folgte dann gleich nach Wiederanpfiff. Dank einer sichtlich aktiveren Defensive und einer wesentlich besseren Abstimmung avancierte der Solothurner Abwehrverbund zur gewohnten Festung.

Die Gäste aus Stäfa bekundeten damit zusehends Mühe und erzielten in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte lediglich einen Treffer. Der TVS hingegen spielte vorne weiter befreit auf, verwertete seine Chancen und erzielte im gleichen Zeitraum ganze acht Tore.

In dieser Phase waren es vor allem die Rückraumspieler Marco Kurth (insgesamt 12 Tore) und Tom Althaus (7), die regelrecht aus allen Lagen trafen. Mit dem komfortablen Polster von 10 Toren konnte sich der TV Solothurn in den Schlussminuten darauf beschränken, den Vorsprung zu verwalten und vor allem im Hinblick auf die kommenden Spiele auch Kräfte zu schonen.

Zurück auf die Siegerstrasse

Nach zwei Niederlagen haben die Solothurner nun also auf die Siegerstrasse zurückgefunden. Und da der Tabellenzweite Möhlin gleichzeitig gegen die Kadetten Espoirs gewannen und der RTV Baden sein Spiel gegen Leader RTV Basel erst nächsten Mittwoch austrägt, klettern die Ambassadoren dank ihres guten Torverhältnisses wieder auf den dritten Tabellenplatz.

Doch bereits im nächsten Spiel am kommenden Sonntag, wartet auswärts in Basel der Ligakrösus auf den TVS. Der RTV Basel hat bisher jedes Spiel gewonnen, dabei am wenigsten Tore aller NLB-Teams kassiert und weist die mit Abstand beste Tordifferenz auf. Gegen diesen Gegner wird es zwei starke Halbzeiten brauchen, um eine Chance zu haben.

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