Wie schon in den vergangenen Spielen war die Personalsituation des TV Solothurn vor dem Duell gegen Baden nicht gerade rosig. Doch trotz vieler Absenzen, vor allem im Rückraum, konnten die Aarestädter dem Spiel ihren Stempel aufdrücken.

Und es war genau dieser eigentlich ersatzgeschwächte Rückraum, der am Ende den Unterschied machte. Denn zu Beginn bekundeten die Gastgeber in der Offensive noch etwas Mühe, über spielerische Mittel zu guten Abschlussmöglichkeiten zu kommen.

In solchen Situationen ist es umso wichtiger, sichere Rückraumschützen zu haben, oder solche, die mit Einzelaktionen Chancen kreieren können.

Vorne eiskalt, hinten dicht

Solothurn konnte sich in der heiklen Startphase gleich auf beides verlassen. Gleich mehrmals sah sich der TVS mit angezeigtem Zeitspiel konfrontiert, doch es war jeweils Aufbauer Dario Lüthi, der sich ein Herz fasste und seine Würfe im gegnerischen Tor versenkte.

Gleich sechs Mal – bei nur einem Fehlwurf – traf das Jungtalent. Und auch Sven Schafroth blühte in den entscheidenden Phasen regelrecht auf. Immer wieder suchte der agile Rückraum Mitte Eins-gegen-Eins-Situationen und riss so Lücken für seine Teamkameraden auf.

Auf der anderen Seite gelang es der Solothurner Deckung hervorragend, den kreativen Rückraum der Aargauer zu neutralisieren. Immerhin erzielten bis zu diesem Zeitpunkt nur gerade drei Spieler der Badener (Zuber, Bühler und Baumann) in dieser Saison zusammen 342 Tore. Gegen die aufmerksamen Ambassadoren sahen die drei Scharfschützen jedoch nur wenig Land. Kontinuierlich wuchs der Vorsprung des TV Solothurn bis zur Pause auf 17:13 an.

Überragende Wurfquote

Auch in der zweiten Halbzeit liess das Heimteam dem STV Baden keine Freiräume. Und da auch der Solothurner Angriff keine Schwächen zeigte, betrug die Differenz nie weniger als drei Tore. Wer an diesem Abend auf einen Einbruch des TVS wartete, der tat dies vergebens. Im Gegenteil, eine Quote von 72 Prozent erfolgreicher Würfe ist Saison-Topwert für den TV Solothurn. Neben Rückraumspieler Dario Lüthi (9 Tore aus 11 Versuchen) war es einmal mehr Flügelspieler Oliver Räz (9 von 10), der zu glänzen vermochte.

Wie schon gegen Möhlin zuvor versenkte Räz alle Siebenmeter. Als er in der 58. Minute seinen letzten Penalty verwertete, war das Spiel definitiv entschieden. So kam in den letzten Minuten der erst 17-jährige TVS-Torhüter Fabio Brändle zu seinem Debut in der NLB. Das Jungtalent stand zwar nur rund drei Minuten auf dem Feld, konnte dabei aber beide Schüsse auf sein Tor abwehren.

Matchstatistik