Handball
Der TV Solothurn besteht in Biel den Stresstest

Der TV Solothurn ist nicht zu stoppen. Der Leader gewinnt den 1. Liga-Spitzenkampf in Biel mit 24:21 und baut die Führung aus.

Daniel Weissenbrunner
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Trainer Matthias Heger und die Solothurner enteilen der Konkurrenz.

Trainer Matthias Heger und die Solothurner enteilen der Konkurrenz.

Marcel Bieri

Vor zweieinhalb Jahren standen sich die beiden Vereine letztmals in einem Pflichtspiel gegenüber. Die Bieler setzten sich im März 2012 die NLB-Partie knapp durch. Ein Sieg, der in der Schlussabrechnung ohne Wert sein sollte. Das glücklichere Ende beanspruchten damals die Solothurner. Dank der besseren Tordifferenz im Direktvergleich mit den Seeländern verblieb der TVS in der zweithöchsten Klasse. Eine Saison später war es aber auch um die Solothurner geschehen. Sie stiegen ebenfalls ab.

Abnützungskampf im «griechisch-römischschen» Stil

Am Samstag begegneten sich die Bieler und Solothurner der 1. Liga wieder. HS gegen TV war der Spitzenkampf der neunten Runde. Erster gegen Zweiter. Beste Offensive gegen beste Defensive. Das Duell zweier Teams, die als Ziel den Aufstieg formuliert haben.

Entsprechend gross war der gegenseitige Respekt. In der Seeland-Halle entwickelte sich ein Abnützungskampf, der auf Augenhöhe und öfters im «griechisch-römischen» Stil ausgetragen wurde. Ganz nach dem Geschmack des Publikums. Die Akteure verzahnten sich ineinander und sorgten mit ihrer körperbetonten Spielweise für ein Strafenfestival.

Althaus’ Doppelschlag

Die verlustpunktlosen Solothurner bestanden den ersten grossen Stresstest in der laufenden Saison, der vor allem zur Geduldsprobe wurde. Bis zur 53. Minute wog die Partie hin und her. Dann erzielte Reto Althaus innert weniger Sekunden zwei Treffer vom 19:19 zum 19:21. Die Bieler, die bis zu diesem Zeitpunkt ein ebenbürtiger Gegner waren, vermochten auf diesen Doppelschlag nicht mehr zu reagieren. Chancen, den Anschluss noch einmal herzustellen, wären durchaus vorhanden gewesen. Im Solothurner Tor stand mit Taro Diethelm aber ein Schlussmann, der mit mehreren Glanzparaden das Bieler Bestreben unterband.

Der 18-jährige Diethelm steht erst seit diesem Jahr zwischen den Pfosten des TVS. Der Landschaftsgärtner-Lehrling stiess vom Partnerklub BSV Bern zu den Solothurnern und duelliert sich seither mit dem erfahreneren Jan Tatarinoff um die Nummer eins im Team von Matthias Heger. Dem Trainer kann die Konkurrenzsituation nur recht sein. «So entsteht keine Wohlfühloase.»

Der Traum vom Nationalteam

Taro Diethelm hat die Herausforderung angenommen. Und: Er fühlt sich wohl. «Wir ziehen hier alle am selben Strick und haben ein klares Ziel vor Augen.» Der schweizerisch-japanische Doppelbürger will mit den Solothurnern auf direktem Weg zurück in die NLB und sich so auch für höhere Aufgaben empfehlen. «Für die NLA dürfte es mit wegen meiner Körpergrösse schwierig werden», erklärt Diethelm. Der 1,79 Meter grosse Goalie verfolgt einen anderen Traum. Er will dereinst das Tor der japanischen Nationalmannschaft hüten.

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