Fussball 2. Liga
Der Trainer des FC Iliria hofft: Nur keinen Abstieg zum Abgang

Der Wolfwiler Xhevxhet Dullaj wird seine Arbeit beim Zweitligisten FC Iliria Ende Saison beenden. Entgegen den Erwartungen von Anfang der Saison befindet sich Iliria im Abstiegskampf. Dullaj hofft zum Abschluss noch den Ligaerhalt zu schaffen.

Raphael Wermelinger
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FC Hägendorf, FC Egerkingen, FC Wangen bei Olten und der FC Iliria sind Xhevxhet Dullajs bisherige Karrierestationen.

FC Hägendorf, FC Egerkingen, FC Wangen bei Olten und der FC Iliria sind Xhevxhet Dullajs bisherige Karrierestationen.

Hans Peter Schläfli

In der Solothurner 2. Liga zittert die Hälfte der Vereine um den Klassenerhalt. Sogar der FC Iliria, der am Ende der letzten Saison aus der 2. Liga inter absteigen musste. «Vor der Saison war es für uns unvorstellbar, dass wir das Wort Abstieg überhaupt in den Mund nehmen müssen», sagt Xhevxhet Dullaj.

Er ist seit der Rückrunde der vergangenen Spielzeit Trainer bei den Stadt-Solothurnern. «Jetzt müssen wir realistisch sein, denn ab Platz sieben ist alles so eng beieinander. Wir brauchen möglichst schnell Punkte.»

Der FC Iliria liegt sechs Runden vor Schluss auf Platz acht. Mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Die Bilanz im neuen Jahr ist ausgeglichen: zwei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen. Schuld daran, dass es nicht besser läuft, sei die Vorbereitung mit den vielen abwesenden Spielern.

«Wir haben schlecht trainiert und sind deshalb jetzt nicht hundertprozentig fit», begründet der 48-Jährige. «Die Kräfte lassen jeweils nach. Dadurch auch die Konzentration, und das führt zu Gegentoren.» Ein Lichtblick sei der 5:3-Erfolg am letzten Spieltag gegen den vorherigen Co-Leader Bellach gewesen. Das Team habe sein Potenzial endlich abgerufen.

Zweimal das Double gewonnen

Vor dem Match teilte «Xhevi» Dullaj den Spielern mit, dass er den FC Iliria Ende Saison verlassen wird. «Kann sein, dass die gute Leistung eine Reaktion auf meine Ankündigung war», mutmasst er. «Denn wenn ihnen etwas an mir liegt, sollten sie es jetzt zeigen.» Als Absteiger möchte er den Klub sicher nicht verlassen.

Ein Grund für den Abgang sei «eine jobmässige Neuorientierung». Zudem fehlt Dullaj das Verständnis dafür, dass der FC Iliria in Solothurn hinter den anderen Vereinen anstehen muss, wenn es um die Benutzung der Sportplätze geht. Als Beispiel nennt er das Dienstagstraining, das bereits um 18.15 Uhr beginnt. Solche Kompromisse eingehen zu müssen, sei er sich nicht gewohnt.

Mit elf Jahren kam Xhevxhet Dullaj in die Schweiz. Seine Jugend verbrachte er in Herbetswil, Fussball spielte er beim FC Klus/Balsthal. Bei den D-Junioren stieg er ein, mit knapp 17 Jahren gab er sein Debüt für das Fanionteam in der 1. Liga. 1997 stiegen die Thaler ab. Dullaj hielt dem Verein noch zwei Jahre die Treue, dann wechselte er zum FC Olten.

Mit den Oltnern feierte er in seiner zweiten Saison den Double-Gewinn, Solothurner Meister und Cupsieger. Danach verliess er den Stadtklub Richtung Hägendorf. Dort blieb er acht Saisons. Nach dem vierten Jahr wurde er Spielertrainer.

Die erfolgreichste Saison war 2006/07, als der Mittelfeldspieler mit den Hägendörfern den Solothurner Cup gewann und in die 2. Liga inter aufstieg. FC Egerkingen hiess die nächste Trainerstation. Diesen führte er von der 4. bis in die 2. Liga. Bevor er bei Iliria unterschrieb, war er noch im Nachwuchs beim FC Wangen bei Olten tätig.

1. Liga im Visier

Auch der FC Iliria wird definitiv nicht die letzte Station von Xhevxhet Dullaj sein. Erste Anfragen seien bereits eingetroffen. Diese werde er prüfen, sobald es jobmässig wieder ruhiger werde. «Mein Ziel ist, einmal in der 1. Liga zu trainieren», sagt er. Aktuell fehlt ihm dafür noch das nötige Diplom.

Er ist aber überzeugt: «Ich bin noch jung, habe aber schon viel Erfahrung und denke, dass ich noch etwas bewegen kann.» Im Moment liege sein Fokus noch voll und ganz beim FC Iliria. Dieser gastiert heute beim Schlusslicht FC Welschenrohr.

Die Thaler haben erst acht Punkte auf dem Konto und liegen ebenso viele Punkte hinter dem Vorletzten der Liga, dem FC Oensingen. Somit ist die Ausgangslage für Dullaj klar: «Wir müssen gewinnen, alles andere wäre eine Enttäuschung.»

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