Rollhockey
Der Traditionsverein rollt wieder

NLB-Neuling Langenthal verliert gegen den Gruppenfavoriten aus Dornbirn mit 4:9. Benjamin Schlatter, Präsident und Spieler des RHC Langenthal, war aber trotzdem zufrieden mit der gezeigten Leistung: «Es wird eine schwierige Saison.»

Silvan Schmutz
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Solothurner Zeitung

Als der Ball beim ersten Saisonspiel Anfang September im gegnerischen Netz landete, war Langenthals Freude über den ersten Treffer gross. Das Tor war zwar lediglich Resultatskosmetik, denn der Gegner RHC Gipf-Oberfrick gewann am Ende klar mit 12:2. Trotzdem war es für das NLB-Team ein wichtiges Tor, auf das man lange gewartet hat. Sehr lange: Über sechs Jahre ist es her, seit die Oberaargauer zuletzt in einer Nationalliga gespielt haben.

Der Langenthaler Rollhockey Klub, der lange Zeit eine Schweizer Topadresse, ein Traditionsverein war, ist also endlich zurück. Zu verdanken ist dies vor allem dem Langenthaler Rollhockeyfan Heinz Kovats: «Ich habe gemerkt, dass nach wie vor Interesse am Rollhockey besteht und das Ganze in die Wege geleitet.» Präsident des Klubs ist er, der seit über 30 Jahren als Schiedsrichter im Rollhockey tätig ist, aber nicht. Nachdem die Formalitäten geregelt waren, hat er sich zurückgezogen – und kann nun endlich wieder Rollhockey in Langenthal geniessen.

Das Duschproblem

Sechs Jahre haben die Berner auf ein Tor gewartet. Im dritten Saisonspiel gegen den österreichischen Ligakonkurrenten und Gruppenfavoriten Dornbirn ging es schneller: Bereits in der 11. Minute verwertete Captain Florian Riedwyl einen Penalty – 1:0 für das Heimteam. Und es kam noch besser: Fünf Minuten später war es erneut Riedwyl, der mit einer sehenswerten Einzelleistung vor dem Tor die Verteidigung umspielte und zur 2:0-Führung traf. Damit hatte Langenthal nicht gerechnet. Die Österreicher waren jetzt gefordert und übten Druck auf die Oberaargauer aus.

Die starke Torhüterin Melanie Kovats machte aber zunächst alle Bemühungen der Gäste zunichte, bis Dornbirn in der 20. Minute doch noch den Anschlusstreffer erzielte. Nach der Halbzeitpause machte sich dann aber die fehlende Routine bemerkbar: Während die Langenthaler Mal für Mal knapp vor dem Tor scheiterten, bezwangen die Dornbirner Langenthals zweiten Goalie Renato Florio beinahe im Minutentakt. 4:9 lautete das Schlussresultat.

Benjamin Schlatter, Präsident und Spieler des RHC Langenthal, war aber trotzdem zufrieden mit der gezeigten Leistung: «Es wird eine schwierige Saison, das waren wir uns immer bewusst. Heute hat man aber eine klare Steigerung gesehen. Wir sind auf dem richtigen Weg.» Doch nicht alles stimmt Schlatter optimistisch: Bereits zum zweiten Mal fanden die Spieler die reservierte Turnhalle abgeschlossen vor. Sie mussten noch alle Hebel in Bewegung setzen, damit überhaupt geduscht werden konnte. Unterstützung sieht anders aus. Die Hockeyaner haben etwas ins Rollen gebracht – es wäre mehr als schade, wenn diese Eigeninitiative, wegen fehlendem Beistand, ins Stocken geraten würde.