Die Ereignisse beim TC Solothurn in diesem Jahr entbehren nicht einer gewissen Ironie: Im Januar wurde die NLA-Interclubmannschaft der Ambassadoren nach zwei Saisons aufgelöst. Das Hauptproblem war der finanzielle Aufwand, der nötig gewesen wäre, um erneut in der höchsten Schweizer Spielklasse zu bestehen. Nach dem Rückzug des Fanionteams wurde daher plötzlich die neu in die Nationalliga C aufgestiegene zweite Mannschaft zum stärksten Team des Vereins. Damit waren auch die finanziellen Sorgen fürs Erste aus dem Weg geräumt, denn das Budget für eine NLC-Mannschaft hält sich in überschaubarem Rahmen und sportlich kann man auch bestehen, ohne das Team mit teuren ausländischen Spitzenspielern zu verstärken.

Ein Budget von 20 000 Franken

So weit so gut. Doch dann gelang der Solothurner NLC-Mannschaft eine herausragende Saison und sie schaffte im Juni völlig überraschend den Aufstieg in die Nationalliga B. Ein schöner Erfolg, doch nun steht man wieder vor einem altbekannten Problem: Wenn man nächstes Jahr in der Nationalliga B bestehen will, braucht es ein deutlich grösseres Budget und ausländische Spieler, die das Kader verstärken. Von einem Minimalbudget von 15 000 bis 20 000 Franken und von mindestens zwei Spielern, die das Team auf den ersten beiden Positionen verstärken, spricht Captain Yves Derendinger. «Das ist fast schon Pflicht, wenn wir in der Nationalliga B bleiben wollen. Wenn wir mit der aktuellen Mannschaft antreten, würden wir in vier Spielen abgeschlachtet werden.»

Aus diesem Grund verfasste Derendinger ein Schreiben an die Clubführung, in dem er abklären wollte, inwiefern er auf die Unterstützung des Clubs zählen darf. «Mir ist klar, dass wir nicht einfach Geld bekommen werden. Wir haben eher an eine Unterstützung fürs Wintertraining oder an Präsentationsflächen im Club für die Sponsoren der ersten Mannschaft gedacht», erklärt Derendinger.

Keine zusätzliche Unterstützung des Clubs

Doch die schriftlich verfasste Antwort, die vom gesamten Clubvorstand abgesegnet wurde, ist klipp und klar: Wie bereits direkt nach dem Aufstieg kommuniziert, wird es beim TC Solothurn keine Sonderbehandlung mehr geben. Keine Interclub-Mannschaft wird speziell unterstützt – auch nicht, wenn es um die Mitgliederbeiträge und Lizenzgebühren von clubexternen Verstärkungen geht. Diese Kosten müssen künftig von der Mannschaft übernommen werden. Für genauere Auskünfte war Präsident Ivo Erard weder per Mail noch telefonisch zu erreichen.

Diese Haltung der Clubführung lässt der ersten Mannschaft nicht mehr viel Spielraum. «Unter diesen Umständen müssen wir sogar über den Verbleib in der Nationalliga C nachdenken, denn gerade willkommen fühlen wir uns so nicht», sagt Derendinger. Ende Monat trifft sich die Mannschaft, um zu entscheiden, wie und wo sie in der nächsten Saison spielen wird. Neben einem Aufstieg mit der bestehenden Mannschaft oder dem Verbleib in der NLC, gibt es zwei weitere – allerdings drastische – Optionen: Die Auflösung des Teams oder die Suche nach einem neuen Verein, der bereit ist, die Equipe in der Nationalliga B tatkräftig zu unterstützen.