Unihockey NLA
Der SV Wiler-Ersigen legt im Playoff-Halbfinal gegen Langnau mit 2:0 vor

Ein überragender 19 jähriger Finne beschert dem SV Wiler-Ersigen eine 2:0-Führung in der Playoff-Halbfinalserie gegen die Tigers Langnau. Am Samstag mit zwei Treffern und am Sonntag gar mit deren vier, darunter der Siegtreffer in der Verlängerung, war Ville Lastikka die überragende Figur des Wochenendes.

Marcel Siegenthaler
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Der vierfache Torschütze Lastikka bejubelt den Siegtreffer in der Verlängerung.

Der vierfache Torschütze Lastikka bejubelt den Siegtreffer in der Verlängerung.

Foto: HUM

Dass es trotzdem zweimal eng wurde, hatte ganz unterschiedlich Gründe. Am Samstag war die Auftaktpartie lange geprägt von der Taktik, das berühmte Abtasten. Der SVWE wollte den Gästen, die nach dem überraschenden Ausschalten des Qualizweiten Winterthur mental im Hoch nach Zuchwil reisten, die Emotionen mit kontrolliertem Spiel abwürgen. Dies gelang, doch selber agierte man deshalb lange Zeit zu zögerlich.

Der Führungstreffer von Lastikka (28.) liess den berühmten Knoten platzen. Vier Minuten später stand es schon 3:0. Ein Zufallstreffer brachte dann die Gäste, welche schon ziemlich ratlos wirkten, noch vor Drittelsende auf 3:1 heran. Und weil der SVWE im Schlussabschnitt viel zu früh in den Verwaltungsmodus schaltete, kamen die Tigers plötzlich gar auf 3:2 heran. Nun musste der Serienmeister reagieren und tat dies auch. Matthias Hofbauer erzielt nach einem mustergültigen Umschaltspiel via Mutter und Louis gut vier Minuten vor dem Ende das vorentscheidende 4:2.

Und als Lastikka und Louis gegen die nun alles riskierenden und meist ohne Goalie agierenden Tigers gar noch zwei Treffer nachlegten, schien der "Mist" nach 58.50 Minuten geführt. Doch nicht zum ersten Mal in dieser Saison hängten beim SVWE einige Akteure schon ab, obwohl die Partie noch am Laufen war. So passierte das beinahe Undenkbare: Innerhalb von nur 25 Sekunden treffen die Tigers in der Schlussminute dreimal und so steht es plötzlich 6:5.

Und es sind noch 35 Sekunden zu spielen, gemessen an den 25 Sekunden für die drei Tore eine Ewigkeit. Doch schliesslich bleibt die Sensation aus, der SVWE gewinnt ein Spiel doch noch, dass er längst gewonnen hatte und auf fahrlässige Art und Weise beinahe noch aus der Hand zu geben drohte.

Lastikka mit vier Treffern

Der Game-Plan für das Sonntags-Spiel war für den SVWE schnell gemacht: Die eingeschlagene Linie vom Samstag weiter verfolgen. Die Tigers, welche im Viertelfinal zuhause den Gegner richtig gehend vorgeführt hatten, ja nicht auf der Welle der Emotionen surfen lassen. Dabei spielte Wiler auch in die Karten, dass Tigers Captain Johan Samuelsson verletzt passen musste. Immerhin konnte diesmal sein Bruder Anton, der am Samstag gefehlt hatte, mittun.

Nach nur 25 Sekunden war dieser Plan aber schon Makulatur, traf Kropf doch zur 1:0-Führung für die Tigers. So waren die Gastgeber drin in einer Partie, welche mit Fortgang des Spiels immer einseitiger werden sollte zugunsten des SVWE. Doch weil dieser aus seinem Ball-Monopol und deutlichem Übergewicht zu wenig machte und dazu mit insgesamt fünf kleinen Strafen belegt wurden, blieb es eng, sehr eng. Erst nach 44 Minuten lag der Favorit erstmals in Führung (4:3).

Als dann aber die Tigers auch eine der zahlreichen Powerplay-Möglichkeiten ausnützen konnten, war die Partie wieder ausgeglichen. Die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen. Und nach einer perfekten Kombination der zweiten Linie konnte Ville Lastikka zum 5:4-Siegtreffer einschieben. Es war das vierte Tor für den jungen Finnen und dazu das fünfte für die zweite Linie. Dies zeigt auch auf, wo noch Potential beim SVWE brach liegt. Die erste und dritte Linie produzieren noch nicht wie gewünscht.

Trotzdem schenkte Berger diesen das Vertrauen und spielte mit drei Formationen durch, während die Gastgeber schon früh auf zwei Linien gehen mussten. Nach dem geglückten Break kann Wiler-Ersigen mit Zuversicht dem weiteren Verlauf der Serie entgegen blicken. Aktuell spricht nichts dagegen, dass sich der SVWE auch in der siebten Playoff-Serie der beiden Emmentaler Teams durchsetzen wird.

Die Telegramme

Tigers Langnau - SV Wiler-Ersigen 4:5 n.V. (2:2, 1:0, 1:2, 0:1)

Espace-Arena, Biglen. 647 Zuschauer. SR Hürzeler/Peter.
Tore: 1. K. Kropf (C. Engel) 1:0. 4. V. Lastikka (P. Mendelin) 1:1. 5. J. Krähenbühl (Penalty) 2:1. 14. V. Lastikka (A. Zimmermann) 2:2. 26. Y. Glauser (A. Samuelsson) 3:2. 42. A. Zimmermann (P. Mendelin) 3:3. 44. V. Lastikka (A. Zimmermann) 3:4. 46. T. Gfeller (S. Siegenthaler) 4:4. 62. V. Lastikka (P. Mendelin) 4:5.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Tigers Langnau. 5-mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen.
Bemerkungen: Wiler mit Wolf im Tor. Ohne C. Hofbauer (verletzt), Schlüchter (krank), Laubscher (U21), Dätwyler, Nussbächer (beide nicht im Aufgebot). Sebek (Ersatz).

SV Wiler-Ersigen - Tigers Langnau 6:5 (0:0, 3:1, 3:4)

Sportzentrum Zuchwil. 563 Zuschauer. SR Kronenberg/Kronenberg.
Tore: 28. V. Lastikka (A. Zimmermann) 1:0. 29. D. Wittwer (M. Louis) 2:0. 31. A. Zimmermann (O. Hirschi) 3:0. 36. I. Brechbühl (S. Siegenthaler) 3:1. 47. T. Gfeller (S. Steiner) 3:2. 56. M. Hofbauer (C. Mutter) 4:2. 57. V. Lastikka (T. Väänänen) 5:2. 59. M. Louis (M. Hofbauer) 6:2. 59. J. Krähenbühl (C. Beer) 6:3. 60. K. Kropf (J. Samuelsson) 6:4. 60. S. Siegenthaler (J. Samuelsson) 6:5.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. 1-mal 2 Minuten gegen Tigers Langnau.
Bemerkungen: SVWE mit Wolf im Tor, ohne C. Hofbauer (verletzt), Schlüchter (krank), Laubscher (U21), Dätwyler, Nussbächer (beide nicht im Aufgebot). Bürki und Rentsch (Ersatz).