Triathlon
Der Spass ist zurück, die Kraft ist getankt: Daniela Ryf greift wieder an

Fünf Jahre hintereinander hat Daniela Ryf den Winter in Australien verbracht, dieses Jahr trainierte sie wieder mit Schnee und Kälte zuhause in Solothurn. Mit neuer Energie startet die Olympionikin nicht nur sportlich in die neue Saison.

Carla Stampfli
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Daniela Ryf hat den Spass am Triathlon wieder entdeckt: Mit den richtigen Fortschritten liegt vielleicht sogar eine dritte Olympia-Teilnahme drin. Keystone

Daniela Ryf hat den Spass am Triathlon wieder entdeckt: Mit den richtigen Fortschritten liegt vielleicht sogar eine dritte Olympia-Teilnahme drin. Keystone

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Den Spass am Triathlon wieder finden. Das war für Daniela Ryf nach dem 40. Rang an den Olympischen Spielen wichtig, und das ist ihr auch gelungen: Nicht nur holte sie einen Monat nach den Spielen ihren allerersten Schweizer-Meister-Titel bei der Elite, sondern verwies Ende September am London Triathlon die starke Südafrikanerin Gillian Sanders und die britische Olympionikin Lucy Hall auf die Plätze zwei und drei.

Zeit um auszuruhen blieb nicht, da startete Ende September auch schon das Studium in Lebensmitteltechnologie an der Fachhochschule Bern. «In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass ich etwas für später machen wollte. Das Studium finde ich super spannend, auch wenn der Einstieg nach fünf Jahren Profi-Sport etwas hart war», erklärt die Solothurnerin. Mittlerweile hat sie sich einen Plan zusammengestellt, um Sport und Vorlesungen bestmöglich unter einen Hut zu bringen: Das Schwimmen absolviert sie nach der Uni mit dem Schwimmklub Burgdorf, ein Mal pro Woche geht sie für das Bahntraining nach Bern, und das extensive Lauf- und Radtraining macht sie vorwiegend Zuhause.

Der sportliche Ehrgeiz ist trotz Studium hoch geblieben. So flog Ryf nach den ersten Semesterprüfungen im Januar für einen Trainingsblock auf die Kanarischen Inseln und schuf sich unter anderem mit der Olympiazweiten Lisa Norden, eine Basis für die Saison. Aufgrund des Studiums hat sie auch ihre Ziele neu orientiert: In diesem Jahr wird sie vermehrt in der Schweiz an den Start gehen, einen oder zwei Half-Ironman laufen und einige Etappen der 5150-Series über die Olympische Distanz machen, bei denen das Windschatten-Fahren auf der Radstrecke nicht erlaubt ist. «Das entspricht am meisten meinen Fähigkeiten. Bei solchen Rennen muss man auf dem Rad besonders stark sein», weiss die 25-Jährige.

Dass Ryf auf dem Rad kaum zu bremsen ist, bewies sie letztes Jahr an der 5150-Europa-Meisterschaft in Liverpool: Über eine Minute schneller als die Konkurrenz fuhr sie die 40km lange Strecke, und mit zwei Minuten Vorsprung durchquerte sie als Erste die Ziellinie. Aufgrund der anderen Trainingsanforderungen der 5150-Rennen, hat sie die Einheiten umgestellt: «Ich trainiere jetzt weniger intensiv, dafür mache ich zum Beispiel Radeinheiten, bei denen ich eine Stunde am Limit fahren muss. Der Aufbau beim Schwimmen hingegen, ist in etwa gleich geblieben.»

Mitte April bestreitet die Solothurnerin in Wallisellen den ersten Wettkampf über die Kurzdistanz. Weiter stehen dann Trainingslager, Vorlesungen, Rennen in Europa, Semesterprüfungen und Wettkämpfe in den USA auf dem Programm. Weltcups wird sie vorerst nicht laufen, eine Standesaufnahme will sie nach zwei Jahren machen: «Dann schaue ich, was mir mehr zusagt und werde entscheiden ob ich auf Rennen ohne Windschatten und Half-Ironman oder wieder voll auf Weltcups setzte.»

Wichtig sei jetzt einmal sich weiterzuentwickeln und Fortschritte zu machen. Und selbst wenn Daniela Ryf nicht jeden Morgen mit dem Ziel Rio 2016 aus dem Bett steigt, wird ihr Ehrgeiz von dem Gedanken einer dritten Olympiateilnahme, doch immer wieder geweckt.

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