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Der Solothurner Radrennstall Maca-Loca-Scott ist keine Eintagsfliege

Der Solothurner Amateur-Radrennstall weckt mit Spitzenresultaten auch das Interesse bei den Profimannschaften. U23-Schweizer-Meister Simon Pellaud stösst ab August als Stagiaire zum italienischen Partnerteam Lampre.

Daniel Weissenbrunner
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U23-Meister Simon Pellaud: Ab August in der Lehre beim Partnerteam Lampre. zvg

U23-Meister Simon Pellaud: Ab August in der Lehre beim Partnerteam Lampre. zvg

Die Saisonbilanz kann sich bis anhin mehr als sehen lassen: Das Amateurteam Maca-Loca Scott aus Kriegstetten setzte in der ersten Rennhälfte mehrere Ausrufezeichen. An der U23-Strassenmeisterschaft holte sich Simon Pellaud den Titel vor seinem Stallkollegen Colin Stüssi. Das Nachwuchsteam doppelte kurz darauf mit Matteo Schneider im Einzelzeitfahren nach. Die Mannschaftsleitung registriert die Resultate mit grosser Genugtuung. Vor allem deshalb, weil sie nach dem Aderlass Ende der vergangenen Saison nicht in dieser Form zu erwarten waren.

Aushängeschild Sébastien Reichenbach verliess das Team und erhielt vom Genfer Rennstall IAM einen Profi-Vertrag. Der Walliser reihte Erfolg an Erfolg, bis er auf dem Radar der Profiteams erschien. «Für uns war dieser Abgang ein herber Verlust», sagt Team-Manager Roberto Marchetti. Der befürchtete Einbruch blieb indessen aus. Eine neue Generation sprang in die Bresche.

Die Basis legte Maca-Loca Scott im Winter mit einem Aufenthalt auf Teneriffa. Im Unterschied zu 2012 schuf die Teamleitung dieses Mal die Voraussetzungen für einen optimalen Formaufbau. Neben dem eigenen Staff kann Roberto Marchetti auf namhafte externe Unterstützung zurückgreifen. Nach wie vor stehen die ehemaligen Profis Rubens Bertogliati und Mauro Gianetti als Berater zur Verfügung.

Erhält Marchetti eine Kompensation?

Ausserdem scheint sich die Zusammenarbeit mit dem italienischen Lampre-Team, die Ende letzten Jahres publik wurde, weiter zu verfestigen. Aufgrund seiner Ergebnisse stösst Simon Pellaud ab August als Stagiaire zur Mannschaft des Sportlichen Leiters und ehemaligen Weltmeisters Giuseppe Saronni. Seine vorläufige Abschiedstour im Trikot von Maca-Loca Scott wird Pellaud an der «Züri Metzgete» am 11. August geben, jenes Rennen, dass vor einem Jahr Sébastien Reichenbach für sich entschied.

Ob Roberto Marchetti im Gegenzug von Lampre eine Kompensation erhält, wird noch vom Verhandlungsgeschick des Managers abhängen. In Eile befindet er sich offenbar nicht. Bei ihm haben sich weitere Interessenten gemeldet, die sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Namen will Roberto Marchetti zum jetzigen Zeitpunkt keine nennen, weil er den Gesprächen nicht vorgreifen möchte.

In den Reihen der Solothurner legt man indessen Wert darauf, dass die Kernaufgaben nicht vernachlässigt werden. «Wir wollen in erster Linie als Ausbildnerteam unsere Aufgaben erfüllen.» Ein Ausbildnerteam, das sich mittlerweile ein ansehnliches medizinisches und technisches Backoffice leistet. Deshalb geht es für Roberto Marchetti in der nächsten Zeit auch darum, die sportliche Visitenkarte möglichen Sponsoren auf den Verhandlungstisch zu legen.