In der Schweiz ist das Erdbebenrisiko die bedeutendste Gefahr unter den Naturereignissen. In der Karte der SIA-Norm ist ersichtlich, dass auch Teile des Kantons Solothurn erdbebengefährdet sind, wenn auch nur am Rande. Keine Regel ohne Ausnahme: Eine heftige Erschütterung erfasst seit Wochen den Solothurner Fussball. Das Epizentrum lag im Hauptort. Beim FCS erschütterte ein Beben der Stärke 7,0 auf der Richterskala den Verein. Das veritable Machtgewitter («Die Nordwestschweiz» berichtete mehrmals) in der Klubleitung war im ganzen Kanton spür- bzw. hörbar.

Grenchen wirtschaftlich am Abgrund?

Von seismischen Ausschlägen blieb auch der FC Grenchen nicht verschont. Gerüchte machten die Runde, dass der Verein wirtschaftlich am Abgrund stehe. Die Vermutungen erhielten zusätzliche Nahrung, weil man sich vom technischen Leiter André Fimian nach wenigen Wochen bereits wieder trennte. Für Aufsehen sorgt ausserdem Präsident Rolf Bieri, der sich mit den Veranstaltern des Uhrencups anlegt, weil er finanziell partizipieren will.

Obwohl die Fälle des FC Solothurn und FC Grenchen unterschiedlich gelagert sind, zeigen sie eine Gemeinsamkeit auf. Sportlich haben die beiden Teams den Tritt wieder gefunden. Der FCS darf nach wie vor auf den Ligaerhalt hoffen, der FCG schielt nach einer schwierigen Rückrunde auf den Aufstiegsrundenplatz zur 1. Liga Promotion. Mit einem Sieg gegen die Black Stars stünde einer Teilnahme an der Poule kaum mehr etwas im Wege. Konkurrent Wettswil-Bonstetten aus der Gruppe 3 liegt zwei Runden vor Schluss drei Zähler hinter den Grenchnern.

Präsident Rolf Bieri schweigt

Während Sportchef Peter Baumann der Partie entgegenfiebert, verweigert Rolf Bieri jegliche Aussagen. «Ich gebe keine Auskünfte mehr», sagt ein sichtlich zerknirschter Präsident, den die vergangenen Wochen offensichtlich mitgenommen haben. Durch sein Schweigen schürt der ansonsten impulsive Kopf des Vereins Raum für Spekulationen. Hört er nach der nächsten Generalversammlung auf? Geht es dem Verein schlechter, als nach aussen kommuniziert, Herr Bieri? «Kein Kommentar, fragen Sie Peter Baumann.»

Wirtschaftlich auf Kurs

Das Geschäftsleitungsmitglied und Sportchef zeigt sich auskunftsfreudiger und gibt Entwarnung, zumindest teilweise. «Wir haben ein Jahr mit extrem hoher Belastung hinter uns.» Peter Baumann spricht den Neuaufbau nach dem Rückzug der alten Führungscrew an. Finanziell sei man auf Kurs, so Baumann. Der langjährige Mäzen Urs Erb hat den Verein seinen Nachfolgern schuldenfrei übergeben. «Dafür gebührt ihm ein grosses Lob.» Baumann geht davon aus, dass man das erste Jahr mit einer schwarzen Null abschliessen wird. Mehr Arbeit wartet auf ihn und sein Team strukturell. Damit das Unternehmen FC Grenchen nachhaltig profitabel geführt werden kann, benötigt der Verein neben den bestehenden Kräften zusätzliche Ressourcen.

Veränderungen geplant

Eine wichtige Personalie konnte in den vergangenen Wochen mit Darko Selkic als technischen Leiter besetzt werden. Weitere Vakanzen, wie das Sponsoring, sollen schnellstmöglich für Stabilität und Ruhe sorgen. Unabhängig davon treiben Trainer Max Rüetschli und Peter Baumann die Planung für die nächste Saison voran. Beide haben ihre Verträge um ein Jahr verlängert. So viel ist klar: Die Mannschaft wird einige Veränderungen erfahren. Mit mehreren 1.-Liga-erprobten Akteuren ist man sich einig. Zunächst sollen die aktuellen Spieler aber die Früchte ihrer Arbeit ernten. Mit einem Erfolg über die Black Stars. Denkbar, dass «Vulkan» Rolf Bieri danach ausbrechen und seine temporäre Zurückhaltung abstreifen wird.