Fussball 1. Liga
Der Solothurner Drei-Tore-Vorsprung war keine Garantie

Im letzten Heimspiel des Jahres 2016 traf Solothurn auf den FC Schötz. Nach zuletzt mässigen Leistungen wurden die nächsten drei Punkte einfahren und so der Anschluss an die Spitze gewahrt. Der FCS machte es nach einer 3:0-Führung jedoch noch unnötig knapp.

Pius Rüegger (Text und Liveticker)
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Der FCS kämpfte tapfer und holte verdient drei Punkte.

Der FCS kämpfte tapfer und holte verdient drei Punkte.

Hans Peter Schläfli

Und plötzlich wurde es doch noch eng! Solothurn erspielte sich einen klaren Drei-Tore-Vorsprung und musste in den Schlussminuten doch noch um den Sieg zittern. «Am Schluss nahm Schötz nochmals volles Risiko. Das erste Gegentor war unglücklich und dann kam noch der Penalty. Die Mannschaft hatte das Gefühl, mit dem 3:0 sei das Spiel gelaufen. Durch die Wechsel des Trainers fühlte sie sich darin noch bestärkt und liess nach», so die klare Manöverkritik ihres Trainer Hans-Peter «Bidu» Zaugg.

Allerdings hatten die Platzherren in der Startminute grosses Glück, als ihre rechte Abwehrseite mit Disler und Raphael Koch noch nicht im Bilde war und den Luzerner Hinterländlern einen Abschluss ins Aussennetz zugestehen lassen musste.

Die Zentralschweizer begannen äusserst fokussiert, agressiv nach vorne ausgerichtet, ein frühes Tor zu erzielen. Es brauchte seine Zeit, bis sich die Ambassadoren von diesem Schreck erholten. Ihre erste überzeugende Kombination nützen sie in der 13. Minute. Schrittwieser lancierte Dembélé halbrechts und dessen Hereingabe konnte Bisevac unbedrängt flach abschliessen.

Solothurn mit Eckball erfolgreich

Weil die Gäste gekommen waren um mitzuspielen, entwickelte sich ein intensives, unterhaltsames Spiel mit viel Tempo, Rhythmus und Seitenwechseln. Beiden Formationen gelang es immer wieder, durch ihre engmaschig ausgelegte Organisation den Gegner zu stoppen. Das Umschalten auf den direkten Gegenangriff löste entsprechende Wechselwirkungen im Spielablauf aus.

Die durch den Führungstreffer gestärkten Einheimischen kam zu mehr Spielanteilen. Dieses Engagement machte sich in der 53. Minute bezahlt – 2:0. «Fleury spielte Hunziker ideal in die Schnittstelle an und Bisevac konnte den Nachschuss sicher verwerten», freute sich Zaugg. Danach wurde die Stadionelf erstaunlich hektisch bis zum dritten Treffer (64.).

Dieser bereitete ihrem Teamchef noch mehr Freude als die Tore 1 und 2: «Endlich waren wir mit einem Eckball erfolgreich». Fleury trat diesen von rechts und Dembélé schloss wuchtig mit dem Kopf beim ersten Pfosten ab. Diesem Eckball war ein präziser Freistoss von Fleury voraus gegangen, den Schötz-Hüter Bossert mit der Hand über die Torlatte boxte.

Unnötiges Zittern

Trotz der klaren Führung wurde dieses letzte Heimspiel des Kalenderjahres noch zu einem Zittern. Den Solothurnern fehlt es noch an der Ruhe und an der Cleverness, um eine dominierende Rolle über die ganzen 90 Minuten durchzuhalten. «Dies ist schade, aber wichtig ist, dass uns endlich wieder ein Sieg gelang und wir vorne dran bleiben, nicht distanziert wurden», hielt Zaugg fest.

Telegramm:Solothurn – Schötz 3:2 (1:0)

Stadion. – 300 Zuschauer. – SR Roth. – Tore: 13. Bisevac 1:0; 53. Bisevac 2:0, 64. Dembélé 3:0, 80. Boussaha 3:1, 92. Zenger 3:2 (Foulpenalty).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler, Raphael Koch, Waylon Grosjean, Du Buisson; Stauffer (80. Anderegg); Schrittwieser (63. Schrittwieser), Fleury, Hunziker; Bisevac, Dembélé (84. Asani).

Schötz: Bossert; Ramadani, Ferricchio, Ludäscher, Skeraj (67. Gänsler); Stephan (70. Lukic), Saliu; Boussaha, Nikmengjaj; Michael Koch (59. Pekas), Zenger.

Bemerkungen: So­lo­thurn ohne Chatton, Hasanovic (beide gesperrt), Nastoski, Veronica (beide verletzt), Tan, Nedzipi, Momoh, Ferrari und Russo (alle Junioren). – Ver­war­nun­gen: 26. Stauffer (Foul), 54. Skeraj (Reklamieren), 79. Boussaha, 92. Disler (beide Foul) und 93. Kohler (Reklamieren). – Eck­bälle 5:3 (2:3).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: