Solothurner Kantonales Schwingfest

Der Siegermuni ist schon doppelt so schwer: Sind aller guten Dinge drei in Matzendorf?

Der stolze Siegermuni "Trumpf" anlässlich seiner Präsentation.

Der stolze Siegermuni "Trumpf" anlässlich seiner Präsentation.

Zweimal mussten die Organisatoren das Solothurner Kantonale Schwingfest in Matzendorf in diesem Jahr bereits verschieben. Im dritten Anlauf soll es klappen. Im Juni 2021 soll das Fest endgültig über die Bühne gehen - mit oder ohne Zuschauer.

in rechter Schwinger bleibt nicht im Sägemehl liegen. Er steht auf und versucht es noch einmal. So auch das Organisationskomitee des Kantonalen Schwingfestes 2020 in Matzendorf: Zweimal musste dieser Grossanlass wegen der Coronapandemie verschoben werden. Im dritten Anlauf soll es klappen: «Das wird definitiv klappen», sagt OK-Präsident André Brönnimann, «vom 11. bis 13. Juni 2021 werden wir das Fest durchführen.»

Das Kantonale zu Ehren des 100-Jährigen

Weil er aus Matzendorf kommt, hatte Präsident Adrian Nussbaumer schon lange die Idee, der Schwingklub Thal-Gäu könnte sein Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen mit der Durchführung des Kantonalen Schwingfests 2020 feiern. Auf dem Sportplatz beim Schulhaus sollen die Sägemehlringe platziert werden, drum herum hat es Platz für Festzelte, Parkplätze und alles andere, was so ein grosses Schwingfest mit sich bringt. Rasch war ein Organisationskomitee gebildet, die vielen Sponsoren machten begeistert mit und einem rauschenden Schwingfest schien nichts im Weg zu stehen.

Adrian Nussbaumer, Präsident des Schwingklubs Thal-Gäu, OK-Präsident André Brönnimann und Remo Zamarian, Medienchef des Schwingfestes in der Abendsonne vor dem Festplatz beim Schulhaus Matzendorf.

Adrian Nussbaumer, Präsident des Schwingklubs Thal-Gäu, OK-Präsident André Brönnimann und Remo Zamarian, Medienchef des Schwingfestes in der Abendsonne vor dem Festplatz beim Schulhaus Matzendorf.

Vor mehr als einem ganzen Jahr wurde beim traditionsreichen Brunnenfest in Laupersdorf der Siegermuni auf den Namen «Trumpf» getauft. «Ja, dem Trumpf geht es gut», sagt André Brönnimann, «dem geht es sogar so gut, dass er mittlerweile etwa doppelt so schwer geworden ist.» Der Muni stammt übrigens aus dem Zuchtbetrieb der Familie Gygax, die in Aedermannsdorf die Bergwirtschaft Güggel führt.

Auch Anfang Februar sah noch alles rosig aus: Da hörte man zwar in den Nachrichten, dass es so einen neuartigen Virus in China geben soll, aber China schien damals noch so weit weg. Viel wichtiger war, dass die Spitzenschwinger Giger Samuel und Stalder Remo ihre Teilnahme zugesichert hatten. «Zwei Monate vor dem Datum wäre alles für ein tolles Fest angerichtet gewesen», blickt Brönnimann zurück.

Die Wucht der zweiten Welle vorausgeahnt

Dann ging alles rassig. Mit dem Lockdown waren alle Veranstaltungen verboten worden. Dann kristallisierte sich der September als mögliches Verschiebedatum heraus. «Wieder hatten wir alle Helfer aufgeboten und das Material bestellt. Aber es war der gesunde Menschenverstand, der uns sagte, wir müssen nochmals verschieben», beschreibt Brönnimann die Situation. «Wir haben ein ausgeklügeltes Hygienekonzept und wir Schwinger sind bereit, uns diszipliniert daran zu halten. Aber es war noch nicht der richtige Zeitpunkt für einen Grossanlass.» Die Wucht der zweiten Welle an Infektionen bestätigte, was das Organisationskomitee vorausgeahnt hatte.

«Wir sind in der Krise als Schwingerfamilie noch näher zusammengewachsen», kann Medienchef Remo Zamarian der schwierigen Zeit sogar etwas Positives abringen. «Die Solidarität, die wir erfahren, ist sehr schön. Alle Sponsoren, die Lieferanten und die Behörden haben uns immer unterstützt. Für alle sind die Verschiebungen unangenehm, aber keiner hat uns Vorwürfe gemacht.»

«Das Wichtigste ist, dass sich die 120 Aktiven und 250 Jungschwinger endlich im Wettkampf messen können», sagt Adrian Nussbaumer. «Immer mit denselben Kollegen trainieren, das verleidet jedem mit der Zeit. So ein Schwingfest ist die beste Motivation.» Das sei nicht nur für die Spitzenschwinger, sondern auch für den Nachwuchs wichtig. Dem Teilnehmerfeld haben die Verschiebungen jedenfalls nicht geschadet: Nebst den besten Schwingern aus der Nordwestschweiz werden der Partnerverein aus Langnau im Emmental und auch der Schwingklub am Ottenberg mit seinen ganz bösen Eidgenossen in Matzendorf antreten.

Wenn es sein muss, dann gibts halt ein Geisterschwingen

Deshalb verspricht OK-Präsident André Brönnimann: «Wir werden das Schwingfest reibungslos über die Bühne bringen. Wir haben uns darauf eingestellt, dass wir die Zuschauerzahl einschränken und auf die grosse Party mit Musik im Festzelt verzichten müssen. Wenn es sein muss, dann schwingen wir sogar ohne Publikum. Aber das Kantonale Schwingfest wird im kommenden Juni durchgeführt.»

Meistgesehen

Artboard 1